Rohölmarkt stützt Kurse für Ölsaaten
Die Sojabohnenkurse an der Börse in Chicago setzten in der vergangenen Berichtswoche ihren Aufwärtstrend fort, gaben zuletzt aber marginal nach. Der auslaufende Fronttermin Mai 2026 schloss am 05.05.2026 bei umgerechnet 375,94 EUR/t und damit 6,97 EUR/t über dem Vorwochenniveau. Auch der Folgetermin Juli 2026 konnte zulegen und beendete die Woche mit einem Plus von 6,81 EUR/t bei 380,89 EUR/t.
Unterstützung erhielten die Sojabohnenkurse vor allem durch zeitweise deutlich steigende Rohölpreise, die infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten anzogen. Da Sojabohnen und insbesondere Sojaöl eine zentrale Rolle bei der Biokraftstoffherstellung spielen, wirkte der feste Energiemarkt preistreibend auf den gesamten Sojakomplex. Sojaöl erreichte im Wochenverlauf mehrfach neue Kontrakthochs und sorgte damit auch für Unterstützung bei den Bohnen.
Zum Ende der Woche nahm der Aufwärtsdruck jedoch ab. Gewinnmitnahmen, technische Verkäufe sowie nachgebende Rohölpreise führten zu leichten Kursverlusten. Zusätzlich belastete eine zügig voranschreitende US-Aussaat, die laut USDA weiterhin mit 33 % deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt von 23 % liegt. Wetterbedingte Verzögerungen im Mittleren Westen blieben bislang regional begrenzt und änderten wenig an der insgesamt guten Pflanzdynamik.
Fundamental wirkt weiter das hohe Angebot aus Brasilien preisdämpfend. Gleichzeitig bewegten sich die US-Exportverkäufe im unteren Bereich der Markterwartungen, was zusätzlich zur vorsichtigeren Marktstimmung beitrug.
Insgesamt bleibt der Markt kurzfristig volatil und stark von der Entwicklung der Energiepreise sowie geopolitischen Entwicklungen abhängig. Trotz der jüngsten Konsolidierung zeigt sich das mittelfristige Preisniveau weiterhin stabil, getragen von soliden Crush-Margen und einer anhaltend robusten Nachfrage nach Sojaöl für den Biodiesel-Sektor.
Rapskurse in Paris deutlich fester
An der Pariser Börse (Euronext) schloss der Fronttermin August 2026 am 05.05.2026 bei 525,50 EUR/t, was einem Plus von 12,50 EUR/t gegenüber der Vorwoche entspricht. Auch der Folgetermin präsentierte sich deutlich fester und beendete den Handel bei 527,75 EUR/t, ein Wochengewinn von 13,00 EUR/t.
Getragen wurde der Kursanstieg in erster Linie von den erneut stark schwankenden Rohölnotierungen, die infolge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zeitweise deutlich anzogen. Der Rapsmarkt folgt eng der Entwicklung im Energiesektor, da Pflanzenöle eine zentrale Rolle in der Biodieselproduktion spielen.
Im Wochenverlauf kam es trotz der insgesamt festen Tendenz zu zwischenzeitlichen Konsolidierungen. Nach den starken Anstiegen setzten vereinzelt Gewinnmitnahmen ein, insbesondere dann, wenn sich die Rohölpreise kurzfristig abschwächten. Dennoch gelang es dem Markt, sich stabil oberhalb der Marke von 520 EUR/t zu behaupten, was auf eine weiterhin robuste Grundstimmung hinweist.
Zusätzliche Unterstützung erhält der Rapskomplex durch die weltweit anziehende Nachfrage nach Pflanzenölen, insbesondere für Biokraftstoffe. Die kräftige Entwicklung bei Sojaöl – mit den höchsten Notierungen seit mehreren Jahren – strahlt dabei auch auf den europäischen Rapsmarkt aus. Zudem nähren Wetterrisiken im Zusammenhang mit einem sich verstärkenden El-Niño-Phänomen Sorgen um die Palmölproduktion in Südostasien und stützen damit das Preisniveau.
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Kiki Verweel
Junior Produktmanagerin Pflanzenbau
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