Weizenkurse mit deutlichen Wochenverlusten
In Paris tendieren die Weizennotierungen auf Wochensicht deutlich schwächer. Der Fronttermin Mai 2026 schloss am 06.05.2026 bei 187,50 EUR/t und lag damit um 7,75 EUR/t unter dem Vorwochenniveau. Gleichzeitig markierte der Kontrakt den niedrigsten Stand seit Mitte Januar 2026. Der September-2026-Kontrakt verzeichnete mit einem Wochenminus von 9,75 EUR/t auf 207,50 EUR/t sogar noch stärkere Verluste. Auch die Folgetermine der neuen Ernte gaben spürbar nach und verloren bis zu 9,50 EUR/t.
Für die anhaltend hohe Volatilität sorgen weiterhin die Entwicklungen im Nahen Osten. Jüngste Meldungen über ein mögliches, zeitnahes Ende des Konflikts belasteten die Kurse deutlich. Zwar gibt es Entspannungssignale zwischen den USA und dem Iran, zugleich drohte die US-Regierung jedoch mit einer weiteren Eskalation, sollte es zu keiner Verständigung kommen. Vor diesem Hintergrund agieren Marktteilnehmer weiterhin zurückhaltend und verfolgen insbesondere die Lage rund um die strategisch wichtige Straße von Hormus aufmerksam.
Zunehmend rücken zudem die Vegetationsbedingungen auf der Nordhalbkugel in den Fokus. In wichtigen Anbauregionen Westeuropas, vor allem in Frankreich und Deutschland, haben die zuletzt gefallenen Niederschläge nach einer längeren Trockenphase die Sorgen um Trockenstress deutlich gemindert und gleichzeitig die Ertragsaussichten verbessert. Auch für die kommenden Tage sind weitere Regenfälle angekündigt. Sollten sich diese Prognosen bestätigen, dürften die Sorgen vor Trockenstress für die Feldbestände erst einmal vom Tisch sein. Die zuvor geringen Niederschläge hatten zudem zu niedrigen Wasserständen auf dem Rhein geführt und den Getreidetransport auf einer wichtigen Handelsroute eingeschränkt.
Das EU-Exportgeschäft mit Weichweizen bleibt unterdessen verhalten. In der Woche bis zum 03.05.2026 exportierte die EU rund 338.843 t Weichweizen, nachdem zwei Wochen zuvor noch 503.414 t verschifft worden waren. Kumuliert belaufen sich die Ausfuhren im laufenden Wirtschaftsjahr bis Anfang Mai auf 19,72 Mio. t und liegen damit über dem Vorjahreswert von 18,47 Mio. t. Das Niveau der Saison 2024/25 mit rund 27,00 Mio. t im gleichen Zeitraum wird jedoch weiterhin deutlich verfehlt.
US-Weizenkurse unter Druck
An der CBoT gaben die Weizenkurse zuletzt ebenfalls deutlich nach. Am 06.05.2026 schloss der Fronttermin Mai 26 bei umgerechnet rund 189,20 EUR/t und damit 12,28 EUR/t unter dem Vorwochenniveau. Auch die Folgetermine gaben nach und verzeichneten Wochenverluste von bis zu 12,14 EUR/t. Belastend wirkten weiterhin vor allem die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus. Der feste Euro belastete die in Euro umgerechneten CBoTNotierungen zusätzlich.
Darüber hinaus richten sich die Blicke der Marktteilnehmer verstärkt auf die Vegetationsbedingungen in den US-Plains. Die zuletzt gefallenen, dringend benötigten Niederschläge konnten die Sorgen über Trockenstress in den Winterweizenbeständen regional zwar etwas lindern. Gleichzeitig besteht jedoch die Befürchtung, dass es in vielen Regionen bereits zu irreversiblen Ertragseinbußen gekommen ist. Dies verleiht den Notierungen zumindest eine gewisse Stabilisierung.
Unterdessen teilte das USDA mit, dass bis Anfang Mai rund 32 % der Sommerweizenflächen bestellt waren. Damit wurde der Vorwochenwert von 19 % deutlich übertroffen, das Vorjahresniveau von 42 % sowie das langjährige Mittel von 35 % jedoch verfehlt.
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