Sojabohnen unter Druck – US-Ernteaussichten belasten
Nach einem phasenweise volatilen Wochenverlauf gaben die Sojabohnenkurse am Dienstag nach. An der Börse in Chicago wurden Sojabohnen am 02.06.2026 für den Fronttermin Juli 2026 bei umgerechnet 367,51 EUR/t gehandelt und verzeichneten im Wochenvergleich einen Verlust von 7,03 EUR/t. Der Folgetermin August 2026 schloss mit einem Minus von 5,53 EUR/t bei 368,69 EUR/t. Hauptbelastungsfaktor waren erneut die nachgebenden Rohölkurse, die über ihre Bedeutung für den Biokraftstoffsektor und Sojaöl auch die Nachfrage nach Sojabohnen dämpfen.
Zusätzlich wirkt die aktuell sehr günstige Witterung in den USA preisdämpfend, da sie gute Wachstumsbedingungen und steigende Ertragserwartungen begünstigt. Laut dem aktuellen Crop-Progress-Report waren bis Sonntag bereits 87 % der US-Sojabohnenflächen bestellt, rund 7 Prozentpunkte mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Der Bestandsaufgang lag mit 65 % um 8 Prozentpunkte über dem langjährigen Durchschnitt. Der Zustand der Bestände wurde zu 66 % als gut bis ausgezeichnet eingestuft. Damit liegt der Wert zwar 1 Prozentpunkt unter der Vorwoche und unter der Markterwartung von 68 %, bleibt insgesamt jedoch auf hohem Niveau.
In der vergangenen Woche beliefen sich die US-Sojabohnenexporte auf 494.286 t. Davon gingen 206.771 t nach China, 110.873 t nach Ägypten und 79.933 t nach Japan. Kumuliert erreichen die Ausfuhren im aktuellen Wirtschaftsjahr bislang 35,7 Mio. t und liegen damit rund 20 % unter der Vorjahresmenge.
Die US-Statistikbehörde NASS meldete für April eine Verarbeitung von 5,94 Mio. t Sojabohnen, etwa 0,10 Mio. t mehr als vom Markt erwartet. Gegenüber März entspricht dies einem Rückgang von rund 6 %, im Vergleich zu April 2025 jedoch einem Anstieg von 8 %. Für den Zeitraum September bis April summiert sich die Verarbeitungsmenge auf 48,55 Mio. t und liegt damit um gut 9 % über dem Vorjahreswert.
In Brasilien hält der hohe Exportdruck an. Verzögerungen bei der Entscheidung über mögliche Anpassungen der Biokraftstoff-Beimischungsquoten haben den Markt verunsichert und zwingen Exporteure dazu, verstärkt Ware auszuführen, um den heimischen Sojamarkt zu entlasten. Zusätzlich wurden die Produktionsaussichten für die brasilianische Sojaernte erneut nach oben revidiert. Der Analyst StoneX erhöhte seine Prognose für die brasilianische Sojaernte 2025/26 zuletzt auf einen neuen Rekordwert von 181,8 Mio. t. USDA und IGC zeigen sich dagegen zurückhaltender und gehen aktuell von einer Erntemenge von rund 176 Mio. t aus.
Raps in Paris volatil, Canola in Winnipeg deutlich fester
Auch die Rapskurse an der Euronext in Paris zeigten im Wochenverlauf eine erhöhte Volatilität und gaben am 02.06.2026 gegenüber dem Vortag leicht nach. Im Vergleich zur Vorwoche verblieb jedoch ein Plus. Der August-Kontrakt schloss am 02.06.2026 bei 527,50 EUR/t und damit um 2,75 EUR/t höher als in der Vorwoche. Belastend für die zuletzt rückläufige Tendenz an der Euronext ist vor allem der nachgebende Rohölmarkt.
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