Wetter, Rohöl und Geopolitik treiben Ölsaatenmärkte
Die Sojabohnenkurse an der Chicago Board of Trade (CBOT) entwickelten sich in der vergangenen Woche volatil, tendierten insgesamt jedoch fester. Der November-2026-Kontrakt notierte am 21.07.2026 bei umgerechnet 392,40 EUR/t und damit 8,17 EUR/t über Vorwochenniveau. Auch der Folgetermin September 2026 konnte zulegen, verzeichnete einen Wochengewinn von 8,98 EUR/t und schloss bei 389,51 EUR/t.
Preisstützend wirkten vor allem die anhaltend starke Exportnachfrage nach US-Sojabohnen – insbesondere aus China –, rückläufige US-Sojaölbestände sowie die hohe Nachfrage nach Sojaöl als Rohstoff für die Biodieselproduktion. Das USDA meldete Verkäufe von 340.000 t an China, 246.634 t an Mexiko sowie 110.000 t an weitere Bestimmungsländer. Zusätzliche Unterstützung kam von steigenden Rohölkursen infolge der erneuten Spannungen im Nahen Osten, da Sojaöl eng mit dem Biokraftstoffmarkt verknüpft ist. Zeitweise sorgten zudem Hitze und Trockenheit im US-Mittleren Westen für Sorgen um die Ertragsperspektiven der laufenden Ernte und lösten deutliche Kursanstiege aus.
Im weiteren Wochenverlauf wurden die Gewinne jedoch teilweise wieder abgegeben. Auslöser waren Gewinnmitnahmen nach der vorherigen Rally sowie aktualisierte Wetterprognosen, die niedrigere Temperaturen und Niederschläge in den wichtigsten US-Anbaugebieten erwarten lassen. Diese verbesserten Aussichten wurden durch den jüngsten USDA-Zustandsbericht bestätigt: Der Anteil der US-Sojabestände in gutem bis ausgezeichnetem Zustand stieg auf 66 % und lag damit über den Markterwartungen. Mittelfristig dürfte zudem die Aussicht auf eine erneut sehr große brasilianische Sojabohnenernte in der Saison 2026/27 von gut 180,1 Mio. t den globalen Angebotsausblick verbessern.
Insgesamt bleibt der Sojabohnenmarkt von der Abwägung zwischen einer robusten internationalen Nachfrage und den zuletzt entspannteren Wetter- und Ernteaussichten in den USA geprägt. Kurzfristig dürfte insbesondere die weitere Wetterentwicklung im US-Mittleren Westen den Kursverlauf bestimmen.
Geopolitische Spannungen treiben Rapskurse
Die Rapskurse präsentierten sich in der vergangenen Woche volatil. An der Euronext in Paris schloss der August-2026-Kontrakt am 21.07.2026 bei 547,00 EUR/t und damit rund 24,50 EUR/t über Vorwochenniveau. Gegenüber dem Vortag gab der Kontrakt jedoch um 10,25 EUR/t nach. Der Folgetermin November 2026 wurde mit 555,25 EUR/t notiert und lag damit 16,50 EUR/t über der Vorwoche.
Ausschlaggebend waren vor allem die deutlich gestiegenen Rohölkurse infolge der Eskalation im Nahen Osten sowie zunehmende geopolitische Risiken im Schwarzmeerraum. Die erneute Verschärfung des Russland-Ukraine-Konflikts und Berichte über Schäden an Lager- und Exportinfrastruktur verstärkten die Sorgen über mögliche Angebotsstörungen und sorgten für zusätzliche Risikoprämien. Unterstützung erhielt der Markt zudem vom festen Soja- und Canolamarkt. Preisbegrenzend wirkten hingegen die guten Erntefortschritte in Frankreich sowie insgesamt solide Aussichten für die europäische Rapsernte. Insgesamt blieb der Markt jedoch klar von den geopolitischen Entwicklungen und dem festen Energiesektor geprägt.
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