Welt | Getreide | Kursentwicklung für Mais

Maiskurse bleiben fest gestimmt

04.09.2026 (AMI) – Die Maisnotierungen in Chicago und Paris haben im Wochenverlauf zugelegt. Gestützt wird der Markt vor allem von wachsenden Sorgen um die US-Ernte, während Gewinnmitnahmen und bessere Angebotsaussichten in Brasilien die Aufwärtsbewegung bislang nur begrenzt bremsen.

An der Börse in Chicago konnten die Maiskurse im Wochenverlauf zulegen. Am 2. September schloss der September-2026-Kontrakt bei umgerechnet 176,40 EUR/t und damit 2,98 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Auch der spätere Dezember-2026-Termin beendete den Handelstag mit einem Plus von 3,80 EUR/t gegenüber der Vorwoche bei 184,81 EUR/t.

Damit behauptete sich der Maismarkt trotz zwischenzeitlicher Gewinnmitnahmen insgesamt auf hohem Niveau. Bereits am 1. September hatte der Dezember-Kontrakt mit umgerechnet 185,47 EUR/t den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht. Der leichte Rücksetzer am Folgetag änderte daher nur wenig an der grundsätzlich festen Marktstimmung.

Gestützt werden die Kurse vor allem durch zunehmende Sorgen um die US-Maisernte. Im Mittelpunkt stehen dabei die Ertragserwartungen. Eine Umfrage von Allendale beziffert den US-Maisertrag 2026 auf 11,22 t/ha und damit unter der bisherigen USDA-Prognose von 11,35 t/ha. Auch der Zustand der Bestände fällt merklich schwächer aus als im Vorjahr. So werden aktuell nur 57 % der US-Maisbestände in die Kategorie „gut bis sehr gut“ eingestuft, nach 69 % im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Zusätzlich erhöht heißes und trockenes Wetter im US-Corn-Belt die Unsicherheit über das tatsächliche Ertragspotenzial.

Unterstützung erhält der Maismarkt zudem von den anhaltenden Spannungen im Schwarzmeerraum. Russland sieht derzeit keine Grundlage für eine Wiederaufnahme des Getreideabkommens, während weiterhin Getreideexportanlagen angegriffen werden. Damit bleiben die Risiken für die globale Versorgungslage bestehen. Auch die zuletzt festen Weizenpreise haben den Maismarkt zusätzlich gestützt.

Brasilien sorgt auf der Angebotsseite für etwas Entspannung. Die laufende zweite Maisernte 2026 war Ende August bereits zu 96 % abgeschlossen. Gleichzeitig ist die Aussaat der ersten Maisernte 2026/27 angelaufen – StoneX erhöhte die erwartete Erntemenge auf 29,3 Mio. t. Zudem haben US-Landwirte bereits rund 29 % ihrer neuen Maisernte vorab verkauft und damit deutlich mehr als im Vorjahr. Ein Teil des erwarteten Angebots ist somit bereits frühzeitig am Markt platziert.

Insgesamt bleibt der Chicago-Maismarkt kurzfristig schwankungsanfällig. Gewinnmitnahmen und neue Fundamentaldaten können jederzeit für Korrekturen sorgen. Die grundlegende Tendenz bleibt jedoch vorerst fest, da vor allem die Unsicherheit über die US-Erträge den Markt weiterhin stützt.

Paris folgt dem festen Grundton

Auch an der Euronext in Paris setzte sich die freundliche Tendenz am Maismarkt fort. Der November-2026-Kontrakt schloss am 2. September bei 277,25 EUR/t und damit 14,75 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Der März-2027-Termin beendete den Handel bei 272,00 EUR/t, was einem Wochengewinn von 14,50 EUR/t entspricht. Damit spiegelte sich die feste internationale Marktstimmung auch in Paris deutlich wider.

Insgesamt bleibt der Maismarkt fest gestimmt. Vor allem die Unsicherheit über die US-Erträge stützt die Kurse in Chicago und Paris, auch wenn Gewinnmitnahmen und dämpfende Impulse von der Angebotsseite zwischenzeitlich bremsen.

Besondere Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den nächsten USDA-Erntebericht am 11. September. Sollte die Behörde ihre Ertragsschätzung deutlich nach unten korrigieren, könnte dies den Maispreis weiter stützen. Fällt die Einschätzung dagegen überraschend günstig aus, wäre auch eine stärkere Gegenbewegung nach unten möglich.

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Beitrag von Kiki Verweel
Junior Produktmanagerin Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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