Europa | Ölsaaten | Handel

Brüssel erwartet große Ölsaatenernte 2018

06.03.2018 (AMI) – In ihrer Schätzung sieht die EU-Kommission der Ölsaatenerzeugung 2018 sehr positiv entgegen und erwartet für Raps, Sojabohnen und Sonnenblumenkerne überdurchschnittliche Ernteergebnisse.

Die EU-Kommission legt zu Beginn des Jahres ihre erste Schätzung für die Ölsaatenernte der Gemeinschaft vor. Dabei erwartet sie gegenüber Vorjahr einen Rückgang der Anbauflächen, aber überdurchschnittliche Ernteergebnisse. Im Vergleich zum langjährigen Mittel könnte die Rapsanbaufläche um 2,4 % auf 6,8 Mio. ha steigen, das wären dann auch 1,5 % mehr als zur Ernte 2017. Demgegenüber verliert der Anbau von Sonnenblumen und Soja gegenüber 2017 um 3,4 bzw. 7 %. Damit würden in der EU-28 nicht einmal mehr 12 Mio. ha mit Ölsaaten kultiviert, was aber immer noch 2 % mehr wären als im langjährigen Durchschnitt.

Die sehr vage Ernteschätzung basiert auf den genannten Flächenschätzungen der Mitgliedsländer sowie einem theoretischen Durchschnittsertrag, der sich aus einem Plus von 10 % auf das Fünfjahresmittel errechnet. Damit würde die Erzeugung von Raps, Sonnenblumenkernen und Sojabohnen die Vorjahresmenge um 1,5 % bzw. 0,6 Mio. t übertreffen. Dabei wird erwartet, dass Raps, Europas wichtigste Ölsaat, das größte Plus gegenüber Vorjahr einfährt. Die Rapsernte wird auf 22,8 Mio. t prognostiziert, 4,5 % über dem Vorjahresergebnis. Die Sojaernte könnte ebenfalls größer ausfallen, da die überdurchschnittlichen Erträge das Anbauminus kompensieren. Erwartet werden vorerst 2,8 Mio. t und damit 0,5 % mehr als 2017. Sonnenblumenkerne werden wohl weniger erzeugt werden. Neben der gegenüber Vorjahr kleineren Anbaufläche dürften auch die Erträge nicht mehr ganz so hoch ausfallen wir 2016, so dass mit 9,9 Mio. t rund 4,4 % weniger gedroschen werden könnten. Sollte die Prognose der EU-Kommission eintreten, dann würde die EU-Ölsaatenerzeugung 2018 mit 35,5 Mio. t das bisherige Rekordniveau der Ernte 2014 sogar leicht übertreffen.

Weitere Informationen über den Ölsaatenmarkt in Deutschland, aber auch in der EU-28 und den einzelnen Mitgliedstaaten sowie den wichtigsten Erzeugungsländern der Welt finden Sie im Online-Dienst Markt aktuell Ölsaaten. Erweitert wird das Angebot mit einer Vielzahl von Marktpreisen für die verschiedensten Produkte am Ölsaatenmarkt. Sprechen Sie uns an! Oder nutzen Sie die Bestellmöglichkeit im Shop und sichern Sie sich noch heute Ihren Zugang zum Expertenwissen.

Beitrag von Wienke von Schenck

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Futtermittel | Preise

Steiler Anstieg der Mischfutterpreise

15.08.2018 (AMI) – Kaum Raufutter und zusätzlich knappes Getreideangebot lassen die Forderungen für Mischfutter kräftig steigen, da kann selbst preisgünstigeres Sojaschrot nicht für Entlastung sorgen, zumal Rapsschrot ebenfalls teurer geworden ist. Vor allem im Milchviehsektor sind die Futterpreise kräftig gestiegen, was die Betriebe mit Bestandsabbau quittierten.   Mehr

Deutschland | Gemüse | Strukturdaten

Obst & Gemüse - Vom Feld zum Konsumenten

13.08.2018 (AMI) – Nach Abzug von Ernteverlusten standen dem deutschen Markt in den vergangenen Jahren rund 4,7 Mio. t Obst und Gemüse aus der Inlandsproduktion und knapp 8,0 Mio. t Frischware aus Importen zur Verfügung. Wie diese Mengen zum Konsumenten gelangen, und welche Wertschöpfung auf den einzelnen Marktstufen erreicht wird, wird in der hier vorgestellten Warenstromanalyse untersucht.  Mehr

Welt | Schweine | Handel

Schweinepreise in den USA im freien Fall

10.08.2018 (AMI) – Noch vor kurzem überholten die Schweinepreise in den USA mit umgerechnet 1,57 EUR/kg Schlachtgewicht das deutsche Niveau deutlich. Doch die Freude bei den US-Farmern sollte nicht lange anhalten. Genauso schnell wie der Preisauftrieb kam folgte der Preisverfall, mit inzwischen wöchentlichen Rückgängen von gut 10 %.  Mehr