Deutschland | Schweine | Erzeugung

Schweinemast verspricht vorübergehend Gewinne

23.08.2019 (AMI) – Nachdem die Schweinemäster in den vergangenen Jahren oft rote Zahlen geschrieben haben, kommt ihnen die aktuelle Entwicklung entgegen. Auf der einen Seite sinken sowohl die Aufwendungen für den Ferkelkauf als auch für die Futtermittel.

Zeitgleich steigen auf der anderen Seite die Erlöse für Schlachtschweine. Entsprechend ist eine wirtschaftliche und gewinnbringende Schweinemast im August möglich.

Nach dem Modell der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) kann im August dieses Jahres ein Gewinn von 14,30 EUR/Schwein erreicht werden. Im Vergleich zum Vormonat sind die Vollkosten für die Mast bis zum Schlachtgewicht um 6,00 EUR gefallen. Von den gesamten Aufwendungen haben allein die Futtermittelkosten aktuell einen Anteil von 48 %. Für die nächsten Monate dürfte sich die Erlössituation aus Sicht der Schweinemäster freundlich entwickeln und ein wirtschaftliches Arbeiten in diesem Betriebszweig ermöglichen. Zugleich finden in dieser bundesweiten Modellrechnung die Kosten für die Unterbringung der Gülle und für die Abluftreinigung keine Berücksichtigung. In Regionen mit intensiver Veredlung belasten diese die Wirtschaftlichkeit zusätzlich mit zusammen 17 EUR/Schwein. Kostendeckendes Arbeiten ist in diesen Gebieten entsprechend schwieriger.

Weniger Schweine im Angebot

Die vergleichsweise hohen Preise lassen sich in erster Linie mit dem kleinen und häufig knappen Angebot erklären. Bislang unterschreiten die Schlachtzahlen bei den Schweinen in diesem Jahr jeden Monat die Vorjahreswerte. Im Juli wurden sogar 8,3 % weniger Schweine der Schlachtung zugeführt als vor 12 Monaten. Mit 27,25 Mio. Schweinen unterschritt die Zahl der geschlachteten Tiere im ersten Halbjahr den Wert von 2018 um 4,3 %. Aufgrund des gesunkenen Schweinebestandes wird auch für die weitere Entwicklung in diesem Jahr mit einem geringen Aufkommen an Schweinen gerechnet.

Die weiteren Entwicklungen am Vieh- & Fleischmarkt, insbesondere mit Blick auf die Futtermittelsituation, werden am 24. September 2019 beim AMI Markt Seminar Kompakt vorgestellt. Diskutieren Sie mit den AMI-Marktexperten und profitieren Sie von wertvollen Impulsen für Ihre tägliche Arbeit. Auf AMI-Akademie.de erfahren Sie mehr zum Seminar und zu weiteren Veranstaltungen im Agribusiness.

Beitrag von Dr. Tim Koch
Marktexperte Fleisch- und Geflügelwirtschaft

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Bio-Milch | Marktversorgung

Wie geht es weiter bei Bio-Milch? Die Antworten erhalten Sie auf dem AMI Web-Seminar

07.05.2021 (AMI) – Die Bio-Milchanlieferung in Deutschland steigt 2021 nach der großen Umstellungswelle in den vergangenen Jahren das zweite Jahr in Folge nur noch verhalten. Anders sieht es mit der privaten Nachfrage aus, die nicht zuletzt wegen der Corona-Maßnahmen erheblich zugunsten von Bio gestiegen ist. Wohin geht 2021 die Reise bei Bio-Milch?   Mehr

Deutschland | Schweine | Marktversorgung

Die EU erzeugt mehr Schweinefleisch

06.05.2021 (AMI) – Obwohl das Jahr 2020 die gesamte Branche vor große Probleme gestellt hat, nahm die europaweit erzeugte Menge an Schweinefleisch dennoch zu. Einerseits kamen erneut mehr Tiere zur Schlachtung, andererseits lagen die Schlachtgewichte durchschnittlich rund 900 g höher.   Mehr

Deutschland | Öle | Strukturdaten

Der Speiseölmarkt im Fokus

04.05.2021 (AMI) – Der Markt für Speiseöle und -fette in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Die AMI-Marktexperten haben die entscheidenden Entwicklungen analysiert und aktuelle Verbrauchertrends herausgearbeitet.   Mehr