Verbraucher zahlen hohe Preise für Fleisch
Der Preisauftrieb ging bei Nahrungsmitteln zurück. Das meldete das Statistische Bundesamt als eine Ursache für die erneute leichte Abschwächung der Inflationsrate im Juni 2025 auf 2,0 %. Für frische Lebensmittel galt das jedoch nur bedingt, wie die Daten des AMI-Verbraucherpreisindex zeigen. Vor allem frisches Obst sowie Milch und Milchprodukte stemmten sich demnach gegen einen weiteren Rückgang der Lebensmittelteuerung. Das galt außerdem für Rindfleisch und zunehmend auch für Geflügel.
Weiterhin hohe Preise für Rind und Geflügel
Dieser Trend setzt sich im Juli fort. Dem Verbraucherpreisspiegel der AMI zufolge zahlen die Verbraucher in den ersten Juliwochen im Durchschnitt knapp 19 % mehr für Rindfleisch als vor einem Jahr. Dabei haben die Preise für Hackfleisch besonders kräftig angezogen. Der Topseller dieser Tierart hat sich binnen zwölf Monaten um fast ein Drittel verteuert. Anfang Juli sind auf Discountniveau die Preise für einige Produkte aus diesem Teilsegment erneut angehoben worden. Betroffen sind Bio-Hackfleisch, fettreduziertes Rinderhackfleisch und XXL-Packungen. Wie beim Rindfleisch folgen auch im Geflügelsektor die Verbraucherpreise den seit dem Frühjahr 2025 gestiegenen Auszahlungspreisen an die Mäster, was sich in einer Teuerungsrate von rund 10 % in diesem Monat niederschlägt.
Längst haben die Verbraucher auf diese Entwicklungen reagiert und ihr Kaufverhalten angepasst. Zu den üblichen Mechanismen zählen Kaufzurückhaltung und das Ausweichen auf günstigere Alternativen. AMI-Analysen auf Basis des YouGov ConsumerPanels zufolge liegt die Nachfrage nach Rindfleisch zunehmend deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Und im Juni hat demnach erstmals auch Hähnchen seine Erfolgsstory, gemessen an den Einkaufsmengen der privaten Haushalte, nicht fortsetzen können.
Verbraucherpreise für Schweinefleisch ziehen nach
Profitiert hat davon bislang Schweinefleisch. Doch diese Tierart zieht nun in Bezug auf die Preisentwicklung nach. Zu Monatsbeginn haben die Discounter in Deutschland die Verbraucherpreise für einige Standardartikel angehoben. Damit wurde ebenfalls der Entwicklung auf den vorgelagerten Stufen Rechnung getragen. Zwischen der 12. und der 22. Kalenderwoche schoss die Notierung für Mastschweine immerhin um gut 20 % nach oben. Allerdings war dem eine anhaltende Abwärtskorrektur vorausgegangen, die sich auch auf Verbraucherebene niedergeschlagen hatte. So kosten Schinkenschnitzel, Minutensteaks und Nackensteaks trotz der jüngsten Preisanpassung in den Standardsortimenten der Discounter außerhalb von Aktionen so viel wie vor einem Jahr.
Am aktuellen Rand werden die Auswirkungen der Preisrunde überlagert von einer ausgeweiteten Aktionstätigkeit des Lebensmitteleinzelhandels (LEH). Den AMI Aktionspreisen im LEH zufolge bewerben die führenden Handelsunternehmen im Verlauf des Juli Artikel vom Schwein in rund 45 % der Werbeanstöße für Fleisch und Geflügel. Gegenüber Juli 2024 bedeutet das ein Plus von 5 Prozentpunkten.
Sind Sie an weiteren Informationen zur Nachfrage- und Preisentwicklung von frischen Lebensmitteln auf Verbraucherebene interessiert, dann nehmen Sie Kontakt mit den Marktexperten der Verbraucherforschung auf.
© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH
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Thomas Els
Bereichsleiter Verbraucherforschung
Tel. (0228) 33805-301
Langjährige Erfahrung als Marktforscher zum Thema Konsumverhalten der privaten Verbraucher bei Nahrungsmitteln, Autor der Verzehrsmonitore Fleisch und Milch.



