Deutschland | Vieh & Fleisch | Erzeugung

Mehr Fleisch produziert

16.12.2025 (AMI) – Nach dem Produktionshöhepunkt im Jahr 2015 entwickelte sich die Fleischerzeugung in Deutschland über mehrere Jahre rückläufig. Seit 2023 ist jedoch eine annähernd stabile Entwicklung zu beobachten. Nach vorläufigen Daten dürfte die Fleischproduktion 2025 sogar leicht steigen.

Zuwächse wurden dabei im Bereich Geflügel sowie bei der Erzeugung von Schweinefleisch erzielt. Während insbesondere Hähnchen seit Jahren in immer größeren Mengen produziert wird, stellt diese Entwicklung bei Schweinefleisch eher eine Ausnahme dar. 2025 führten die nahezu stabilen Bestände sowie ein größeres Angebot zu Jahresbeginn allerdings zu geringfügig höheren Schlachtzahlen. Zudem stiegen die Schlachtgewichte deutlich an, was zu einer gesamten Bruttoerzeugung von Schweinefleisch in Höhe von knapp 4,13 Mio. t führte. Ein völlig anderes Bild zeigt sich bei Rindfleisch. Die Bestände schrumpfen seit Jahren, und Tierseuchen wie die Blauzungenkrankheit haben zuletzt ebenfalls Auswirkungen gezeigt. Dies führte 2025 dazu, dass die Schlachtzahlen je nach Kategorie zumeist zwischen 6 und 7 % unter den Vorjahreswerten lagen. Mit einer prognostizierten Bruttoeigenerzeugung von 974.000 t wurde der Vorjahreswert dementsprechend um rund 7 % unterschritten.

Ein Blick auf die Marktanteile zeigt, dass nach wie vor über die Hälfte des erzeugten Fleisches auf Schweinefleisch entfällt. Die Mengenanteile sind in den vergangenen 20 Jahren zwar deutlich zurückgegangen, dennoch werden Geflügel und Rind klar auf die Plätze 2 und 3 verwiesen. Gleichzeitig gehört Geflügel in dieser Zeit zu den großen Gewinnern: Mit knapp einem viertel Marktanteil liegt es in der Produktion deutlich vor Rindfleisch. Schaf- und Ziegenfleisch spielen hingegen nur eine untergeordnete Rolle.

2026 wird eine mindestens stabile Produktion erwartet

Für das Jahr 2026 wird in vielen Bereichen eine Konsolidierung des Marktes erwartet. Im Bereich Schweinefleisch wird von ähnlichen Schlachtzahlen und Schlachtgewichten wie 2025 ausgegangen. Gerade zu Jahresbeginn ist erneut mit Überhängen zu rechnen. Entsprechend gehen aktuelle Prognosen von einer stabilen Erzeugung aus.

Bei den Schlachtrindern erscheint eine stabile Erzeugung wahrscheinlich. 2025 lagen die Schlachtzahlen auf einem sehr niedrigen Niveau, teilweise wurden Schlachtkühe jedoch auch zurückgehalten. Auch die Bruttoerzeugung von Geflügelfleisch dürfte weiter steigen. Hähnchen liegt weiterhin im Trend, daran scheint sich aktuell wenig zu ändern. Für 2026 wird dementsprechend erneut mit einer mindestens stabilen, wahrscheinlich aber leicht zunehmenden Bruttoerzeugung von Fleisch in Deutschland gerechnet.

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Beitrag von Dr. Tim Koch
Marktexperte Fleisch- und Geflügelwirtschaft

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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