Deutschland | Frische Lebensmittel | Index

Lebensmittelpreise zogen 2025 nur moderat an

21.01.2026 (AMI) – In der Summe entwickelte sich die Teuerungsrate für frische Lebensmittel 2025 moderat. Dennoch war das Jahr von extrem gegensätzlichen Preisentwicklungen geprägt.

Die Verbraucher zahlten 2025, dem AMI-Frischeindex zufolge, 1,1 % mehr für frische Lebensmittel aus konventioneller Erzeugung als im Vorjahr. Trotz dieser moderaten Teuerungsrate fielen die Entwicklungen in einzelnen Frische-Warengruppen dagegen sehr extrem aus. Einerseits war der Markt von sehr hohen Rindfleischpreisen gekennzeichnet und andererseits herrschte ein Preisverfall bei Molkereiprodukten zum Jahresende. Letzteres führte dazu, dass frische Lebensmittel ab Oktober sogar weniger kosteten als im Vorjahr.

Spitzenniveau bei Rindfleisch

Im Laufe des Jahres erfolgten mehrere Preiserhöhungen für Rindfleischartikel, so dass im November eine Rekordteuerungsrate von etwa 24 % erreicht wurde. In der längerfristigen Entwicklung wirkten sich die stark gesunkenen Rinderbestände in Deutschland und die dadurch verringerten Schlachtzahlen auf die Marktsituation aus. Auf den vorgelagerten Stufen hatten die Preise zwischenzeitlich deutlich über dem Vorjahresniveau gelegen. Diese Preisentwicklungen wurden an den Verbraucher weitergegeben. Das hohe Preisniveau bei Rindfleisch war der Haupttreiber der Teuerung im Frisch-Bereich. Auf Jahresbasis kostete diese Warengruppe 16,2 % mehr als im Vorjahr.

Molkereiprodukte: Preisrückgang im Jahresverlauf

Auf Jahresbasis kosteten Milch, Milchprodukte und Käse zwar etwas mehr als im Vorjahr. Über die Monate gingen die Preise allerdings deutlich zurück. Das Jahr startete noch mit einer Preiserhöhung für Milch im Basissortiment des LEH, aufgrund der knappen Versorgung am Milchmarkt in den vorangegangenen Monaten. Damit reagierten die Verbraucherpreise für Milch aufgrund der längeren Kontraktlaufzeiten etwas zeitverzögert. Im Februar erfolgte dann allerdings der erste Preisnachlass für Butter nach dem Rekordniveau von 2,39 EUR/250 g. Damit reagierten die Butterpreise wesentlich schneller auf die veränderte Situation. Im weiteren Jahresverlauf wurden dann mehrfach die Preise für die verschiedenen Molkereiprodukte reduziert. Sowohl in Deutschland als auch in der EU wurde zu dem Zeitpunkt mehr Milch produziert als im Vorjahr. Zudem war der Fettgehalt in der Rohmilch erhöht. Ab September 2025 kosteten Milch und Milchprodukte weniger als im Vorjahr. Für Käse war dies ab November der Fall. Beide Warengruppen wirkten zum Jahresende dem hohen Preisniveau von Rindfleisch und somit der Teuerung frischer Lebensmittel entgegen. Im Dezember kosteten Molkereiprodukte 13,9 % weniger als ein Jahr zuvor.

Mehr Informationen zu den Preisentwicklungen der anderen Frische-Warengruppen finden Sie in unserem Online-Dienst Markt aktuell Agribusiness.

Beitrag von Judith Dittrich
Marktexpertin Verbraucherforschung

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Welt | Raps | Marktprognose

Komfortable Rapsbilanz – Erzeugerpreise ziehen an

12.02.2026 (AMI) – Die Rapserzeugung bleibt auf Rekordniveau, doch die Vorräte wachsen langsamer. Gleichzeitig stützt der Ölsaatenkomplex die Pariser Notierungen. Auch die deutschen Erzeugerpreise ziehen an.   Mehr

Deutschland | Kernobst | Aktionspreise

Zum Valentinstag 2026 kaum Pink Lady® in der Werbung

12.02.2026 (AMI) – Blumen, Schokolade oder Obst? Die Meinungen zum Valentinstag und dem dazu passenden Geschenk gehen auseinander. In den vergangenen Jahren hatten sich Äpfel der Marke Pink Lady® zumindest in den Angebotsaktionen des Lebensmitteleinzelhandels rund um den Valentinstag einen festen Platz gesichert. In diesem Jahr ergibt sich ein anderes Bild. Zwar werden Äpfel stark beworben, aber es stehen andere Sorten und Marken im Mittelpunkt.   Mehr

Deutschland | Öko-Landbau | Markttrends

Bio-Markt gewinnt spürbar an Dynamik

10.02.2026 (AMI) – Der Bio-Markt in Deutschland setzt seinen Erfolgskurs fort: Bereits das zweite Jahr in Folge verzeichnet der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken ein deutliches Wachstum. Für 2025 ermittelt der Arbeitskreis Biomarkt einen Anstieg der Verbraucherausgaben um 6,7 %.   Mehr