Lebensmittelpreise zogen 2025 nur moderat an
Die Verbraucher zahlten 2025, dem AMI-Frischeindex zufolge, 1,1 % mehr für frische Lebensmittel aus konventioneller Erzeugung als im Vorjahr. Trotz dieser moderaten Teuerungsrate fielen die Entwicklungen in einzelnen Frische-Warengruppen dagegen sehr extrem aus. Einerseits war der Markt von sehr hohen Rindfleischpreisen gekennzeichnet und andererseits herrschte ein Preisverfall bei Molkereiprodukten zum Jahresende. Letzteres führte dazu, dass frische Lebensmittel ab Oktober sogar weniger kosteten als im Vorjahr.
Spitzenniveau bei Rindfleisch
Im Laufe des Jahres erfolgten mehrere Preiserhöhungen für Rindfleischartikel, so dass im November eine Rekordteuerungsrate von etwa 24 % erreicht wurde. In der längerfristigen Entwicklung wirkten sich die stark gesunkenen Rinderbestände in Deutschland und die dadurch verringerten Schlachtzahlen auf die Marktsituation aus. Auf den vorgelagerten Stufen hatten die Preise zwischenzeitlich deutlich über dem Vorjahresniveau gelegen. Diese Preisentwicklungen wurden an den Verbraucher weitergegeben. Das hohe Preisniveau bei Rindfleisch war der Haupttreiber der Teuerung im Frisch-Bereich. Auf Jahresbasis kostete diese Warengruppe 16,2 % mehr als im Vorjahr.
Molkereiprodukte: Preisrückgang im Jahresverlauf
Auf Jahresbasis kosteten Milch, Milchprodukte und Käse zwar etwas mehr als im Vorjahr. Über die Monate gingen die Preise allerdings deutlich zurück. Das Jahr startete noch mit einer Preiserhöhung für Milch im Basissortiment des LEH, aufgrund der knappen Versorgung am Milchmarkt in den vorangegangenen Monaten. Damit reagierten die Verbraucherpreise für Milch aufgrund der längeren Kontraktlaufzeiten etwas zeitverzögert. Im Februar erfolgte dann allerdings der erste Preisnachlass für Butter nach dem Rekordniveau von 2,39 EUR/250 g. Damit reagierten die Butterpreise wesentlich schneller auf die veränderte Situation. Im weiteren Jahresverlauf wurden dann mehrfach die Preise für die verschiedenen Molkereiprodukte reduziert. Sowohl in Deutschland als auch in der EU wurde zu dem Zeitpunkt mehr Milch produziert als im Vorjahr. Zudem war der Fettgehalt in der Rohmilch erhöht. Ab September 2025 kosteten Milch und Milchprodukte weniger als im Vorjahr. Für Käse war dies ab November der Fall. Beide Warengruppen wirkten zum Jahresende dem hohen Preisniveau von Rindfleisch und somit der Teuerung frischer Lebensmittel entgegen. Im Dezember kosteten Molkereiprodukte 13,9 % weniger als ein Jahr zuvor.
Mehr Informationen zu den Preisentwicklungen der anderen Frische-Warengruppen finden Sie in unserem Online-Dienst Markt aktuell Agribusiness.
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Judith Dittrich
Marktanalystin Verbraucherforschung
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Fachautorin für Themen der Verbraucherforschung, Datenauswertung und Erstellung von Analysen



