Deutschland | Schweine | Erzeugung

Angebot an Schweinefleisch übertraf 2025 die Nachfrage

19.02.2026 (AMI) – 2025 nahm die Zahl der bundesweit gehaltenen Schweine das zweite Jahr in Folge leicht zu und auch die Erzeugung von Schweinefleisch konnte geringfügig ausgebaut werden.

Während die Schlachtzahlen nach vorläufigen Daten 2025 nur minimal gestiegen sind, führten die höheren Schlachtgewichte zu einem Anstieg der Schweinefleischerzeugung um knapp 1 %. Die unmittelbare Folge dieser Entwicklung war, dass das Angebot an Schweinefleisch über weite Strecken des Jahres den Bedarf leicht übertraf. Gerade gegen Jahresende dürften sich zudem die Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest in Spanien bemerkbar gemacht haben. Die zusätzliche Ware belastet den europäischen Markt. Als Konsequenz sanken die Preise für Schlachtschweine insbesondere in der 2. Jahreshälfte deutlich. Auch 2026 begann für die Erzeuger mit schwierigen Wochen. Die VEZG-Preisempfehlung sank auf 1,45 EUR/kg, Überhänge und hohe Schlachtgewichte waren die Regel. Anders als in den Vorjahren stabilisierte sich der Markt allerdings bereits Mitte Februar.

2026 wird ein leichter Produktionsrückgang erwartet

Trotz der leicht größeren Schweinebestände werden für 2026 moderat rückläufige Schlachtzahlen erwartet. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des vergangenen Jahres sowie der Druck aus Spanien dürften sich bemerkbar machen, aktuelle Prognosen erwarten einen Rückgang der Nettoerzeugung um 1,1 %. Auch für den Schweinefleischverzehr erscheint ein moderates Minus realistisch. 2027 werden dann für beide Bereiche wieder deutlichere Rückgänge prognostiziert. Die wirtschaftlich schwierigen Zeiten in Kombination mit einem hohen Investitionsbedarf dürften sich in dieser Zeit stärker durch Betriebsaufgaben bemerkbar machen. Ein so deutlicher Rückgang wie zwischen 2020 und 2023 ist allerdings nicht zu erwarten. Vielmehr gehen aktuelle Prognosen für 2027 von einem Rückgang der Produktion zwischen 3 und 4 % aus.

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Beitrag von Dr. Tim Koch
Marktexperte Fleisch- und Geflügelwirtschaft

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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