Deutschland | Schweine | Lagerbestand

Geringe Fleischlagerbestände wirken stützend

12.03.2026 (AMI) – Das Jahr 2026 begann mit einem umfangreichen Angebot an Schlachtschweinen und hohen Schlachtgewichten. Anders als in den Vorjahren konnten die Überhänge allerdings zügig abgebaut werden, bereits Mitte Februar präsentierte sich der Markt recht ausgeglichen.

Dabei machten sich insbesondere die umfangreichen Schlachtaktivitäten bemerkbar. Die Schlachtzahlen lagen zuletzt fast durchweg deutlich über denen des Vorjahres, die Schlachtunternehmen lasteten ihre Kapazitäten aus. Stützend wirkte dabei, dass die Kühllager zum Jahreswechsel weitestgehend geräumt waren. Die Zahlen des Verbandes Deutscher Kühlhäuser und Kühllogistikunternehmen (VDKL) ergaben für Dezember einen Lagerbestand an Schweinefleisch von 64.000 t. Dabei decken diese Angaben keinesfalls den Gesamtbestand ab, sondern nur den der Mitglieder des VDKL. Gerade große Schlachtunternehmen verfügen selbst über umfangreiche Lagermöglichkeiten, die hier nicht erfasst werden. Dennoch geben die Zahlen des VDKL einen Hinweis auf die Entwicklung. Erkennbar ist, dass die Lagermengen im Dezember rund 21 % niedriger waren als im Vorjahr.

Hoffen auf eine rege Nachfrage nach Grillfleisch

Gleichzeitig stiegen die Mengen an eingelagertem Schweinefleisch im Januar deutlich an und lagen rund 30.000 t über dem Vormonat. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres betrug das Plus lediglich 16.000 t. Diese Entwicklung deutet klar darauf hin, dass die Schlachtunternehmen und Verarbeiter die günstigen Preise zu Beginn des Jahres genutzt haben, um ihre Lagerbestände aufzustocken. Die Landwirte profitieren dadurch von einem schnellen Abbau der Überhänge, die nachgelagerten Unternehmen von den Preisanstiegen im Frühjahr. Gerade diese Spekulation ist allerdings nicht ganz ohne Risiko. In der Vergangenheit haben steigende Energiekosten sowie eine verregnete Grillsaison durchaus schon zu anhaltenden Absatzproblemen geführt. Und während das Wetter aktuell auf eine baldige Belebung der Fleischnachfrage hoffen lässt, ist das Risiko in Bezug auf die Energiekosten mit dem Krieg im Iran wieder deutlich gestiegen.

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Beitrag von Dr. Tim Koch
Marktexperte Fleisch- und Geflügelwirtschaft

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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