Deutschland | Düngemittel | Marktprognose

Düngemittelmarkt im Mai: Ruhige Nachfrage, stabile bis feste Preise erwartet

24.04.2026 (AMI) – Der Markt bleibt im Mai verhalten, während sich die Preise auf hohem Niveau stabilisieren. Engpässe bei Schwefel und Phosphat sorgen weiterhin für Aufwärtsrisiken.

Für den Monat Mai ist am Düngemittelmarkt insgesamt mit einer Fortsetzung der aktuell ruhigen, aber preisstabilen Marktphase zu rechnen. Nach den deutlichen Preissteigerungen der vergangenen Wochen hat sich die Dynamik spürbar abgeschwächt, sodass sich die Notierungen auf einem hohen Niveau einpendeln dürften. Auf der Nachfrageseite bleibt das Marktgeschehen zunächst verhalten. In vielen Regionen sind die wesentlichen Düngemaßnahmen bereits abgeschlossen oder stehen kurz vor dem Ende. Gleichzeitig könnte sich die aktuell zurückhaltende Einkaufsstrategie vieler landwirtschaftlicher Betriebe zunehmend bemerkbar machen. Sollten notwendige Maßnahmen – etwa die Qualitätsdüngung im Getreide oder die Grünlanddüngung nach dem ersten Schnitt – doch noch umgesetzt werden, kann es regional zu kurzfristigen Nachfrageimpulsen kommen. Diese dürften jedoch eher punktuell bleiben und den Markt insgesamt nicht grundlegend drehen.

Auf der Angebotsseite ist die Versorgung mit Stickstoff- und Kalidüngern weiterhin gesichert. Die hohe Auslastung europäischer Produktionskapazitäten wirkt stabilisierend. Anders stellt sich die Situation bei schwefel- und phosphathaltigen Düngemitteln dar: Hier bleibt die globale Versorgungslage angespannt. Eingeschränkte Exportverfügbarkeiten aus dem Nahen Osten und aus China begrenzen das Angebot weiterhin und sorgen für ein strukturell festes Preisniveau.

Vor diesem Hintergrund ist für Mai insgesamt von folgenden Entwicklungen auszugehen:

Stickstoffdünger: stabile bis leicht feste Preise bei ruhiger Nachfrage

Phosphatdünger: anhaltend hohes Preisniveau mit weiterem Aufwärtspotenzial

Schwefeldünger: knappe Versorgungslage, Preise tendenziell fest bis steigend

Kalidünger: weitgehend stabile Preise mit geringer Dynamik

Zusammenfassend ist im Mai keine grundlegende Marktentspannung zu erwarten. Vielmehr dürfte sich die aktuelle Phase aus hoher Preisbasis, verhaltener Nachfrage und selektiven Beschaffungsaktivitäten fortsetzen. Gleichzeitig bleibt ein latentes Risiko für kurzfristige Preisspitzen bestehen, insbesondere in den Segmenten mit eingeschränkter globaler Verfügbarkeit.

Vertiefende Analysen, aktuelle Preisentwicklungen und regionale Markteinschätzungen bietet der AMIOnlinedienst Markt aktuell Agribusiness. Dort finden Sie die vollständige DüngemittelMarktlage mit detaillierten Preisinformationen. Informationen zum Zugang finden Sie im AMI-Shop.

Beitrag von Satu Vietzent
Produktmanagerin Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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