Deutschland | Rinder | Lagerbestand

Umfangreiche Lagermengen im 1. Quartal

21.05.2026 (AMI) – Seit Jahresbeginn gab es im Bereich der Schlachtrinder teils massive Preisrückgänge. Allein von März bis Mai gaben die Preise für Jungbullen im Monatsmittel um rund 85 Ct/kg nach. Als Grund für diese Entwicklung gilt die verhaltene Nachfrage nach Schlachttieren. Die nachgelagerten Stufen berichten von stockenden Fleischabsätzen und nachgebenden Preisen im Handel mit Teilstücken.

So lagen die Verbraucherpreise für konventionell erzeugtes Rindfleisch im April dieses Jahres bei 14,94 EUR/kg und damit nur 26 Ct/kg unter dem Allzeithoch vom Dezember 2025.

Dass die aktuelle Entwicklung dabei bereits zum Ende des vergangenen Jahres begonnen hat, zeigt ein Blick auf die Lagerbestände von Rindfleisch. Die Daten des Verbandes Deutscher Kühlhäuser und Kühllogistikunternehmen (VDKL) ergaben, dass zum Ende des vergangenen Jahres gut ein Drittel mehr Rindfleisch in den Kühl- und Gefrierlagern lag als in den Vorjahren. Auch wenn die Mengen im 1. Quartal 2026 etwas abgenommen haben, wurden die Vorjahreswerte dennoch auch in dieser Zeit um rund 20 % übertroffen. Gerade im Zusammenspiel mit der saisonal eher ruhigen Nachfrage nach Rindfleisch im Frühjahr stellt dies die nachgelagerten Stufen vor große Herausforderungen.

Die Kombination aus umfangreichen Lagermengen, einem hohen Preisniveau und einer saisonal nachlassenden Nachfrage gipfelten in deutlichen Preisrückgängen. Gleichzeitig kommen diese Abschläge aber nur zeitverzögert beim Verbraucher an. Längerfristige Verträge erschweren eine zeitnahe Umsetzung von Preisänderungen und auch Werbeaktionen im Handel müssen mehrere Wochen im Voraus geplant werden. Dennoch dürfte sich der Markt in den kommenden Wochen schrittweise entspannen.

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Beitrag von Dr. Tim Koch
Marktexperte Fleisch- und Geflügelwirtschaft

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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