Deutschland | Schweine | Tierbestand

Schweinebestand leicht über Vorjahresniveau

09.07.2026 (AMI) – Nachdem der Schweinebestand in Deutschland über einen längeren Zeitraum hinweg eingebrochen war, entwickelte er sich nun das dritte Jahr in Folge mehr oder weniger stabil.

Mit 21,04 Mio. Schweinen wurden im Mai nach vorläufigen Zahlen 0,6 % mehr Tiere gezählt als im Vorjahr. Dabei gibt es allerdings deutliche regionale Unterschiede. So wurden in Bayern fast 5 % mehr Tiere erfasst, in NRW waren es fast 2 % mehr. In Niedersachsen nahmen die Bestände dagegen um knapp 1 % ab. Diese Entwicklung steht im Gegensatz zu den Vorjahren. Im langfristigen Trend ist erkennbar, dass der Anteil der Tiere im Nordwesten der Bundesrepublik zunimmt, während es andernorts zumeist eher Rückgänge gibt. Auch die deutlich größeren Zahlen an Tieren in Teilen Ostdeutschlands widersprechen der langfristigen Entwicklung.

Im Bereich der erfassten Betriebe zeigt sich ebenfalls ein sehr heterogenes Bild. Während etwa in Hessen und Baden-Württemberg weniger Schweinehalter gezählt wurden, nahm deren Zahl in Bayern leicht zu. Das süddeutsche Bundesland stellt dabei allerdings eine Ausnahme dar. Der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt, dass die Zahl der Betriebe mit rund 14.700 erneut um 3,6 % gesunken ist.

Den Schluss einer langfristigen Stabilisierung lassen diese Ergebnisse allerdings nicht zu. Vielmehr macht sich das etwas größere Angebot an Schlachtschweinen am Markt deutlich bemerkbar. Lagen die Schlachtzahlen und die Erzeugung von Schweinefleisch bis April mehr oder weniger auf Vorjahresniveau, übertraf das Angebot zuletzt die Nachfrage wieder deutlich. Selbst ein insgesamt nur leicht größeres Angebot an Schlachtschweinen ist aktuell schwer abzusetzen. Dazu kommen eine stockende nationale Nachfrage sowie eine große innereuropäische Konkurrenz, der Druck nimmt seit Wochen stetig zu. Eine erste Folge waren nachgebende Preise, das aktuelle Niveau ist für Schweinemäster nicht mehr kostendeckend. Entsprechend ist fraglich, ob sich die Viehbestände auch in den kommenden Monaten weiter stabil entwickeln. Gerade in Zeiten eines hohen Investitionsbedarfs dürften die aktuellen Preise viele Landwirte vor die Frage stellen, ob der Betrieb so noch weiterzuführen ist.

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Beitrag von Dr. Tim Koch
Marktexperte Fleisch- und Geflügelwirtschaft

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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