Europa | Kernobst | Ernte

Europas Apfelernte fällt deutlich kleiner aus

06.08.2026 (AM) – Extreme Wetterbedingungen hinterlassen Spuren im europäischen Obstbau. Nach Frost, Hagel, Starkregen und regionaler Trockenheit wird die EU-Apfelernte 2026/27 auf rund 9,5 Mio. Tonnen geschätzt. Damit dürfte sie die niedrigste Erntemenge seit 2017 erreichen.

Besonders stark betroffen sind die Anbaugebiete in Mittel- und Osteuropa. Aber auch in Westeuropa wird ein deutlicher Rückgang gegenüber dem außergewöhnlich starken Vorjahr erwartet. Vergleichsweise stabil präsentiert sich dagegen die Situation in den südeuropäischen Anbauländern.

Aktuell leiden viele europäische Anbauregionen unter Hitze und Trockenheit. Bereits der Winter verlief in einigen Gebieten niederschlagsarm. Vor allem in Polen und Ungarn stellt die Wasserversorgung der Obstanlagen seit Jahren eine Herausforderung dar. Die Frostereignisse im Frühjahr haben die Situation zusätzlich verschärft.

Für die weitere Entwicklung spielt das Wetter in den kommenden Wochen eine entscheidende Rolle. Niederschläge könnten das Fruchtgrößenwachstum noch positiv beeinflussen und damit die Erträge stützen. Witterungsbedingte Schäden wie Sonnenbrand oder Hagelnarben lassen sich jedoch nicht mehr ausgleichen.

Trotz der kleineren neuen Ernte ist die Versorgung im Herbst zunächst gesichert. Aus der Saison 2025/26 stehen noch Bestände zur Verfügung, deren Vermarktung voraussichtlich bis in den Oktober hinein reicht. Zusammen mit der neuen Ernte bietet dies eine solide Basis für die Herbstprogramme und Aktionen des Handels.

Spannend wird die Entwicklung im weiteren Saisonverlauf. Da in nahezu allen europäischen Anbaugebieten geringere Erntemengen erwartet werden, dürfte das Angebot spürbar kleiner ausfallen. Nach der außergewöhnlich angespannten Marktlage in der Saison 2025/26 sind damit dann auch berechtigte Hoffnung auf attraktive Erzeugerpreise für Äpfel verbunden.

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Beitrag von Ursula Schockemöhle
Marktexpertin Gartenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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