Deutschland | Bio-Getreide | Marktversorgung

Bio-Getreideernte 2026: Durchschnittliche Winterungen, Sorgen um Haferqualitäten

01.09.2026 (AMI) – Die Bio-Getreideernte 2026 ist von Trockenheit, Hitze und regional unterbrochenen Erntearbeiten geprägt. Während viele Winterungen wie Wintergerste, Roggen, Dinkel und teils auch Winterweizen im Durchschnitt ordentliche Erträge und überwiegend solide Qualitäten liefern, zeigen sich vor allem bei den Sommerungen deutliche Probleme. Besonders Hafer fällt vielerorts mit schwächeren Erträgen und niedrigen Hektolitergewichten auf.

Für den Markt bedeutet das: Die Ernte 2026 fällt insgesamt kleiner und regional uneinheitlicher aus, doch kurzfristig sind daraus noch keine deutlichen Erzeugerpreissteigerungen abzuleiten. Der Grund ist die weiterhin gute Versorgung aus der umfangreichen Ernte 2025. Vor allem bei Sommerungen wie Hafer dürften Marktteilnehmer zunächst noch auf Altbestände zurückgreifen. Eine spürbare Belebung der Nachfrage und festere Preise sind daher eher zeitverzögert zu erwarten.

Bei Winterweizen ist die Lage differenziert: Die Backqualitäten fallen insgesamt besser aus als zunächst befürchtet, streuen regional jedoch stark. Gleichzeitig deutet sich bei Futtergetreide ein enges Angebot an. Da nur begrenzt Futterweizen verfügbar sein dürfte und auch beim Mais die Ertragserwartungen in vielen Regionen gedämpft sind, könnte sich der Futtermarkt im weiteren Saisonverlauf fester entwickeln. Insbesondere bei Mais und Futterweizen werden anziehende Preise erwartet.

Noch kritischer ist der Blick auf Sommergetreide und weitere Kulturen wie Leguminosen und Sojabohnen. Hier belasten Trockenstress und Hitze die Erträge teils erheblich. Das könnte das Angebot in einzelnen Marktsegmenten zusätzlich verknappen und die Preisentwicklung im Verlauf der Saison stützen.

AMI-Webseminar liefert Antworten

Wie ist die Bio-Getreideernte 2026 insgesamt einzuordnen? Welche Folgen ergeben sich für Angebot, Qualitäten und Preise in den kommenden Monaten? Antworten und vertiefende Einschätzungen liefert das AMI-Webseminar zum Bio-Getreidemarkt am 09.09.2026. Jetzt informieren und anmelden!

Beitrag von Tim Brauweiler
Produktmanager Öko-Landbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Öko-Landbau | Marktversorgung

AMI veröffentlicht Warenstromanalysen für Bio-Produkte

08.09.2026 (AMI) – Erstmals veröffentlicht die AMI Warenstromanalysen für 8 verschiedene Bio-Produktgruppen: Kartoffeln, Gemüse, Obst, Getreide, Hülsenfrüchte, Milch, Eier und Fleisch. Die Analysen bieten einen umfassenden Überblick über Warenströme und Mengenbilanzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Erzeugung über Verarbeitung und Handel bis hin zum Verbrauch.   Mehr

Deutschland | Rohmilch | Erzeugerpreise

Konventionelle Erzeugerpreise mit leichter Aufwärtstendenz

03.09.2026 (AMI) – Die konventionellen Milcherzeugerpreise legten im Juli geringfügig zu. Auch für die kommenden Monate rechnet die AMI vor dem Hintergrund der teils deutlich rückläufigen Anlieferungsmengen mit leicht festeren Preistendenzen.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

Feste Grundtendenz stützt den AMI-Rohstoffindex

28.08.2026 (AMI) – Der AMI-Rohstoffindex stieg im August um 2 % auf 125 Punkte an. Unterstützend wirkten hier neben steigenden Preisen für Getreide und Milch auch Preisaufschläge für Schlachtschweine.   Mehr