Deutschland | Rohmilch | Erzeugerpreise

Konventionelle Erzeugerpreise mit leichter Aufwärtstendenz

03.09.2026 (AMI) – Die konventionellen Milcherzeugerpreise legten im Juli geringfügig zu. Auch für die kommenden Monate rechnet die AMI vor dem Hintergrund der teils deutlich rückläufigen Anlieferungsmengen mit leicht festeren Preistendenzen.

Grundlage für den leichten Anstieg bildeten die in den vergangenen Monaten teils anziehenden Preise für die Verarbeitungsprodukte. Allerdings waren die Verläufe je nach Produkt und Zeitpunkt sehr unterschiedlich. So stieg die Leitverwertung aus Butter und Magermilchpulver bis April stetig an, wobei vor allem die Eiweißseite die treibende Kraft war. Im Mai und Juni kam es zu Korrekturen nach unten. Erst mit den hitze- und virusbedingten Rückgängen der Milchanlieferung im Sommer setzten erneut steigende Tendenzen ein. Das knappere Rohstoffangebot führte vor allem an den Spotmärkten zu deutlichen Zuwächsen, aber auch Käse erholte sich nach einer zwischenzeitlichen Delle.

Dementsprechend kam es auf Ebene der Milcherzeugerpreise im Juli zu uneinheitlichen Entwicklungen. Je nach Produktportfolio der Molkereien waren nochmals leichte Aufschläge möglich. Nach ersten Hochrechnungen der AMI zahlten die Molkereien in Deutschland für konventionell erzeugte Milch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß durchschnittlich knapp 39,5 ct/kg. Das entsprach einem Plus von 0,5 ct/kg gegenüber dem Vormonat. Nach der stabilen Entwicklung im Juni setzte sich damit die leichte Aufwärtstendenz aus April und Mai fort. Der Rückstand gegenüber dem Vorjahr verringerte sich im Juli auf 13,9 ct/kg. Grund dafür waren der aktuelle leichte Preisanstieg sowie die im Juli 2025 nahezu stabile Preisentwicklung.

Im Zeitraum von Januar bis Juli 2026 erhielten die Milcherzeuger im bundesweiten Schnitt knapp 38,7 ct/kg für ihren konventionell erzeugten Rohstoff. Das waren gut 14,3 ct/kg bzw. 27,0 % weniger als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Trotz der rückläufigen Tendenzen ab Herbst 2025 dürfte es in den verbleibenden Monaten schwer werden, diesen Rückstand aufzuholen. Im Mittel von 2026 wird daher das im langfristigen Vergleich überdurchschnittlich hohe Jahresergebnis von 2025 nicht erreicht werden.

Wie entwickelten sich die Erzeugerpreise für ökologisch erzeugte Milch? Und welche Bundesländer zahlten im Juli nach erster Hochrechnung die höchsten Preise aus? Antworten auf diese Fragen finden Sie in einer ausführliche Analyse zu den Milcherzeugerpreisen in unserem Online-Dienst Markt aktuell Milchwirtschaft.

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Beitrag von Michelle Kuhn
Produktmanagerin Milchwirtschaft

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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