Deutschland | Vieh & Fleisch | Aktionspreise

Mehr Werbung mit Fleisch während Corona

02.07.2020 (AMI) – Die private Nachfrage nach Fleisch hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen, der Lebensmitteleinzelhandel konnte seine Absätze im Zuge der Corona-Pandemie erheblich steigern.

Gerade im April und Mai erwarben die privaten Haushalte über 20 % mehr Schweine- und Rindfleisch. Der Handel scheint diesen Trend dabei mit zusätzlichen Werbeaktivitäten zu verstärken. Gerade in den vergangenen Monaten nahm die Zahl der Aktionen noch einmal deutlich zu. Und davon war bei weitem nicht nur das saisonal übliche Grillfleisch betroffen, vielmehr fanden sich viele verschiedene Teilstücke auf den Werbezetteln. Dennoch ruht der Fokus natürlich auch aktuell auf Steaks in allen Varianten. Deutlich zugenommen hat dabei insbesondere die Werbung für Hähnchensteaks sowie für gemischtes Hackfleisch. Letzteres ist seit geraumer Zeit bereits ein Trendprodukt, worauf gerne zurückgegriffen wird, unabhängig davon, ob es sich um Gehacktes vom Rind, Schwein oder gemischtes Hackfleisch handelt.

Aktionen mit Schweinefleisch vergleichsweise teuer

Auffällig ist dabei allerdings, dass die Aktionspreise bei Schweinefleisch fast durchweg höher waren als im vergangenen Jahr. So mussten die Käufer im 1. Halbjahr 2019 im Durchschnitt mindestens 4,40 EUR für ein Kilogramm naturbelassenes Schweinesteak zahlen. Im 1. Halbjahr des laufenden Jahres lag der Tiefstpreis durchschnittlich bei 4,83 EUR/kg. Hier dürfte sich der hohe Schlachtschweinepreis zu Jahresbeginn bemerkbar machen. Auch für marinierte Hähnchenbrust musste der Käufer deutlich tiefer in die Tasche greifen. Bei Rindfleisch fällt der Unterschied zwischen den Jahren dagegen sehr gering aus. Bis einschließlich Juni 2019 lag der Tiefstpreis für Rindersteaks durchschnittlich bei 10,77 EUR/kg, 2020 mussten die Käufer 10,53 EUR/kg zahlen. Trotz all der Diskussionen zum Tierwohl bleibt der Preis auch weiterhin eines der wichtigsten Kaufargumente.

Interessieren Sie sich für die Aktionen im Lebensmitteleinzelhandel oder das aktuelle Geschehen im Handel mit Nutz- und Schlachtvieh? Dann nutzen Sie gerne unserem Online-Dienst Markt aktuell Vieh und Fleisch um sich zu informieren.



Beitrag von Dr. Tim Koch
Marktexperte Fleisch- und Geflügelwirtschaft

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Vieh & Fleisch | Erzeugerpreise

Niedrigere Erzeugerpreise im Jahr 2020

21.01.2021 (AMI) – Im vergangenen Jahr mussten sich Landwirte mit niedrigeren Erlösen für ihre Nutz- und Schlachttiere zufriedengeben als noch 2019. Lediglich die Schafhalter konnten sich über deutlich gestiegene Preise für Schlachtlämmer freuen.   Mehr

Deutschland | Schweine | Erzeugung

Schweineschlachtungen 2020 deutlich gesunken

21.01.2021 (AMI) – Die Zahl der Schweineschlachtungen hat sich von Januar bis November 2020 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 um 3,6 % verringert. Die Schlachtzahlen lagen mit wenigen Ausnahmen unter dem Niveau von 2019.   Mehr

Deutschland | Schweine | Erzeugerpreise

Preis für Schlachtschweine stabil

20.01.2021 (AMI) – Während das Angebot an Schlachtschweinen mancherorts zumindest leicht zurückzugehen scheint, wird in anderen Regionen von anhaltend großen Mengen und sehr schweren Tieren berichtet. Schwierig gestaltet sich dabei insbesondere der Markt im Süden.   Mehr