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Trotz Vogelgrippe keine Verknappung beim Putenfleisch zu erwarten

10.03.2017 (AMI/MEG) – Die anhaltenden Ausbrüche der Vogelgrippe halten die Branche in Atem. Vielfach sind Putenfarmen von den aktuellen Ausbrüchen der Tierkrankheit betroffen. Seit Beginn des Geschehens im November 2016 mussten über eine halbe Mio. Puten notgetötet werden.

Zu einer nachhaltigen Verknappung des Angebots wird es dadurch nach Einschätzung der MEG (Marktinfo Eier & Geflügel) aber kaum kommen. Jährlich gelangen in Deutschland etwa 37 Mio. Puten in die Schlachtung. Daher entspricht die Menge der bisher aufgrund der Vogelgrippe getöteten Puten etwa 1 % der jährlichen Schlachtungen.

Unter den betroffenen Beständen waren auch Elterntierfarmen. Dies hat eine etwas nachhaltigere Auswirkung auf den Markt, denn jede Putenhenne kann pro Legeperiode von etwa 24 bis 26 Wochen 70 bis 90 Eier legen. Der Verlust von Elterntieren hat daher mittelfristig einen etwas größeren Einfluss auf die Anzahl der Schlachtungen. Die Branche war allerdings bemüht, die Lücke schnell zu schließen, in dem die Legeperiode in nicht von der Vogelgrippe befallenen Betrieben verlängert wurde. Inzwischen sind die vorübergehend geräumten Ställe auch fast wieder vollständig belegt.

Nichtsdestotrotz wird die vorübergehende Verknappung der Bruteier in den Sommermonaten zu einer geringeren Erzeugung am deutschen Markt führen. Die deutschen Verbraucher werden dennoch nicht auf Putenfleisch verzichten müssen, da die deutsche Erzeugung von Putenfleisch primär an den Lebensmitteleinzelhandel vermarktet wird. Erfahrungsgemäß ist Putenfleisch insbesondere in der Grillsaison ein beliebtes Produkt. Im Großverbrauchersegment kann die Produktionsdelle hingegen durchaus zu einem geringeren Angebot aus deutscher Erzeugung führen. Zu erwarten ist, dass diese Lücke durch die ohnehin starken Importe aus den europäischen Nachbarländern oder Drittstaaten ausgeglichen wird.

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Beitrag von Margit M. Beck (MEG)

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