Deutschland | Kernobst | Lagerbestand

Wenig Äpfel für die zweite Saisonhälfte

16.11.2017 (AMI) – Die diesjährige Apfelernte in Deutschland ist den Witterungsunbilden zum Opfer gefallen. Das spiegelt sich auch in den niedrigen Lagervorräten Anfang November wider. Für die zweite Saisonhälfte wird die Eigenversorgung knapp.

Laut Bestandsmeldungen lagern Anfang November 42 % weniger Äpfel bei den deutschen Erzeugerorganisationen als 2016. Alleine im Süden fehlen mehr als 100.000 t. Lediglich ein Viertel der letztjährigen Menge steht hier zur Verfügung. Im Norden liegt das Defizit bei knapp 30 %, in den ostdeutschen Anbaugebieten bei 20 % und in der Mitte Deutschlands bei fast 50 %.

Viele Regionen agieren zurzeit nur sehr verhalten und vermarkten in der Summe mehr zugekaufte Äpfel als eigene Ware. Sehr aktiv ist nur der Norden. Mangels Angebotsmenge werden sich die meisten Gebiete frühzeitiger als sonst aus dem Markt zurückziehen.

Alles deutet darauf hin, dass die Warenverfügbarkeit in der zweiten Saisonhälfte noch knapper als bereits jetzt ausfällt. Bei den aktuellen Hauptsorten Elstar und Gala fehlen zwar 30 %, das Manko bei der erst später in die Vermarktung kommenden Jonagold-Gruppe liegt allerdings mit 50 % noch höher.

Das heizt die Diskussionen über einen erneuten Anstieg der ohnehin überdurchschnittlichen Preise noch weiter an.

Es ist davon auszugehen, dass die Eigenversorgung in dieser Saison nur 40 % erreichen wird und damit umfangreiche Importe anzieht. Die Zufuhren, die in vergangenen Jahren bei 500.000 t lagen, könnten daher die Marke von 600.000 t überschreiten.

Ausführliche Informationen zu den deutschen Lagervorräten sowie zu den Apfel- und Birnenbeständen in anderen europäischen Anbaugebieten finden Sie in der aktuellen Ausgabe AMI Marktwoche EU Kernobst.

Beitrag von Ursula Schockemöhle

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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