Deutschland | Öko-Gartenbau | Angebot

Frühes Angebot an Bio-Sommergemüse

29.06.2018 (AMI) – Mit dem frühen Sommerwetter sind viele Bio-Gemüsekulturen deutlich weiterentwickelt als in anderen Jahren. Nach den ersten Angebotswellen zeichnet sich nun knappe Versorgung zum Beispiel bei Blumenkohl und Brokkoli ab. Auch bei Bunten Salaten ist die Angebotswelle aus dem Mai überstanden.

Das frühe Sommerwetter hat die Entwicklung aller Bio-Gemüsekulturen beschleunigt, so dass schon im Mai und Juni reichlich Salate, Radieschen, Feinkohl zur Verfügung standen. Für Tomaten und Gurken startet nun die Saison mit inländischer Ware. Bei Tomaten sind nun nur noch in Nachfragespitzen zum Wochenende Importe nötig. Neben Standardrispen stehen auch viele verschiedene kleinfrüchtige Varianten zur Vermarktung an. Diese regionale Ware nehmen die Kunden gern ab. Bei Gurken kommen ergänzende Lieferungen aus dem Benelux-Raum.

Blumenkohl und Brokkoli steuern auf ein Angebotsloch zu. In der Schönwetterperiode im Mai und Juni fehlte der Kältereiz in den Kulturen, um die Blüten anzulegen. Schon in dieser Woche verknappt sich das Angebot und die Preise ziehen an. Die überregionalen Anfragen steigen, das Phänomen tritt allerdings bundesweit auf, so dass hier kaum ein Mengenausgleich erfolgen kann. Zucchini gerät zunehmend unter Preisdruck. Im deutschen Freilandanbau wird reichlich geerntet und auch Produzenten, die sich normalerweise auf die Direktvermarktung konzentrieren, bieten Ware an den Großhandel an. In den Ketten werden zunehmend Aktionen mit Bio-Ware geplant. Allerdings steht auch viel konventionelle Ware im Angebot, die sich preislich in einer anderen Liga befindet.

Bei Zwiebeln ist die Marktversorgung aktuell knapp, denn die Lieferungen aus Ägypten sind zum Teil verspätet, zudem variiert das Qualitätsbild. Ergänzende Importe aus Spanien sind oft nicht so stabil wie erwartet. So wird der Beginn der deutschen Saison ersehnt. Ab Anfang Juli werden gewisse Mengen für den lokalen Absatz verfügbar sein, für die größeren Strukturen im Einzelhandel wird man jedoch erst ab Mitte Juli entsprechende Mengen anbieten können. Auch die Möhrenernte hat Ende Juni begonnen, aber noch dominiert Importware das Geschehen.

Brauchen Sie regelmäßige Informationen zur Marktlage und zur Preisentwicklung von Bio-Obst- und Gemüse? Sie möchten die aktuelle Situation am Bio-Obst- und Gemüsemarkt mit den AMI Marktexperten diskutieren? Sie wollen regelmäßig wissen, wie sich der Absatz und Umsatz von Bio-Obst- und -Gemüse entwickelt? Die AMI Markt Woche Öko-Gartenbau gibt Ihnen Antworten.

Beitrag von Gabriele Held
Marktexpertin Gartenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Europa | Blattgemüse | Marktversorgung

Eissalatpreise schwankten stark

21.01.2021 (AMI) – Die Wetterkapriolen in Spanien wirkten sich auf das Angebot an Eissalat stark aus. Nach einem sprunghaften Anstieg normalisierte sich das Preisniveau nun wieder. Aufgrund der hohen Preise agierten die Marktbeteiligten zwischenzeitlich sehr vorsichtig, sodass sich kurzfristig die Bestände aufbauten.   Mehr

Europa | Fruchtgemüse | Marktversorgung

Zufuhren an Salatgurken dezimiert

14.01.2021 (AMI) – Mit dem Wintereinbruch in Spanien haben sich nicht nur die Erntemengen an Salatgurken deutlich reduziert, auch die Transportwege sind nur begrenzt nutzbar. An den deutschen Großmärkten sind die Preise in die Höhe geschnellt.   Mehr

Deutschland | Obst | Marktversorgung

Corona verstärkt Witterungseffekte

07.01.2021 (AMI) – Frostnächte im April und Mai führten im Erntejahr 2020 zu immensen Ausfällen bei Sommerobst. Die Preise zogen deutlich an. Auch in den typischen Zufuhrländern wie Spanien und Italien fiel die Steinobsternte 2020 kleiner aus. Das machte sich preislich deutlich bemerkbar. Verstärkt wurde dieser Effekt dadurch, dass die privaten Verbraucher mehr frisches Obst gekauft haben, um damit in Corona-Zeiten etwas für ihre Gesundheit zu tun.   Mehr