Deutschland | Rohmilch | Erzeugerpreise

Bio-Milchpreise kaum verändert

07.09.2021 (AMI) – Im Juli haben die Preise für ökologisch erzeugte Rohmilch eine Verschnaufpause eingelegt. Dabei hielten sich steigende und fallende Tendenzen mehr oder weniger die Waage. Gewinner waren vor allem Lieferanten von Molkereien mit dem Fokus auf der Weißen Linie.

Die Molkereien in Deutschland zahlten ihren Lieferanten im bundesweiten Mittel im Juli 49,5 Ct/kg für ökologisch erzeugte Milch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß, so erste Berechnungen der AMI. Damit bewegten sich die Preise nahezu unverändert auf dem Niveau des Vormonats, womit der zuvor erfolgte Anstieg zum Stillstand gekommen ist. Im Juli des vergangenen Jahres verlief die Entwicklung entgegengesetzt. Nach den Rückgängen im zweiten Quartal erholten sich die Preise mit dem Beginn der zweiten Jahreshälfte. Dementsprechend hat sich die Schere zwischen den Preisen beider Jahre leicht um 0,2 Ct auf 2,1 Ct im Juli geschlossen. In der Summe der ersten sieben Monate bleibt der Vorsprung im aktuellen Jahr mit 1,8 Ct jedoch komfortabel.

Das Plus gegenüber dem Preis für konventionell erzeugte Milch ist mit 13,8 Ct ein weiteres Mal geschrumpft. Konventionell wirtschaftende Betriebe erhielten für ihren Rohstoff im Schnitt 35,8 Ct/kg, ein leichter Anstieg um knapp 0,3 Ct/kg. Allerdings haben sich hier im Zuge der Marktberuhigung über die Ferienzeit die Zuwächse verringert.

Niedersachsen punktet am stärksten

Wie bereits im Vormonat blieb im Juli bei der Mehrheit der Molkereien die Auszahlungsleistung unverändert. Allerdings gab es auch Ausnahmen und das oftmals in der aus Erzeugersicht positiven Richtung nach oben. Knapp jedes vierte Unternehmen hob den Milchpreis an. Dies war vor allem bei Herstellern von Produkten der Weißen Linie und Konsummilch der Fall. Aber auch mit dem Versenden der Milch ließ sich mitunter ein Plus erzielen. Bis zu 1,0 Ct zahlte die eine oder andere Molkerei mehr aus als noch im Juni dieses Jahres. Dem standen allerdings auch Preisrücknahmen gegenüber, die bis zu 0,7 Ct betragen haben. Dies war teils bei Käsereien, aber auch bei Unternehmen mit einem breiten Produktportfolio der Fall.

Wie stellten sich die Auszahlungsleistungen für ökologisch erzeugte Milch in den einzelnen Regionen dar? Und wie entwickelte sich die private Nachfrage nach Bio-Milchprodukten? Eine aktuelle Einschätzung finden Sie in einer ausführlichen Analyse in unserem Online-Dienst Markt aktuell Milchwirtschaft.

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Beitrag von Dr. Kerstin Keunecke
Marktexpertin Milch und Milchprodukte

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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