Deutschland | Blumen & Zierpflanzen | Handel

Gesamtmarktentwicklung schlägt nicht bei den Produzenten durch

29.05.2020 (AMI) – Die Corona-Krise hat auch den Blumen- & Zierpflanzenmarkt stark getroffen. Vor allem im März bangten viele Branchenmitglieder um Ihre Existenz. Doch bereits vor Corona näherten sich viele Produzenten dem Jahr 2020 nur vorsichtig optimistisch. Einen Rück- und ein Ausblick finden Sie in dieser Zierpflanzenerhebung.

Die Produktionsbetriebe in Deutschland, die an der aktuellen Frühjahresausgabe der AMI Anbauerhebung Produktions- und Wirtschaftstendenzen im Zierpflanzenbau teilgenommen haben, wirkten in vielerlei Hinsicht etwas vorsichtig. Zwar war das Jahr 2019 insgesamt stark, aber getragen von hohen Verbraucherausgaben. Viele Betriebe sorgten sich hinsichtlich der vielfältigen betrieblichen und politischen Herausforderungen und gaben insgesamt schlechtere Geschäftserwartungen als noch im Vorjahr an. Viele Trends, welche sich im Markt abzeichneten, finden sich auch in dieser Analyse bestätigt

Weniger Beet- und Balkonpflanzen

Der Beet- & Balkonpflanzenmarkt für das Jahr 2019 zeigte sich nach einem starken Jahr 2018 stabil. Die Teilnehmer der Befragung gaben sich, Ihre Umsätze betreffend, deutlich pessimistischer als im Vorjahr. Zwar soll die Produktionsmenge einiger Kulturen steigen, aber das Groß der Anbauer möchte die Produktion, insofern dies die Betriebsabläufe erlauben, einschränken. Insgesamt zeichnet sich der Druck auf dem Markt über alle Betriebstypen hinweg ab.

Schnittblumen mit besseren Umsätzen

Die Befragungsteilnehmer wollen die Produktion von Schnittblumen lediglich im Freiland-Anbau ausweiten. Demgegenüber soll die Schnittblumenfläche unter Glas gleich bleiben. Insgesamt zeigten sich die Schnittblumenbetriebe dennoch unzufriedener als im Vorjahr, was sich auch in der wenig positiven Schätzung des Geschäftsverlaufs abzeichnet. In der Nachbefragung zur Corona-Krise verstärkte sich der Effekt noch einmal deutlich.

Blühende Zimmerpflanzen bleiben schwierig

Der Zimmerpflanzenmarkt konnte knapp mit einem Plus und einem Gesamtmarktanteil von 1,5 Mrd. EUR aus dem Jahr heraustreten. Dennoch soll der Anbau von blühenden Zimmerpflanzen in Deutschland weiter leicht eingeschränkt werden. An grünen Zimmerpflanzen wollen die Betriebe 5 % mehr produzieren.

In diesem Jahr zeigten sich die Produzenten besonders unglücklich bei der Umsatzveränderung. Etwaige betriebliche Zusatzkosten konnten nicht direkt weitergegeben werden. Der Umsatz stagnierte oder sank bei den meisten Kulturen der Erhebung.

Investitionen uneinheitlich

Im Vergleich zur Vorerhebung stieg die Investitionssumme je Betrieb auf mehr als 87.000 EUR an. In der Planung sieht es jedoch gänzlich anders aus. Nach zwei investitionsreichen Jahren in Folge und auch hinsichtlich der Unsicherheiten bei Geschäftsverlauf und Preisentwicklung, möchten die teil-nehmenden Betriebe nur rund 7,6 Mio. EUR im Jahr 2020 investieren

Betriebe arbeiten bereits nachhaltig

In der Sondererhebung zum Thema Nachhaltigkeit stellte sich heraus, dass ein großer Teil der gartenbaulichen Betriebe nachhaltig arbeiten. Vor allem gezielter oder vermiedener Pflanzenschutz und Regionalität haben einen hohen Stellenwert bei den Gärtnern. Aber auch die Nachfrage an nachhaltigen Produkten muss vorhanden sein und bezahlt werden. In der Erhebung finden Sie eine detaillierte Analyse der Umfrageergebnisse.

Corona-Sonderumfrage

Die Corona-Krise hat auch den Blumen- & Zierpflanzenmarkt stark getroffen. Vor allem im März bangten viele Branchenmitglieder um Ihre Existenz. Deshalb wurde eine gesonderte Corona-Umfrage gestartet und der Geschäftsverlauf, die Preisentwicklung, Umsätze und die Produktentwicklung bei den Teilnehmern der PWZ erfragt. Die Ergebnisse wurden in der Logik der bestehenden Statistik weitergeführt und analysiert.

Behalten Sie den Überblick

Neben den Ergebnissen der Frühjahrserhebung können Sie im AMI Markt Report Anbauerhebung Zierpflanzen Frühjahr 2020 erfahren, wie das Jahr 2019 für den deutschen Zierpflanzensektor lief. Der Markt Report enthält detaillierte Produktionspläne für Schnittblumen (getrennt nach geschütztem und Freilandanbau), Zimmerpflanzen und Beet- & Balkonpflanzen. Die Pläne für 2019 reichen bis auf Kulturebene und bilden jeweils die wichtigsten Kulturen ab. Im Herbstsortiment der Beet- & Balkonpflanzen werden die Produktion und die Planung für Callunen gesondert beleuchtet.

Neben einem Überblick über den Gesamtmarkt wird auch das Verhalten der privaten Verbraucher und die Entwicklung der Einkaufsstätten betrachtet.

Haben Sie Interesse an den Produktions- & Wirtschaftstendenzen im Zierpflanzenbau 2019/20? Dann nutzen Sie die Bestellmöglichkeiten im Shop. Sollten Sie darüber hinaus Informationen benötigen, sprechen Sie uns an. Individuelle Analysen über Einzelprodukte und über das Einkaufsverhalten der privaten Verbraucher in Deutschland sind ebenso möglich.

Beitrag von Jens Quetsch
Marktexperte Gartenbau
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