Deutschland | Öko-Landbau | Handel

Fleischersatzprodukte werden immer konventioneller

26.06.2017 (AMI) – Die Umsätze mit Fleischersatz in Deutschland sind 2016 weiter gestiegen, aber nicht bei Bio-Tofu und Co., sondern bei konventionellem Fleischersatz. Die Produktion von pflanzlicher Wurst und pflanzlichem Schnitzel bei Rügenwalder, Wiesenhof, Meica und Co. zeigt sich auch in den Verkaufszahlen. Wenn die Kunden im LEH die Auswahl haben, dann greifen sie auch zum günstigeren konventionellen Produkt.

Seit 2015 holen konventionelle Hersteller auf

Die rückläufige Nachfrage nach ökologisch erzeugtem Fleischersatz startete schon 2015: Damals ist der Bio-Anteil am Fleischersatzmarkt schon von 71 auf 54 % gesunken. 2016 wurden nur noch 44 % der Fleischersatzprodukte in Bio-Qualität verkauft, so die AMI-Analyse auf Basis des GfK-Haushaltspanels. Besonders präsent am Markt sind die konventionellen Hersteller bei fleischanalogen Produkten wie „Wurst aufs Brot“ und „Schnitzel/Steak/Filet“. In den klassischen Tofu-Markt dagegen sind bisher weniger konventionelle Verarbeiter eingestiegen. Dort hatten Bio-Produkte 2016 einen Anteil von 93 %, 2015 waren es noch 97 %.

Fleischfrei heißt nicht automatisch vegan

Bei Tofu handelt es sich um ein klassisches Sojaprodukt, das demzufolge meist auch vegan produziert wird. Fleischanaloge Produkte dagegen können neben sojabasierten Rohstoffen aus den unterschiedlichsten pflanzlichen Eiweißkonzentraten bestehen. Auch Weizen und Pflanzenöle gehören in viele Rezepturen. Es gibt auch nicht-vegane Varianten, bei denen Milcheiweiß oder Eipulver verwendet wird. Neben den Hauptbestandteilen aus Soja, Seitan oder Lupinen stehen auch Wasser, Verdickungsmittel, Hühnereiklar, Aromen und Gewürze auf der Zutatenliste mancher Fleischersatzprodukte.

Bio-Fleischersatzprodukte werden inzwischen in allen Geschäftstypen angeboten, wobei der Naturkosthandel zwar Anteile verloren hat, aber nach wie vor die meisten Produkte verkauft. Bei konventionellen Fleischersatzprodukten haben die Vollsortimenter des LEH die Nase vor.

Sie sind interessiert an weiteren Details?

Weitere Details zum Fleischersatz und auch zum Markt für Milchersatzprodukte finden Sie in unserem Online-Dienst Markt aktuell Ökolandbau. Regelmäßig informieren wir dort mit Erzeugerpreisen, Verbraucherpreisen, Analysen, Kommentierungen über die Märkte von Bio-Milch, -Fleisch, -Getreide, -Obst, -Gemüse und -Kartoffeln.

Beitrag von Diana Schaack
Marktexpertin Öko-Landbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Öko-Landbau | Strukturdaten

Deutsche Bio-Fläche klettert auf Rekordhöhe

23.07.2020 (AMI) - Die deutsche Bio-Anbaufläche stieg 2019 auf insgesamt 1,61 Mio. ha an. Das ergeben die aktuellen Strukturdaten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Im September stellen die AMI Marktexperten die Strukturdaten detailliert vor.   Mehr

Deutschland | Öko-Landbau | Strukturdaten

Deutsche Bio-Fläche wächst auch 2019 weiter

17.07.2020 (AMI) – Die deutschen Öko-Flächen wurden 2019 auf gut 1,61 Mio. ha ausgeweitet, das ergeben die aktuellen Strukturdaten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).   Mehr

Deutschland | Öko-Landbau | Aktionspreise

Bio-Schweinefleisch verstärkt beworben

09.07.2020 (AMI) – Bessere Verfügbarkeit und verstärkte Listung: Bio-Schweinefleisch wird in den ersten Monaten 2020 deutlich stärker vom Handel beworben als noch vor einem Jahr.   Mehr

Deutschland | Bio-Obst | Marktversorgung

Bio-Erdbeeren sind stark in der Direktvermarktung

14.05.2020 (AMI) – Der Anbau von Bio-Erdbeeren in Deutschland wurde 2019 eingeschränkt. Im Vergleich zum Vorjahr schrumpfte die ertragsfähige Fläche um 60 ha, so das Statistischen Bundesamt (Destatis). Die Bio-Erdbeerernte im Freiland lag 2019 mit 2.570 t erheblich unter den Vorjahresmengen.   Mehr

Deutschland | Bio-Gemüse | Ernte

Bio-Gemüseanbau klettert auf Rekordniveau

30.03.2020 (AMI) - Die deutsche Bio-Gemüsefläche im Freiland stieg 2019 auf insgesamt 14.475 ha. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs der Anbau um 480 ha bzw. 3,4 %, so die Gemüseanbauerhebung des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Der Flächenzuwachs stammt im Wesentlichen aus der Anbauausweitung bei ökologisch erzeugtem Wurzel- und Knollengemüse. Bio-Möhren stellten hierbei die höchsten Flächenanteile.   Mehr

Europa | Bio-Gemüse | Bodennutzung

Bio-Gemüsefläche Europas auf Rekordstand

23.03.2020 (AMI) – Der Anbau von Bio-Gemüse in Europa ist im Jahr 2018 auf insgesamt 164.000 ha gewachsen. Dies bedeutet einen Flächenzuwachs von 3 % im Vergleich zum Vorjahr. Größter Bio-Gemüseproduzent in Europa ist mit Abstand Italien.   Mehr

Deutschland | Bio-Obst | Außenhandel

Bio-Äpfel: Importanteil nur noch bei 20 Prozent

12.03.2020 (AMI) - Die AMI betrachtet alljährlich die Importmengen der wichtigsten Bio-Rohstoffe nach Deutschland. Seit 2009 werden importierende Unternehmen in Deutschland nach Mengen und Herkunftsländern befragt. Mittlerweile ist die Liste der befragten Importeure auf 370 angewachsen. Welche Dimension die Importe für den jeweiligen Gesamtmarkt der Bio-Rohstoffe in Deutschland haben, ist nun in den aktuellen AMI Markt Charts umfangreich dargestellt.   Mehr

Deutschland | Bio-Milch | Anlieferung

Deutsche Bio-Milchproduktion wächst 2019 gedrosselt

03.03.2020 (AMI) – Die deutschen Landwirte haben 2019 gut 6 % mehr Bio-Milch angeliefert als im Jahr zuvor. Im Laufe des vergangenen Jahres haben sich in den Sommermonaten die höchsten Zuwachsraten zum Vorjahr ergeben.   Mehr

Deutschland | Öko-Landbau | Strukturdaten

Tiefer Einblick in den Bio-Markt: Aktuelle AMI Markt Bilanz Öko-Landbau 2020

02.03.2020 (AMI) - Seit Jahren steigt der Konsum von Bio-Lebensmitteln- und Getränken in Deutschland. Auch 2019 stiegen die Ausgaben der Verbraucher für Bio um fast 10 Prozent. Die Bio-Fläche in Deutschland wuchs mit 6 Prozent schwächer als in den Jahren zuvor.   Mehr

Europa | Öko-Landbau | Marktversorgung

Europäischer Bio-Markt knackt die 40 Mrd. EUR. Marke

19.02.2020 (AMI) - Die Europäer gaben 2018 rund 8 % mehr Geld für Bio-Produkte aus als im Jahr zuvor. Damit wuchs der Markt nach 3 Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten wieder etwas verhaltener. Durchschnittlich kauften die Europäer für 51 EUR im Jahr Bio-Produkte ein, in der EU waren es 73 EUR pro Jahr.   Mehr