Europa | Öko-Landbau | Marktversorgung

Europäischer Bio-Markt knackt die 40 Mrd. EUR. Marke

19.02.2020 (AMI) - Die Europäer gaben 2018 rund 8 % mehr Geld für Bio-Produkte aus als im Jahr zuvor. Damit wuchs der Markt nach 3 Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten wieder etwas verhaltener. Durchschnittlich kauften die Europäer für 51 EUR im Jahr Bio-Produkte ein, in der EU waren es 73 EUR pro Jahr.

In ganz Europa wurden 2018 Bio-Lebensmittel im Wert von 40,7 Mrd. EUR gekauft, in der EU 28 waren es 37,4 Mrd. EUR. Dies sind die Ergebnisse der gemeinsamen Auswertung des Forschungsinstitutes für biologischen Landbau (FiBL) und der AMI. Auch wenn das Wachstum 2018 schwächer ausfiel, zeigten viele Länder wie Belgien, Dänemark, Frankreich und die Schweiz erneut zweistellige Wachstumsraten. Spitzenreiter war in diesem Jahr wieder Frankreich, wo der Markt um 15 % zulegte, gefolgt von der Schweiz und Dänemark mit je rund 13 % Zuwachs. Weiterhin sind die Handelsketten in allen Ländern aktiv und weiten ihre Sortimente aus.

Dänemark führt bei Bio-Anteil

Nach wie vor sind europäische Länder Weltmeister beim Marktanteil von Bio-Produkten. Dänemark lag 2018 mit 11,5 % Bio-Anteil am Lebensmittelmarkt mit Abstand vorn, gefolgt von der Schweiz mit 9,9 %, Schweden mit 9,6 % und Österreich mit 8,9 %. Deutschland steht mit 5,3 % Marktanteil an sechster Stelle in Europa.

Das meiste Geld für Bio-Produkte pro Person, gaben die Dänen und die Schweizer (je 312 EUR) aus, gefolgt von den Schweden (226 EUR) und Österreichern (215 EUR). Die Franzosen haben Deutschland inzwischen überholt, so dass Deutschland mit 132 EUR Ausgaben für Bio-Lebensmittel an achter Stelle in Europa liegt.

Über 15,6 Mio. ha werden biologisch bewirtschaftet – Spanien hat die größte Biofläche

2018 wurden in Europa 15,6 Mio. ha biologisch bewirtschaftet (Europäische Union: 13,8 Mio. ha). Mit 2,2 Mio. ha ist Spanien nach wie vor das Land mit der größten Biofläche in Europa, gefolgt von Frankreich (2,0 Mio. ha) und Italien (2,0 Mio. ha).

Die Bio-Fläche nahm in Europa um 1.25 Mio. ha und in der Europäischen Union um eine Million Hektar zu, was einem Zuwachs von 8,7 % in Europa und 7,6 % in der Europäischen Union entspricht. Im Jahr 2018 kamen in Frankreich mehr als 290.000 ha Bio-Fläche hinzu und in Spanien mehr als 160.000 ha.

Liechtenstein hat den höchsten Bio-Anteil weltweit

Die Bio-Fläche macht in Europa 3,1 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche und in der Europäischen Union 7,7 % aus. In Europa (und weltweit) weist Liechtenstein mit 38,5 % den höchsten Bio-Anteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche auf, gefolgt von Österreich, dem Land in der Europäischen Union mit dem höchsten Bio-Anteil (24,7 %). Zehn europäische Länder gaben an, dass mindestens 10 % ihrer Landwirtschaftsfläche biologisch bewirtschaftet werden.

Beitrag von Diana Schaack
Marktexpertin Öko-Landbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Bio-Milch | Anlieferung

Bio-Milchanlieferung mit rückläufigen Zuwachsraten

05.10.2018 (AMI) – Im Juli 2018 lieferten die inländischen Erzeuger 20,8 % mehr Bio-Milch an deutsche milchwirtschaftliche Unternehmen als im Vorjahresmonat. Die Anlieferung im Juli 2018 belief sich auf 97,4 Mio. kg und folgt dem bisher durchaus üblichen saisonalen Verlauf.  Mehr

Deutschland | Bio-Rinder | Preise

Schlachtkuhpreise gefallen

01.10.2018 (AMI) – Das Angebot an Schlachtkühen ist im August insbesondere in den trockenen Regionen im Norden und Osten gestiegen. Auch hier macht sich die mangelnde Raufutterverfügbarkeit bemerkbar und die Milchbauern sortieren ihre Herden aus.  Mehr

Deutschland | Bio-Milch | Erzeugung

Bundesländer zeigen sehr unterschiedliches Wachstum

17.09.2018 (AMI) – Im ersten Halbjahr 2018 lieferten die deutschen Erzeuger 26,6 % mehr Bio-Milch an deutsche milchwirtschaftliche Unternehmen als im Vorjahr. Die Steigerungsraten zum Vorjahr fielen in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich hoch aus.   Mehr

Deutschland | Bio-Milch | Anlieferung

Gehen die Bio-Milchmengen bald zurück?

14.09.2018 (AMI) – Vor dem Hintergrund der hohen Mengenzuwächse im ersten Halbjahr 2018 ist es spannend, die weitere Bio-Milchanlieferung in Deutschland bis zum Ende des Jahres einzuschätzen. Hier wird die Futterversorgung in der zweiten Jahreshälfte eine entscheidende Rolle spielen.  Mehr

Deutschland | Bio-Milch | Anlieferung

Bio-Milchanlieferung im Juni rückläufig

04.09.2018 (AMI) – Im Juni 2018 lieferten die inländischen Erzeuger erheblich weniger Bio-Milch an deutsche milchwirtschaftliche Unternehmen als noch im Mai dieses Jahres. Dieser Monat war allerdings auch von Spitzenmengen geprägt.   Mehr

Deutschland | Bio-Getreide | Erzeugerpreise

Preisfindung noch schwierig

24.08.2018 (AMI) – Die Preisfindung für Bio-Getreide gestaltet sich noch schwierig. Denn auch wenn die Ernte früher eingefahren wurde als sonst, sondieren die Landwirte und Erzeugergemeinschaften noch ihre Qualitäten und Mengen, bevor neue Verträge gemacht werden können.  Mehr

Deutschland | Bio-Kartoffeln | Marktversorgung

AMI-Experte gibt Interview am Treffpunkt Öko-Kartoffeln

22.08.2018 (AMI) - Auf der PotatoEurope 2018 können sich die Besucher am 12. und 13. September rund um den Kartoffelanbau informieren. Zum Auftakt einer Reihe von Experteninterviews wird AMI-Marktexperte Christoph Hambloch zum Thema Bio-Kartoffeln zum Interview bereitstehen.  Mehr

Deutschland | Bio-Obst | Marktversorgung

Ernteaussichten bei Bio-Äpfeln verschlechtert

07.08.2018 (AMI) – Der deutsche Bio-Obstbau ächzt unter den hohen Temperaturen und dem anhaltenden Wassermangel. Kenner der Branche sind mittlerweile skeptisch, ob die im Juni verabschiedete Prognose für die jetzt anstehende Ernte von Äpfeln und Birnen aus ökologischer Erzeugung noch realistisch ist.  Mehr

Deutschland | Öko-Landbau | Angebot

Trockenheit verknappt Bio-Futter

26.07.2018 (AMI) – Die lang anhaltende Trockenheit in Deutschland und den Nachbarländern sorgt bei den Bio-Rinderhaltern für Probleme bei der Futterversorgung. So werden Bio-Absetzer aus der Mutterkuhhaltung verkauft statt gemästet, und auch die ersten Bio-Milchkühe kommen früher zur Schlachtung als geplant. Die Schweine- und Geflügelhalter dagegen warten noch auf die tatsächlichen Getreideerntemengen mit der entsprechenden Preisfindung.   Mehr

Deutschland | Bio-Getreide | Import

Importanteil bei Bio-Weizen liegt bei 34 %

24.07.2018 (AMI) – Weizen war im Wirtschaftsjahr 2016/17 nach wie vor das bedeutendste Importgut unter allen Bio-Getreidearten. Rund 34 % des Bio-Weizen stammten 2016/17 aus dem Ausland und damit zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Rumänien und die Ukraine sind die bedeutendsten Lieferanten für Bio-Weizen.   Mehr