Deutschland | Frische Lebensmittel | Verbraucherpreise

Lebensmittelteuerung steigt nur noch moderat

27.09.2019 (AMI) – Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg der Teuerungsrate frischer Lebensmittel fällt diese im aktuellen Monat moderat aus. Während vor allem Fleisch die Teuerung treibt, wirken Milch, Milchprodukte, Eier, Obst und Gemüse dieser entgegen.

Basierend auf den ersten drei Septemberwochen zahlen die Verbraucher für frische Lebensmittel, dem AMI-Frischeindex zufolge, 0,6 % mehr als im Vorjahr.

Unveränderte Butterpreise trotz höherer Molkereiabgabepreise

Seit dem Monatswechsel gelten wieder neue Kontrakte zwischen den Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) für Butter. Auf den vorgelagerten Stufen sind die Preise gestiegen. Erhöhungen von bis zu 10 Ct wären für das 250-Gramm-Päckchen Deutsche Markenbutter auf Verbraucherebene möglich gewesen. Doch es wurde keine Anpassung der Ladenpreise vorgenommen. Deutsche Markenbutter kostet somit unverändert 1,29 EUR/250 g. Zwischenzeitlich konnte die AMI in der 36. KW 2019 Preismeldungen von 1,39 EUR/250 g im Discounter Norma verzeichnen. Diese wurden jedoch zeitnah zurückgenommen. Die Preise für Bio-Butter und Streichmischfette sind ebenfalls unverändert. Die Preise für Deutsche Markenbutter liegen zurzeit weit unter dem Vorjahresniveau. Im September 2018 zahlten die Verbraucher für das 250-Gramm-Päckchen 1,95 EUR. Dies wirkt sich auch auf die Teuerungsrate von Milch und Milchprodukten insgesamt aus. Die Verbraucher zahlen für Produkte aus dieser Warengruppe durchschnittlich 7,8 % weniger als im Vorjahr.

Äpfel sind zum ersten Mal wieder teurer

Für frisches Obst zahlen die Verbraucher 1,2 % weniger als im Vorjahr. Zum ersten Mal seit August 2018 kosten Äpfel dagegen wieder mehr als im Vorjahr. Diese verteuern sich im aktuellen Monat um etwa 4 % gegenüber September 2018. Im aktuellen Saisonverlauf wurden sie dagegen günstiger. In diesem Jahr wird von einer deutlich kleineren Apfelernte ausgegangen als 2018. Ersten Schätzungen der World Apple and Pear Association zufolge wird EU-weit die kleinste Apfelernte der vergangenen 20 Jahren erwartet. Dies wirkt sich nun auch auf die Apfelpreise in Deutschland aus. Bei Birnen ist Deutschland auf ausländische Ware angewiesen. Auch hier wird europaweit eine kleinere Ernte erwartet, die sich auf die Verbraucherpreise auswirken wird. Zurzeit fällt die Teuerung mit 0,7 % moderat aus. Während die Verbraucher für Kernobst mehr bezahlen als im Vorjahr, sind andere Obstsegmente günstiger erhältlich. So sparen diese zum Beispiel beim Kauf von Beeren- und Steinobst. Vor allem Heidelbeeren liegen mit einem Minus von knapp 33 % weit unter dem Vorjahresniveau. Der Großteil an Heidelbeeren stammt zurzeit aus Übersee.

Wenn Sie Informationen zur Preisentwicklung von weiteren frischen Lebensmitteln auf Verbraucherebene benötigen, nehmen Sie Kontakt mit den Marktexperten der Verbraucherforschung auf.


Beitrag von Judith Dittrich
Marktexpertin Verbraucherforschung

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Speisekartoffeln | Haushaltsnachfrage

Enttäuschender Auftakt der Bevorratungsaktionen mit Kartoffeln

28.10.2021 (AMI) – Anders als in anderen Jahren fruchteten die vielen Sonderaktion im LEH mit Kartoffeln in größeren Packungseinheiten im September kaum. Die Einkäufe privater Haushalte sanken um 7,8 %, sowohl gegen über 2020 als auch 2019.   Mehr

Deutschland | Fruchtgemüse | Haushaltsnachfrage

Fruchtgemüse: An der Spitze, aber nicht mehr steigend

19.08.2021 (AMI) – Gut 40 % der Verbraucherausgaben für Frischgemüse entfallen in Deutschland auf Fruchtgemüse. Bezogen auf die ganze Obst- und Gemüseabteilung (inkl. Kartoffeln) sind es immerhin noch 19 %. Kein anderes Segment hat eine ähnlich hohe Bedeutung für den Einzelhandel. Das stark boomende Beerenobst folgt in weitem Abstand auf Platz 2 mit knapp 10 % der Verbraucherausgaben. Im Gegensatz zum Beerenobst konnte Fruchtgemüse in den vergangenen Jahren seinen Marktanteil aber nicht mehr ausbauen.   Mehr

Deutschland | Milch & Milchprodukte | Haushaltsnachfrage

Fertigdesserts und Milchgetränke gefragt

21.07.2021 (AMI) – Im ersten Halbjahr 2021 kam es zu Verschiebungen bei den Einkaufsmengen der privaten Haushalte. Vor allem Milchprodukte aus dem Convenience-Bereich waren gefragt. Produkte der weißen Linie und Butter zeigten hingegen deutliche Rückgänge. Bei nahezu allen Produkten sind die Preise auf der Verbraucherebene gestiegen.   Mehr

Deutschland | Frische Lebensmittel | Verbraucherpreise

Lebensmittelpreise im Mai knapp über Vorjahr

02.06.2021 (AMI) – Für frische Lebensmittel zahlten die Verbraucher im vergangenen Monat etwas mehr als vor einem Jahr. Doch nicht alle Frische-Warengruppen verteuerten sich im Mai. Bei einzelnen fiel das Preisniveau niedriger aus als vor einem Jahr.   Mehr

Deutschland | Milch & Milchprodukte | Haushaltsnachfrage

Uneinheitliche Entwicklungen bei den Einkaufsmengen

19.05.2021 (AMI) – Im ersten Quartal 2021 haben die Verbraucher in Deutschland vor allem mehr Käse, Butter und Trinkmilch nachgefragt. Bei den Milchfrischprodukten hingegen überwogen rückläufige Tendenzen. Die Preise sind dabei zumeist gestiegen.   Mehr

Deutschland | Eier | Verbraucherpreise

Eier sind im April teurer geworden

14.05.2021 (AMI) – Ganz anders als in den Jahr zuvor erfolgte im April eine Preisänderungen auf Verbraucherebene für Eier. Diese war jedoch unabhängig von den neuen Kontrakten.   Mehr

Europa | Gemüse | Haushaltsnachfrage

Das rote Gold in Zeiten von Corona

29.04.2021 Tomaten sind in fast allen Ländern Europas die Nummer Eins bei Einkaufsmenge und Verbraucherausgaben für frisches Gemüse. Überdurchschnittlich hohe Anteile gibt es in Polen und Spanien. Dort entfallen jeweils 23 % der Einkaufsmenge von Frischgemüse auf Tomaten. Frankreich, Italien, Deutschland, Österreich und Belgien bilden ein Mittelfeld mit 14% bis 16 %. Das Vereinigte Königreich (11 %) und die Niederlande (10 %) bilden die Schlusslichter.   Mehr

Deutschland | Milch & Milchprodukte | Haushaltsnachfrage

Konsum von Milchprodukten beflügelt

28.04.2021 (AMI) – In Deutschland wurden 2020 wieder mehr Milcherzeugnisse verzehrt. Bei Butter und Konsummilch zeigten sich nach längerfristigen Rückgängen erstmals wieder Zunahmen. Ursächlich hierfür war größtenteils der Corona-bedingt verstärkte Inhouse-Konsum.   Mehr

Deutschland | Frische Lebensmittel | Haushaltsnachfrage

Direktvermarktung entwickelt sich 2020 positiv

23.04.2021 (AMI) – Die Verbraucher haben im vergangenen Jahr wieder vermehrt frische Lebensmittel direkt beim Erzeuger vor Ort eingekauft. Zuvor hatte sich die Direktvermarktung von Nahrungsmitteln dagegen rückläufig entwickelt.   Mehr

Deutschland | Frische Lebensmittel | Haushaltsnachfrage

Der Lebensmitteleinkauf in der Pandemie

16.04.2021 (AMI) – Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen veränderten 2020 das Konsumverhalten der Verbraucher kräftig. Statt Kantine oder Restaurant hieß es besonders während der Lockdowns für viele Haushalte „Ran an den Herd!“.   Mehr