Deutschland | Frische Lebensmittel | Index

Negative Teuerungsrate schwächt sich bei frischen Lebensmitteln weiter ab

29.10.2026 (AMI) – Die Verbraucher können frische Lebensmittel im Oktober erneut günstiger einkaufen. Allerdings reduziert sich der Abstand zum Vorjahr. Preissenkungen, aber auch anziehende Preise bestimmen im Oktober das Bild im LEH.

Dem AMI-Frischeindex zufolge sparen die Verbraucher bei ihrem Einkauf von frischen Lebensmitteln in den ersten dreieinhalb Oktoberwochen 1,3 % gegenüber dem Vorjahr. Weiterhin sind vor allem die günstigeren Molkereiprodukte hierfür verantwortlich. Währenddessen verzeichnen Kartoffeln, Eier und Gemüse hohe Preisaufschläge.

Rindfleisch ist erstmals wieder günstiger

Das erste Mal seit März 2024 fällt die Teuerungsrate für frisches Rindfleisch in den negativen Bereich. In den ersten dreieinhalb Oktoberwochen zahlen die Verbraucher dem AMI-Frischeindex zufolge 1,1 % weniger für Artikel dieser Warengruppe. In den vergangenen zwei Jahren hatte teureres Rindfleisch maßgeblich zur Inflation im Frischebereich beigetragen. In der längerfristigen Entwicklung wirkten sich die stark gesunkenen Rinderbestände in Deutschland und die dadurch verringerten Schlachtzahlen auf die Marktsituation aus. Das nun niedrigere Verbraucherpreisniveau ist allerdings nicht auf eine aktuelle Preisrunde zurückzuführen, sondern auf eine Anpassung im Vorjahr. Im Oktober 2025 hatten sich verschiedene Hackfleischartikel im Basissortiment des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) verteuert. Aufgrund der damaligen Preisbewegung sowie in Folge der Preisreduzierungen in den vergangenen Monaten ist nun die Teuerungsrate in den negativen Bereich gefallen.

Preisnachlass bei Fleischwaren und Wurst

Aktuelle Preisanpassungen gibt es jedoch in der Warengruppe Fleischwaren/Wurst. Bei verschiedenen Artikeln wie Salami, Wiener Würstchen, Leberwurst oder Mettwurst hat der LEH in seinem Basissortiment den Rotstift angesetzt. So kostet die 200 g Packung Salami im führenden Discounter nun 7,95 EUR/kg statt 8,45 EUR/kg. In den ersten dreieinhalb Oktoberwochen liegen die Verbraucherpreise für Artikel dieser Warengruppe 3,2 % unter dem Vorjahresniveau. Mit Schweinefleisch als Hauptbestandteil reagiert diese Warengruppen auf die Entwicklungen am Schweinemarkt. Dieser steht kräftig unter Druck, da das Angebot die Nachfrage bei weitem übersteigt. Insbesondere in der EU ist der Markt deutlich überversorgt. Denn unter anderem ist der Export in einigen Ländern aufgrund der dort herrschenden Afrikanischen Schweinepest erschwert. Bereits das ganze Jahr über liegen die Erzeugerpreise in Deutschland unter dem Vorjahresniveau.

Kartoffeln mit der höchsten Teuerungsrate

Im Oktober lösen Kartoffeln die Warengruppe Eier mit der höchsten Teuerungsrate im Frischebereich ab. In den ersten Wochen liegen die Verbraucherpreise 24,9 % über dem Vorjahresniveau. Hintergrund ist vor allem die im Vergleich zum Vorjahr deutlich engere Versorgungslage. Während 2025 ein reichliches Angebot den Markt belastete, ist das Angebot derzeit spürbar knapper.

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, wenn Sie Interesse an der Preisentwicklung im Frischebereich haben. Wir stellen Ihnen die Daten individuell und passend für Ihren Bedarf zusammen.

Beitrag von Judith Dittrich
Marktexpertin Verbraucherforschung

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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