Deutschland | Raps | Angebot

Feste Preise bei verhaltenen Umsätzen am Inlandsmarkt

11.07.2019 (AMI) – Schwache Rapsernteprognosen für Teile der EU, einschließlich Ostdeutschland, geben den hiesigen Kassapreisen Auftrieb. Doch mit steigendem Angebot aus der Ukraine, muss das nicht so weitergehen.

Die Rapsterminkurse tendieren fester, in den vergangenen beiden Handelstagen haben sie 5 EUR/t an Wert gewonnen, auf Wochensicht steht mit 368 EUR/t sogar ein Plus von 6,75 EUR/t. Bullisch wirkt unter anderem die neuste Ernteschätzung für Frankreich. FranceAgriMer geht für 2019 von einer Rapsernte in Höhe von 3,6 Mio. t aus, während im Vorjahr 4,95 Mio. t zusammenkamen. Dafür sind Flächenrückgängen und Ertragseinbußen infolge Schädlingsbefall und Hitzewelle verantwortlich. Auch in anderen EU-Staaten werden Rückgänge erwartet, in Ostdeutschland, Nordpolen sowie den baltischen Staaten und besonders in Litauen haben Hitze und Trockenheit Ertrag gekostet. Die EU insgesamt wird vielleicht keine 18 Mio. t Raps ernten; 17,86 Mio. t lautet die aktuelle Schätzung des Händlerverbands Coceral. Den Importbedarf könnte das auf bis zu 6 Mio. t steigen lassen und dürfte hauptsächlich aus der Ukraine, die dabei ist, eine Rekordernte einzufahren, gedeckt werden.

Raps aus der Ukraine von großer Bedeutung für den deutschen Markt

Für die Rapsversorgung in Deutschland gewinnt die Ukraine zunehmend an Bedeutung. Im Wirtschaftsjahr 2018/19 bis April lieferte sie fast 733.000 t zu uns, so die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts, während es im Vorjahr 648.000 t, davor gerade einmal 174.000 t und 2015/16 sogar bloß 31.500 t waren. Die Ukraine hat sich nach Frankreich zur bedeutendsten Rapsherkunft für Deutschland entwickelt und dürfte in der Saison 2019/20 dank großer Ernte und entsprechend größeren Überschüssen sogar noch mehr liefern.

Wie groß wird die Rapsernte in Deutschland und der EU letztlich ausfallen? Wie groß fällt dementsprechend die Versorgunglücke 2019/20 aus? Und wird das Angebot aus der Ukraine reichen, diese zu füllen? Das sind Fragen, mit denen sich die AMI-Markexperten in den kommenden Wochen auseinandersetzen werden. Die Ergebnisse können Sie dann in Marktlagen und Analysen auf den Seiten des AMI Onlinedienstes Markt aktuell Ölsaaten und Bioenergie nachlesen. Dort erwarten Sie außerdem ausführliche Preistabellen und viele weitere aktuelle Informationen zu den Ölsaatenmärkten. Sichern Sie sich jetzt Ihren Informationsvorsprung und abonnieren Sie den Onlinedienst schon ab 3 Monaten Laufzeit noch heute. Hier geht es zum Shop.

Beitrag von Steffen Kemper
Produktmanager Agribusiness

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Europa | Getreide | Kursentwicklung für Weizen und Mais

Paris kann nicht mehr mithalten

22.07.2021 (AMI) – Die Pariser Weizenkurse legten nach der tagelangen Verfolgungsjagd eine Pause ein. In Europa sieht die Lage bei weitem nicht so schlecht aus wie in den USA.   Mehr

Welt | Soja | Kursentwicklung für Soja und Raps

Chicago: Schwankende Kurse

22.07.2021 (AMI) – Trockenheit und Hitze in den US-Sojagebieten, sowie schwächelnde südamerikanische Konkurrenz treiben die Kurse, schaffen es aber nicht, die Schwäche, ausgelöst durch den Kursrutsch beim Rohöl auszugleichen.   Mehr

Welt | Ölsaaten | Terminkontrakte

Überhitzter Rapsmarkt

21.07.2021 (AMI) – Die erneut pessimistischen Aussichten auf eine gute Rapsernte treiben die Notierungen kräftig nach oben. Zugpferd sind die kanadischen Canola-Kurse, die neue Rekordmarken erreichen und auch Raps in Paris auf ein Allzeithoch trieben.   Mehr