Deutschland | Kartoffeln | Marktversorgung

Kartoffelmarkt zunächst gut ausreichend versorgt

06.12.2019 (AMI) – Aktuell gibt es genug Kartoffeln am Markt. Vorräte werden aber flott geräumt. Die verschiedenen Verwendungsbereiche konkurrieren um den Rohstoff. Dessen Ausbeute hat großen Einfluss auf die Versorgungslage. Die AMI Markt Bilanz Kartoffeln erklärt und illustriert wichtige Angebots- und Nachfragetrends der jüngsten Zeit.

Mit 10,4 Mio. t Kartoffeln ist die Ernte in Deutschland vorläufigen Angaben zu Folge zwar wesentlich größer als im Vorjahr ausgefallen, groß ist sie dennoch nicht. Sie reicht locker für den Inlandsbedarf, da aber auch Kunden im Ausland sowohl frische Ware in Deutschland abrufen als auch hiesige Kartoffelprodukte kaufen, müssen immer gewisse Mengen importiert werden. Je nach Region und Erzeugnis sind die Warenströme sehr unterschiedlich und sie unterliegen auch nicht den gleichen Tendenzen. Was sich im Detail so tut, kann in den Statistiken im gerade erschienenen Jahrbuch AMI Markt Bilanz Kartoffeln nachgelesen werden. Dort bringen Analysen zu Frühkartoffeln, Biokartoffeln und zum Gesamtmarkt die Fakten außerdem in einen übersichtlichen Zusammenhang und zwar EU-weit.

Ein Trend ist der ständige Rückgang der Kartoffeleinkäufe privater Haushalte, wenn auch nicht gleichermaßen in allen Verkaufsstätten. Dem steht die Menge des Rohstoffverbrauchs der Abpackbetriebe gegenüber, die je nach Ausbeute von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich sein kann. Aus der Ernte 2018 wurde quasi alles irgendwie verwertet, auch im Frischesektor, so dass der Rohstoffverbrauch an Speisekartoffeln für Frischverzehr und Kartoffelprodukte drastisch gegenüber dem Überschussjahr 2017/18 zurückging. In jenem Jahr wurde die Rohware sehr großzügig sortiert und am Ende 5,0 Mio. t verbraucht, dann waren es nur 4,6 Mio. t und 2019/20 dürfte es wieder etwas mehr werden.

Ein wieder aufstrebender Sektor ist die Stärkekartoffelindustrie. Der fehlt aber auch 2019/20 wieder Rohstoff. Der fließt eher in die Herstellung anderer Nahrungsmittel, deren Produktionsvolumen im vergangenen Wirtschaftsjahr auf diese Weise aufrechterhalten werden konnte.

Für die Anbauplanung 2020 sollte ein Blick auf den inzwischen in Deutschland aber auch im EU-Ausland erreichten Anbauumfang und das in guten Jahren mögliche Ertragsniveau geworfen werden. Hier zeigt sich, dass in einem Sommer ohne extreme Hitze und Dürre oder mit mehr Beregnung inzwischen Ernten heranreifen könnten, die viel zu groß sind. Was das für die Preise bedeutet können Leser in der Markt Bilanz Kartoffeln 2019/20 den Kursverläufen früherer Jahre entnehmen.



Beitrag von Christoph Hambloch

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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