Deutschland | Speisekartoffeln | Haushaltsnachfrage

Verbraucher kaufen immer weniger Kartoffeln

23.01.2020 (AMI) – Im Jahr 2019 sanken die Kartoffeleinkäufe der privaten Haushalte weiter. Sie gingen gegenüber dem Vorjahr um 4 % zurück. Dazu trug auch ein relativ schwacher Verkauf im Dezember bei. Vor allem das Geschäft zu Weihnachten blieb schwächer.

Private Kartoffeleinkäufer hielten sich 2019 im Prinzip in allen Absatzkanälen des LEH und auch darüber hinaus zurück. Discounter verloren noch am wenigsten. Im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) war der Rückgang bei den SB-Warenhäusern am größten. Wie die Auswertung des GfK-Haushaltspanels durch die AMI zeigt, gibt es aber je nach Unternehmen größere Unterschiede. Außerhalb des LEHs gab es mit den Wochenmärkten ein Segment mit steigenden Kartoffeleinkäufen der privaten Haushalte. Die scheinen ihren in 2018 erreichten Tiefststand überwunden zu haben. Mit deutlichen Zuwächsen stellt sich auch das Geschäft im Online-Handel dar, der aber nur einen sehr geringen Absatzanteil auf sich bindet.

Mehr Biokartoffeln

Ein deutliches Wachstum zeigte 2019 wieder das Segment der Biokartoffeln, deren Absatz kräftig zulegte. Ihr Anteil am Verkauf frischer Kartoffeln blieb aber deutlich unter 10 %.

Es gibt bei den Entwicklungen auch deutliche regionale Unterschiede. Dort, wo schon wenig Kartoffeln pro Kopf eingekauft werden, ist der Rückgang oft geringer als da, wo die Nachfrage noch relativ groß ist.

Wie in hochpreisigen Jahren üblich, mag ein Teil des Absatzrückgangs einer veränderten Sortimentspolitik in Bezug auf die Verpackungsgröße geschuldet sein. So verlor der 2,5 kg-Beutel, wohingegen die 2 kg-Einheit zulegte. Auch der 1,5 Kg-Beutel gewann an Bedeutung. Bei den größeren Einheiten schwand der Absatz im 10 kg-Sack zu Gunsten des 7,5 kg-Sacks.

Bei den Kochtypen zeigt sich schon seit Jahren, dass der Anteil festkochender Speisekartoffeln immer weiter steigt. Regionale Vorlieben für die Kocheigenschaft bleiben aber deutlich

Mit den AMI-Analysen des GfK-Haushaltspanels ist es möglich, Märkte in unterschiedlichsten Aufrissen darzustellen und Fragen auf viele Antworten von den Experten der AMI-Marktforschung zu bekommen: Wie entwickelt sich die Bedeutung eines Geschäftstyps für den Nahrungsmittelabsatz? Welche Produkte sind in bestimmten Regionen gefragt? Was muss unbedingt in Bio-Qualität in die Regale? Welche Bevölkerungsgruppen kaufen welche Produkte? Wie groß sind einzelne Marktsegmente?


Beitrag von Christoph Hambloch

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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