Deutschland | Kohlgemüse | Angebot

Heißer Sommer schmälert Erträge bei Kopfkohl

25.10.2018 (AMI) – Nachdem die Witterung zuletzt auf Herbst umgeschlagen ist, rücken Herbst- und Wintergemüse stärker in den Fokus der Verbraucher. Davon können auch Weiß- und Rotkohl profitieren. Doch kann die Nachfrage in diesem Jahr ausreichend gedeckt werden?

Der trockene Hitzesommer setzte wie vielen anderen Gemüsekulturen auch dem Kopfkohl zu. Nach dem regenreichen Sommer mit hohen Erträgen im vergangenen Jahr war die Wachstumsperiode in diesem Jahr genau vom Gegenteil geprägt. In allen Regionen Deutschlands fehlen Niederschlagsmengen, was sich besonders bei den späten Anbausätzen bemerkbar macht. So sind die Erzeuger vom Regen in die Traufe gekommen. Nach bisherigen Schätzungen wird von Ertragseinbußen zwischen 10 und 15 % gegenüber einer durchschnittlichen Ernte ausgegangen. Im Vergleich zum ertragsreichen Vorjahr wird von einem Defizit von 25 % gesprochen. Selbst das Verschieben des Erntetermins in die zweite Oktoberhälfte brachte nicht den gewünschten Effekt, da die erhofften Niederschläge ausblieben. Aktuell läuft die Ernte in vielen Anbaugebieten. Die Kopfgewichte fallen aber deutlich kleiner aus als sonst. Daher kann auch die Sauerkonservenindustrie nicht auf die geplanten Mengen aus den regionalen Produktionen zurückgreifen. In einigen Betrieben herrscht bereits Kurzarbeit.

Die knappe Angebotslage spiegelt sich im Preisniveau wider. Nicht nur die Erzeugerpreise liegen deutlich über dem Vorjahresniveau, auch auf der Endhandelsstufe zeigen sich Effekte. Aktuell bezahlen die Verbraucher für Weißkohl 44 % mehr als im Vorjahr.

Anrainer haben weniger Kopfkohl

Über die Grenzen Deutschlands hinaus verhält es sich ähnlich. Viele Gebiete in Europa sind von der Hitze und Trockenheit betroffen. In Polen wie auch in den Niederlanden werden die Erträge für Weißkohl, ähnlich wie in Deutschland, um 25 % niedriger als im Vorjahr eingeschätzt. Der Exportmarkt scheint damit offener zu sein als in den Vorjahren zu sein.

Wie werden sich die Preise weiter entwickeln? Stehen ausreichende Mengen für den Inlands- wie auch den Exportmarkt zur Verfügung? Braucht die Industrie noch Ware? In der wöchentlich erscheinenden AMI Markt Woche Kopfkohl finden Sie umfangreiche Informationen zu nationalen und internationalen Marktlage von Kopfkohl. Nutzen Sie noch heute die Bestellmöglichkeiten im Shop.

Beitrag von Gabriele Held
Marktexpertin Gartenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Bio-Milch | Marktversorgung

Wie geht es weiter bei Bio-Milch? Die Antworten erhalten Sie auf dem AMI Web-Seminar

07.05.2021 (AMI) – Die Bio-Milchanlieferung in Deutschland steigt 2021 nach der großen Umstellungswelle in den vergangenen Jahren das zweite Jahr in Folge nur noch verhalten. Anders sieht es mit der privaten Nachfrage aus, die nicht zuletzt wegen der Corona-Maßnahmen erheblich zugunsten von Bio gestiegen ist. Wohin geht 2021 die Reise bei Bio-Milch?   Mehr

Deutschland | Schweine | Marktversorgung

Die EU erzeugt mehr Schweinefleisch

06.05.2021 (AMI) – Obwohl das Jahr 2020 die gesamte Branche vor große Probleme gestellt hat, nahm die europaweit erzeugte Menge an Schweinefleisch dennoch zu. Einerseits kamen erneut mehr Tiere zur Schlachtung, andererseits lagen die Schlachtgewichte durchschnittlich rund 900 g höher.   Mehr

Deutschland | Öle | Strukturdaten

Der Speiseölmarkt im Fokus

04.05.2021 (AMI) – Der Markt für Speiseöle und -fette in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Die AMI-Marktexperten haben die entscheidenden Entwicklungen analysiert und aktuelle Verbrauchertrends herausgearbeitet.   Mehr