Deutschland | Raps | Erzeugerpreise

Preisaufrieb am Rapsmarkt hält an

21.01.2020 (AMI) – Obwohl die Unterstützung aus Paris nachgelassen hat, haben sich die Rapspreise in Deutschland weiter deutlich befestigt. Gehandelt wird dennoch nicht viel, da die meisten Erzeuger mittlerweile ausverkauft sind. Termine ex Ernte 2020 rücken allmählich stärker in den Fokus der Marktteilnehmer.

In den meisten Regionen Deutschlands berichten Marktteilnehmer von einem äußerst knappen Rapsangebot aus der Ernte 2019. Viele Erzeuger sind ausverkauft oder halten nur noch Restmengen in Spekulation auf weitere Preissteigerungen zurück. Doch die Zahl derer, die auf weitere Preissteigerungen in den kommenden Wochen setzen, wird kleiner, denn schließlich hat Raps in den zurückliegenden Wochen einen regelrechten Höhenflug hingelegt – der Markt bzw. die Preise scheinen überhitzt. Außerdem kam die Unterstützung im Wesentlichen von den festeren Terminkursen in Paris und hier deutet sich möglicherweise eine Trendwende an: In der 3. Kalenderwoche hatten die Notierungen nach zuvor mehrtägiger Hausse den Rückwärtsgang eingelegt.

Aus dem Markt ist zu vernehmen, dass die jüngsten Preissteigerungen auf Erzeugerstufe nur geringe Mengen mobilisieren konnten, was den weit abgebauten Lagerbeständen zuzuschreiben ist. Wo nichts ist, kann auch nichts gehandelt werden, ganz gleich wie attraktiv die Preise auch sein mögen. Langsam ist ein Umschwenken des Marktes auf die Ernte 2020 zu spüren. So nimmt die Zahl der Offerten aus der Landwirtschaft zu.

Gleichzeitig ist das Kaufinteresse der Ölmühlen für Termine ex Ernte 2020 erwacht, sodass nun auch immer wieder Abschlüsse in die Bücher geschrieben werden. Womöglich ist es die knappe Rapsversorgung, die die Verarbeiter aktuell als Käufer an den Markt zieht. Es gilt, die Anschlussversorgung 2020/21 abzusichern.

Feldbestände gut entwickelt

Was die Entwicklung der Rapsfeldbestände betrifft, scheint Mitte Januar noch alles offen. Bisher war es ein milder Winter mit ausreichend Niederschlägen in den meisten Regionen Deutschlands, doch schüren die milden Temperaturen und das üppige Pflanzenwachstum die Sorge vor Auswinterung, sollten die Temperaturen plötzlich drastisch unter die Null-Grad-Marke fallen. Die vergangenen beiden Jahre haben gezeigt, dass mit solchen einschneidenden Frostereignissen noch bis weit in den April hinein gerechnet werden muss.

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Beitrag von Steffen Kemper
Produktmanager Agribusiness

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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