Deutschland | Gemüse | Aktionspreise

Weniger Gemüse aus konventioneller Produktion in der Werbung

02.03.2020 (AMI) – Die Zahl der Werbeanstöße für frisches Gemüse und Kartoffeln im deutschen Lebensmitteleinzelhandel ist 2019 leicht zurückgegangen. Insbesondere zu Jahresbeginn und im Weihnachtsgeschäft wurde weniger Gemüse beworben. Welche Gemüsearten standen 2019 besonders im Fokus der Werbung, und wie hat sich die veränderte Angebotssituation auf die Gestaltung der Angebotsaktionen ausgewirkt?

Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) in Deutschland hat 2019 insgesamt 21.240-mal mit frischem Gemüse (inkl. Kartoffeln) geworben. Damit war die Zahl der Werbeanstöße um gut 1 % niedriger als im Jahr zuvor. Von der gesamten Zahl an Werbeanstößen entfielen 17.608 auf Gemüse aus konventioneller Produktion. Das waren fast 4 % weniger als im Jahr zuvor. Gleichzeitig ist die Zahl der Werbeanstöße für Bio-Gemüse um 11 % auf 3.632 gestiegen. Der Anteil von Bio-Gemüse an den Angebotsaktionen hat sich dadurch um 17 % erhöht. Das zeigt eine Analyse auf Basis der AMI Aktionspreise im LEH. Grundlage dafür ist eine Erhebung der Angebotsaktionen von 53 Ketten bzw. Regionalgesellschaften im deutschen LEH. Berücksichtigt werden dabei die Handzettel in gedruckter bzw. digitaler Form auf den Internetseiten der Unternehmen. Unberücksichtigt bleiben Reduzierungen im Geschäft selbst, Zeitungs- oder Radiowerbung.

Salatherzen erreichen die Top-10 – Zwiebeln sind raus

Über das gesamte Jahr 2019 waren 107 Gemüsearten mindestens einmal in den Werbezetteln vertreten. Das waren 5 weniger als im Jahr zuvor. Einige Arten tauchen jedoch nur sehr selten in der Werbung auf. Bei 25 Gemüsearten wurden 2019 nur 10 oder weniger Werbeanstöße verzeichnet. Dem stehen die häufig beworbenen Gemüsearten gegenüber. 46 Gemüsearten waren jeweils mindestens 100-mal im gesamten Jahr in Aktionen vertreten. Auf die Top-10 der am häufigsten beworbenen Arten entfielen im vergangenen Jahr rund 52 % der gesamten Werbeanstöße. Damit ist der Anteil der ohnehin bereits stark beworbenen Arten nochmals gestiegen. Im Jahr 2018 hatte der Anteil der Top-10 noch bei knapp 51 % gelegen. Während die Top-10 2018 in ihrer Zusammensetzung unverändert geblieben war, gab es 2019 neben zwei Positionswechseln auch tatsächlich eine Veränderung in der Zusammensetzung der Top-10. Weil Zwiebeln deutlich weniger beworben wurden als im Vorjahr, mussten sie ihren Platz in der Top-10 räumen. Salatherzen konnten diesen Platz für sich gewinnen und profitierten davon, dass auch Zucchini seltener in der Werbung waren als im Vorjahr. Die ersten vier Positionen innerhalb der Top-10 blieben unverändert gegenüber dem Vorjahr. Dabei ist die Zahl der Werbeanstöße bei den führenden Gemüsearten sogar leicht, bei Speisekartoffeln sogar stärker, zurückgegangen. Trotzdem blieben Tomaten deutlich vor Paprika, Speisekartoffeln und Mischsalaten.

Einen Wechsel gab es auf dem 5. Platz. Möhren haben sich von dem witterungsbedingten Einbruch 2018 erholt und wurden 2019 wieder deutlich öfter beworben. Dadurch rücken sie auf Platz 5 vor und lassen damit die Champignons hinter sich, die in ähnlichem Umfang wie 2018 beworben wurden. Rang 7 konnten unverändert die Salatgurken für sich beanspruchen. Spargel hat durch das deutliche Plus bei den Werbeanstößen einen Platz gut gemacht und landet auf Rang 8, vor dem Neueinsteiger Salatherzen und den Zucchini.

Weitere Analysen oder wöchentliches Reporting – Alles ist möglich

Durch die regelmäßige und inzwischen auch schon langjährige Beobachtung der Angebotsaktionen für Gemüse, ist die AMI in der Lage zielgerichtete Analysen anzubieten. So können Herkünfte, Marken, Packungen und Preisklassen für einzelne Produkte oder Produktgruppen ausgewertet werden. Ganz neu haben wir in diesem Jahr die AMI Markt Charts Angebotsaktionen im deutschen LEH für Gemüse aufgelegt. Neben allgemeinen Aussagen zu Gemüse insgesamt werden die zehn am häufigsten Gemüsearten detailliert betrachtet. Gerade Category-Manager verschaffen sich so schnell einen Überblick, was, wann, wo und zu welchem Preis beworben wurde. Sie müssen wöchentlich auf dem Laufenden bleiben? Dann fragen Sie uns nach einer individuellen Zusammenstellung der Aktionspreise für die Produkte, die für Ihr Unternehmen relevant sind. Bereits am Dienstag stehen die Daten für die aktuelle Woche zur Verfügung. Die AMI Marktexperten besprechen gerne ein Angebot mit Ihnen.

Beitrag von Michael Koch
Marktexperte Gartenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Raps | Marktversorgung

Jetzt sind wir schon über 800 EUR/t für Raps

21.01.2022 (AMI) – Die deutsche Rapsernte 2021 fiel unerwartet klein aus, auch wenn sie das Vorjahresergebnis übertrumpfte. Außerdem kam sie mit Verspätung, was den Rapsschrotmarkt durcheinanderwirbelte und selbst im Juli 2021 die Aufschläge für prompte Ware bei 60 Euro je Tonne und damit über 300 Euro je Tonne hielt. Gleichzeitig waren die Meldungen aus dem EU-Umfeld und vom Weltmarkt alles andere als positiv.   Mehr

Deutschland | Vieh & Fleisch | Markttrends

Steaks wurden vermehrt vom LEH beworben

20.01.2022 (AMI) – Die Werbeaktionen für Fleisch und Fleischwaren haben von Januar bis Dezember 2021 gegenüber dem Vorjahr insgesamt leicht abgenommen. Der größte Rückgang ist bei Schweinefleisch zu beobachten, hier ist die Anzahl der Anzeigen um 2,1 % gesunken.   Mehr

Deutschland | Rohmilch | Betriebsstruktur

Stimmung verhalten, trotz Milchpreisen über 40 Ct/kg

19.01.2022 (AMI) – Im Jahr 2021 haben sich die Erlöse in der Milchproduktion deutlich erhöht. Gleichzeitig sind aber auch die Kosten kräftig gestiegen, sodass sich die wirtschaftliche Lage auf den Höfen nicht entsprechend verbessert hat.   Mehr