Deutschland | Schrote | Preise

Kaum Nachfrage nach Eiweißfutterkomponenten

04.12.2017 (AMI) – Schwache Rapspreise drücken auch die Forderungen für die Nachprodukte, wobei das sehr geringe Kaufinteresse sein Übriges tut. So ist am Rapsschrotmarkt keine Belebung in Sicht. Futtermittelproduzenten haben sich offenbar mit günstigen Alternativen versorgt. Die Nachfrage ist daher zurückhaltend, auch für Sojaschrot.

Die Mischfutterindustrie zeigt so gut wie kein Kaufinteresse für Ölschrote. Ihren Bedarf hat sie bereits vor Wochen langfristig gedeckt, die Läger sind voll. Die jüngsten Preisbefestigungen für Sojaschrot waren daher nicht das Ergebnis einer gestiegenen Nachfrage, sondern das Resultat zweier deutlicher Kurssprünge an der Terminbörse. Das hat die Nachfrage noch mehr abgekühlt. Rapsschrot ist für die Mischfutterindustrie momentan nicht interessant und das weder im Tagesgeschäft noch auf Termin. Denn auf Lieferungen ab Februar 2018 werden Preisaufschläge gefordert, die kaum einer akzeptiert.

Erst wenn die Ware knapper wird, könnten sich die Geschäfte wieder beleben. Das wird aber voraussichtlich nicht vor Frühjahr nächsten Jahres passieren, so die Einschätzung von Marktbeteiligten. Der ruhige Marktverlauf und die rückläufigen Rohstoffpreise spiegeln sich in der Preisentwicklung wider. Immerhin verloren die Rapskurse in Paris in den vergangenen drei Wochen 20 EUR/t an Wert. Anfang Dezember lag der Großhandelspreis ab Werk in Deutschland bei 173,40 EUR/t, während im November im Schnitt noch 176 EUR/t gefordert worden waren.

Veredelungsbranche profitiert

Besonders günstig wirkt sich das für die Veredelungsbranche aus, die schon lange nicht mehr so wenig für Ölschrote zahlen musste. Landwirte zahlten für Rapsschrot frei Hof im November 2017 gut 200 EUR/t. Das waren 17 EUR/t weniger als noch im Vormonat und so wenig wie seit 6 Jahren nicht mehr. Auch GVO-Sojaschrot war mit 322 EUR/t für 44er Ware bzw. mit 346 EUR/t für 49er preisgünstiger. Allerdings fiel das Minus mit gut einem Euro pro Tonne vergleichsweise gering aus.

Die Forderungen für GVO-freies Sojaschrot frei Hof entwickelten sich uneinheitlich, so war 44er Schrot etwas teurer, 49er indes billiger als noch im Oktober. Auf Großhandelsstufe war die Preisentwicklung indes mit durchweg günstigeren Forderungen eindeutig. Dabei gab 48er GVO-freies Sojaschrot mit einem Minus von 3,8 % zum Vormonat sogar am meisten nach.

Kleinere Sojaernten in Südamerika erwartet

Dennoch können die vergleichsweise niedrigen Preise das Kaufinteresse nicht ankurbeln. Es wird auf noch größere Preisnachlässe spekuliert. Aber die Sojaschrotpreise zeigten zuletzt bereits wieder nach oben, denn die US-Kurse reagieren momentan sehr sensibel auf den Wettermarkt in Südamerika. Dort läuft die Aussaat sowohl in Brasilien als nun auch in Argentinien und sowohl die Prognosen als auch die derzeitigen Vegetationsbedingungen sind preisstützend.

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Beitrag von Steffen Kemper

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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