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Shooting-Star Rindfleisch – Kann Schweinefleisch mithalten?

20.03.2018 (AMI) – Die Nachfrage nach Rindfleisch ist 2017 weiter gestiegen. In jedem Monat des vergangenen Jahres wurden von den Privathaushalten deutlich mehr Rindfleisch im LEH eingekauft als im gleichen Monat des Vorjahres. Rindfleisch hat sich damit offensichtlich vom Saisonprodukt zum ganzjährigen Dauerbrenner entwickelt. Bei Schweinefleisch ist der Wettbewerbsdruck weiterhin Groß und die Inlandsnachfrage eher rückläufig.

Im AMI Markt Seminar wurde dazu intensiv von den Teilnehmern entlang der gesamten Wertschöpfungskette diskutiert. Die Marktanalysten der AMI aus den Bereichen Vieh und Fleisch, Öko-Landbau und der Verbraucherforschung standen den Teilnehmern aus dem Ernährungsgewerbe, Vertretern von Interessenverbänden, der öffentlichen Hand und aus dem Groß- und Einzelhandel dazu Rede und Antwort.

Für alle Interessierten, die keine Gelegenheit hatten am Seminar teilzunehmen, bieten wir die AMI Markt Charts Vieh & Fleisch „Shooting-Star Rindfleisch – Kann Schweinefleisch mithalten?“ an.

Die Vortragssammlung beinhaltet folgende Themen:

Vieh und Fleisch: Zum Ende des Jahres 2017 gerieten die Schweinepreise zunehmend unter Druck. Die stockende Nachfrage und der schwierige Außenhandel belasten den Markt. Anders bei Schlachtrindern, wo die Stückzahlen klein und die Nachfrage rege ist. Auch 2018 liegt Rindfleisch im Trend, während Schweinemäster sich auf niedrigere Preise einstellen müssen. Dies sagte Dr. Tim Koch, Marktanalyst Fleischwirtschaft, in seinem Vortrag. Was passiert, wenn die Afrikanische Schweinepest die Grenze zu Deutschland erreicht und der Absatz nach Fernost wegbricht?

Öko-Landbau: Mit 15 % Wachstum war Bio-Fleisch eine der dynamischsten Produktgruppen am Bio-Markt. Das Angebot an Bio-Schweinen wird seit Herbst 2017 wieder größer, sodass einzelnen Teilstücke Preisnachlässe erfahren haben. Im Schlachtschweinepreis spiegelt sich das bislang nur bei nicht vertragsgebundener EU-Bio-Ware wider. Bei Bio-Rindfleisch sind vor allem Schlachtkühe und Verarbeitungsware gefragt. Diana Schaack, Marktanalystin Öko-Landbau, präsentierte dazu Fakten und Hintergrundinformationen. Wie werden sich Angebot und Nachfrage entwickeln?

Verbraucherforschung: Die privaten Haushalte in Deutschland haben im vergangenen Jahr mehr Fleisch, Wurst und Geflügel gekauft als 2016, obwohl sie dafür durchschnittlich 1,7 % mehr zahlen mussten. Eine Trendwende dahingehend, dass die Verbraucher nun wieder mehr Fleisch und Fleischerzeugnisse kauften, bedeute dieses Ergebnis jedoch nicht, so Thomas Els, Marktanalyst Verbraucherforschung. Den Daten des GfK-Haushaltspanels zufolge ist die Nachfrage allein aufgrund einer wachsenden Bevölkerung gestiegen. Im Detail haben sich die Segmente jedoch sehr unterschiedlich entwickelt. Insbesondere die Nachfrage nach Rindfleisch hat 2017 kräftig angezogen. Dabei hat sich das verstärkte Interesse der Verbraucher sowohl auf günstige Artikel wie Hack- und Suppenfleisch gerichtet als auch auf edlere Teilstücke.

Bestellen Sie Ihre Ausgabe der AMI Markt Charts Vieh & Fleisch bequem online oder per Bestellformular. Mehr Informationen zu weiteren Seminaren der AMI finden Sie unter diesen Link.

Beitrag von Dr. Tim Koch
Marktexperte Fleisch- und Geflügelwirtschaft

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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