Deutschland | Milch & Milchprodukte | Verbraucherpreise

Milch und Frischprodukte im Laden günstiger, Butter legt weiter zu

07.05.2018 (AMI) – Anfang Mai hat der Lebensmitteleinzelhandel die Preise für Konsummilch und Milchfrischprodukte im Preiseinstiegssegment deutlich gesenkt. Zeitgleich wurden die Ladenpreise für abgepackte Butter weiter angehoben. Diese entgegengesetzten Entwicklungen sind im Wesentlichen mit den unterschiedlichen Kontraktlaufzeiten der Produkte und dem Marktverlauf seit dem vorherigen Verhandlungstermin geschuldet.

Nach einer kurzfristigen Abschwächung über den Jahreswechsel befinden sich die Butterpreise wieder im Aufwärtstrend. Durch die kurzen Kontraktlaufzeiten zwischen Molkereien und Handel von zumeist nur einem oder zwei Monaten folgen die Preise von Formbutter sehr zeitnah den Entwicklungen am Markt für Blockbutter. So konnten die Molkereien im Zuge des sehr begrenzten Angebots an Milchfett und der anhaltend hohen Nachfrage bereits für März höhere Abgabepreise durchsetzen. Beim Monatswechsel zum Mai erfolgte ein weiterer Schritt nach oben. Dieser Preisanstieg wirkte sich auch auf die Verbraucherpreise aus. Seit dem Monatsbeginn kostet ein 250-Gramm-Päckchen Deutsche Markenbutter im Preiseinstiegssegment 1,79 EUR. Das sind 20 Ct mehr als im März und April des aktuellen Jahres und rund 50 Ct mehr als im Mai 2017. Streichmischfett verteuerte sich zeitgleich je 250-Gramm-Päckchen um 16 Ct auf 1,75 EUR.

Preise im Weißen Sortiment rückläufig

Bei Konsummilch und Milchfrischprodukten haben die Kontrakte zwischen Molkereien und Handel in der Regel Laufzeiten von sechs Monaten. Hier schlagen sich in den Verhandlungen vermehrt auch längerfristige Marktentwicklungen nieder. Die bis Ende April gültigen Ladenpreise bezogen sich auf den Abschluss vom Herbst des vergangenen Jahres. Seinerzeit waren die Preise an den Produktmärkten für Butter, Käse, Milchpulver höher als im Moment. Zwischenzeitlich haben sich die Preise mehr oder weniger stark abgeschwächt. Daher waren die in den Kontrakten vom Herbst festgelegten Konditionen nicht zu halten. Für die neue Kontraktlaufzeit wurden im Preiseinstiegssegment niedrigere Molkereiabgabepreise für Konsummilch und Milchfrischprodukte verhandelt. Basierend auf diesen Zusammenhängen waren Anfang April bereits die Preise für Schnittkäse deutlich zurückgegangen.

Im Zuge dessen hat der Lebensmitteleinzelhandel Anfang Mai die Preise für Konsummilch und Milchfrischprodukte im Einstiegssegment gesenkt. Konventionelle Frisch- und H-Milch sind seither bei einem Fettgehalt von 3,5 % mit 69 Ct/l um 9 Ct und bei 1,5% Fett mit 61 Ct/l um 7 Ct günstiger als in den Monaten zuvor. Bei Bio-Milch gingen die Preise um jeweils 4 Ct auf 1,05 EUR/l in der Vollfett-Variante und 0,95 EUR/l in der Niedrigfettvariante zurück.

Darüber hinaus ist es auch bei den Preisen für weitere Molkereiprodukte der weißen Linie, wie beispielsweise Speisequark, Schlagsahne, Kaffee-Sahne, Kondensmilch sowie Joghurt und Schmand zu Rücknahmen gekommen.

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Beitrag von Andreas Gorn
Bereichsleiter Milchwirtschaft

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