Deutschland | Obst | Markttrends

DOGK wurde digital

26.09.2017 (AMI) – Mit über 550 Teilnehmern war der DOGK am 21./22. 09. In Düsseldorf noch einmal besser besucht als im Vorjahr. Wichtige Entscheider aus allen Handelsstufen waren präsent, aus der Produktion genauso wie aus dem Groß- und Einzelhandel. Auch die großen Discounter waren dabei.

Auch wenn die wirtschaftlichen Ergebnisse der Obst- und Gemüsebranche in Deutschland 2017 nicht durchweg zufrieden stellen können, sah man auf dem DOGK 2017 überwiegend zufriedene Gesichter. Zukunftsgerichtete Themen im Plenum und in den Parallelforen, sowie ausreichend Zeit zum fachlichen Austausch in den Pausen sorgten für eine gute Stimmung.

Marilena Abt vom Marketingbüro Trendone zeigte Anwendungsbeispiele der augmented reality, bei der die Realität mit virtuell zugespielten Informationen angereichert wird. Das können z.B. Produktinformationen, Hinweise auf komplementäre Waren zum bislang gewählten Einkauf oder Hinweise auf Rabattaktionen sein. Auch wenn nicht alle Teilnehmer diese Entwicklung in naher Zukunft erwarteten, enthielt der Vortrag wichtige Anregungen. Auch der fulminante Vortrag vom Geschäftsführer Marketing und Mitbegründer des Smoothie Herstellers True Fruits, Nic Lecloux, kam gut an. Hier ging es nicht immer politisch ganz korrekt zu, aber das ist Teil der Marketing Strategie.

Etwas unaufgeregter berichtete Oliver Stolper, Inhaber der gleichnamigen Qualitätsberatungsgesellschaft, über die Rolle des Geschmacks im Obst- und Gemüsesektor. Er erinnerte daran, dass man einen Konsumenten wohl zum Kauf eines schlecht schmeckenden Artikels bewegen kann, aber nicht zum Wiederholungskauf. Der Geschmack hat somit einen erheblichen Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen. Das ewige Anpreisen von Gesundheitswirkungen käme dagegen oft etwas „oberlehrerhaft“ daher und sei wenig geeignet, den Konsum zu fördern. Auch die Konzentration auf einfach messbare Größen wie Brixwerte sei wenig hilfreich. Zur sensorischen Prüfung gibt es seiner Meinung nach keine Alternative. Das diese nicht ganz einfach ist, konnten die Teilnehmer im Selbsttest entdecken. Nicht jeder ordnete die Geschmacksrichtung der verkosteten Testlösungen richtig zu, wie die Auswertung über die DOGK App belegte. Das Panel auf der Bühne fand die abweichende Traubenprobe im Dreieckstest dagegen mühelos heraus.

Auch in den Parallelforen wurde intensiv diskutiert. So zeigte Christian Nacke von der Firma Pilzland Vertriebs GmbH, dass der ständig wachsende Einkauf frischer Pilze gute Gründe hat. Die erfolgreiche PR-Arbeit für dieses Produkt, die allein vom Sektor über Umlagen finanziert wird, dürfte einer davon sein.

Der nächste DOGK wird am 20./21. September 2018 in Düsseldorf stattfinden. Wer so lange nicht warten will und auch Interesse an stärker fokussierten Fachforen hat, kann am 7./8. Juni 2018 das Convenience Forum in Hamburg besuchen oder am 14./15. Juni 2018 das Tomatenforum in Düsseldorf. Der DOGK bleibt natürlich ein „Muss“.

Beitrag von Dr. Hans-Christoph Behr
Prokurist

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Europa | Fruchtgemüse | Marktversorgung

Zufuhren an Salatgurken dezimiert

14.01.2021 (AMI) – Mit dem Wintereinbruch in Spanien haben sich nicht nur die Erntemengen an Salatgurken deutlich reduziert, auch die Transportwege sind nur begrenzt nutzbar. An den deutschen Großmärkten sind die Preise in die Höhe geschnellt.   Mehr

Deutschland | Obst | Marktversorgung

Corona verstärkt Witterungseffekte

07.01.2021 (AMI) – Frostnächte im April und Mai führten im Erntejahr 2020 zu immensen Ausfällen bei Sommerobst. Die Preise zogen deutlich an. Auch in den typischen Zufuhrländern wie Spanien und Italien fiel die Steinobsternte 2020 kleiner aus. Das machte sich preislich deutlich bemerkbar. Verstärkt wurde dieser Effekt dadurch, dass die privaten Verbraucher mehr frisches Obst gekauft haben, um damit in Corona-Zeiten etwas für ihre Gesundheit zu tun.   Mehr

Deutschland | Kohlgemüse | Marktversorgung

Weiterhin hoher Absatz von Rosenkohl

07.01.2021 (AMI) – Die Nachfrage nach Rosenkohl bleibt weiter auf hohem Niveau. Die niedrigen Verbraucherpreise und zahlreichen Aktionen förderten den Absatz bereits im gesamten Saisonverlauf, sodass die Feldbestände bereits in großen Teilen abgeerntet sind.   Mehr