Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen und Mais

Terminmärkte Weizen: Paris verliert, Chicago behauptet

24.10.2024 (AMI) – Die Unsicherheit bezüglich avisierter Änderungen der russischen Exportpolitik überschattet die Märkte. Auch die Witterungsbedingungen auf der Nordhalbkugel zeigen Kurswirkung.

Die Weizennotierungen in Paris können das Vorwochenniveau nicht halten. Am 23.10.2024 schloss der Fronttermin Dezember 24 bei 223,75 EUR/t und verlor damit auf Wochensicht 4 EUR/t. Folgetermine der Ernte 24 gaben um bis zu 2,75 EUR/t nach. Kontrakte der Ernte 25 verzeichneten Verluste bis 2,50 EUR/t.

Kurswirkung zeigten die Meldungen aus der Schwarzmeerregion. Während in der Vorwoche die Aussicht auf mögliche Exportbeschränkungen Russlands die Kurse stützte, verblasste die Wirkung. Denn die Weizenexporte des Landes bleiben weiterhin lebhaft. SovEcon hob jüngst seine Prognose für die russischen Weizenausfuhren auf das potenzielle Rekordvolumen von 4,8 Mio. t. Damit würden russische Anbieter rund 1,2 Mio. t pro Woche exportieren und damit ebenfalls auf die avisierten Exportbeschränkungen der Regierung reagieren und alles Machbare herausholen, bevor weitere russische Vorschläge über eine Untergrenze für Exportpreise und Beschränkungen für den Verkauf von Getreide umgesetzt werden. Die angekündigten Maßnahmen hatten die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber EU-Ware zwar etwas reduziert, aber Russlands Weizen dominiert weiterhin den Weltmarkt. Unsicherheit auf bei den traditionellen Importländern macht sich dennoch breit und Abnehmer warten auf weitere Einzelheiten, wie die Regulierung der russischen Exporte gehandhabt werden wird.

Unterdessen bleibt ukrainischer Weizen vor allem in Südeuropa wettbewerbsfähig. In den vorangegangenen Tagen kam es zwar erneuten zu russischen Angriffen auf ukrainische Häfen, es können aber nach wie vor große Mengen an ukrainischem Getreide verschifft werden.

Für weiteren Kursdruck in Paris sorgten die Witterungsbedingungen auf der Nordhalbkugel, die sich deutlich gebessert haben. So kam der ersehnte Regen in den USA und der Schwarzmeerregion den Feldern zugute, während in Westeuropa die Prognosen von nachlassenden Niederschlägen sprechen. Damit könnten die Feldarbeiten in den kommenden Tagen wieder deutlich an Fahrt aufnehmen.

US-Weizen im Zick-Zack um Vorwochenniveau

An der CBoT in Chicago schloss der Fronttermin für Weizen nur marginal über Vorwochenlinie. So lag der Schlusskurs am 23.10.2024 bei umgerechnet 197,40 EUR/t, und damit lediglich 0,16 EUR/t höher. Zwischenzeitlich hatte der Kurs mit 193,72 EUR/t den niedrigsten Stand seit Ende September 24 erreicht.

Die US-Feldarbeiten standen zuletzt im Fokus der Marktteilnehmer. Nach Angaben des USDA lag der Fortschritt der Aussaatarbeiten von Winterweizen zum Anfang der laufenden Handelswoche bei rund 73 %, damit 9 Prozentpunkte über Vorwoche. Damit liegen die Arbeiten allerdings hinter dem 5-Jahresdurchschnitt von 76 % und den Erwartungen der Marktteilnehmer von rund 77 % zurück. Die zu trockenen Bedingungen bremsten die Feldarbeiten, ersehnte Regenfälle dürften die Feldarbeiten in den kommenden Tagen allerdings beschleunigen.

Zwischenzeitlich bot die Unsicherheit bezüglich der absehbar veränderten russischen Exportpolitik sowie das deutliche Plus der US-Maiskurse Unterstützung.

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Beitrag von Svenja Herrmann
Produktmanagerin Pflanzenbau
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