Deutschland | Obst- & Ziergehölze | Marktstruktur

Stabile Preise für Weihnachtsbäume erwartet

04.11.2019 (AMI) – Trotz des zweiten schwierigen Jahres in Folge bleiben die Preise für Weihnachtsbäume stabil. Das Angebot an Nordmanntannen der Standardqualität ist weiterhin sehr groß, gute Qualitäten sind rarer und erzielen deutlich höhere Preise.

Nach dem extremen Dürresommer im vergangenen Jahr, gab es im Sommer 2019 deutlich mehr Niederschläge. Teils fehlte regional aber doch der nötige Regen um das Anwachsen der Neuanpflanzungen zu gewährleisten. Die Ausfälle sind aber deutlich geringer als noch im Jahr 2018 mit stellenweisen Ausfällen über 90 %.

Das Angebot an erntereifen Weihnachtsbäumen ist in dieser Saison von der Hitze und Trockenheit der beiden vergangenen Sommer nicht betroffen. Ausfälle und Schäden bei größeren Bäumen kommen je nach Standort zwar vereinzelt vor, gerade die beliebte Nordmanntanne ist gegenüber anderen Weihnachtsbaumarten wie Blaufichten oder Nobilis durch ihre tiefer ins Erdreich ragende Pfahlwurzel aber stressresistenter gegenüber Trockenheit.

Wie in den vergangenen Jahren wird auch in diesem Jahr wieder ein großes Angebot auf den Markt drängen. Auf ehemaligen Windwurfflächen, wie etwa vom Sturm Kyrill 2007, wurden großflächige Weihnachtsbaumkulturen angelegt, die aktuell noch geerntet werden und somit zu einem großen Angebot führen.

Das große Angebot übt weiter Druck auf die Preise im Handel aus, Nordmanntannen in Standardqualität lassen sich oft nur zu niedrigen Preisen vermarkten. Das niedrige Preisniveau der vergangenen Jahre stabilisierte sich zuletzt teils etwas. Größere Nordmanntannen in guten Qualitäten bleiben nach wie vor gefragt, hier lassen sich in seltenen Fällen wieder leichte Preisanhebungen durchsetzen.

Den Angaben des Bundesverbandes der Weihnachtsbaumerzeuger zufolge, werden jährlich rund 27 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Der Marktanteil der Nordmanntanne liegt bei knapp 80 %, es folgen Blaufichte (15 %), Rotfichte und Nobilis sowie andere Exoten.

Die Preise im Endverkauf blieben in den vergangenen Jahren bei dem Gros der Betriebe sehr stabil. Nach Angaben des Landesverbands Gartenbau NRW könnten die Preise in diesem Jahr geringfügig über denen des Vorjahres liegen, der Meterpreis für die Nordmanntanne der A-Qualität liege im Schnitt bei 18 bis 23 EUR/m.

Da das Angebot an Nordmanntannen in Standardqualitäten weiterhin sehr umfangreich ist, dürfte bei der Betrachtung des Gesamtmarktes der Durchschnittspreis aller Einkaufsstätten zuletzt deutlich rückläufig gewesen sein. Gerade in den vergangenen zwei Jahren nahmen die Listungen im Discountbereich deutlich zu, und große Baumarktketten warben mit sehr niedrigen Preisen. Ob sich der Trend in den kommenden Jahren fortsetzt bleibt jedoch ungewiss.

Wachstumsmärkte: Onlinehandel und regionales Naturerlebnis

Der Trend des Onlinehandels mit Weihnachtsbäumen hält definitiv an. Nach einer Studie des Digitalverbandes bitkom wollten im vergangenen Jahr 11 % der Befragten ihren Weihnachtsbaum online bestellen, das sind fast doppelt so viele wie im Jahr 2017. Im vergangenen Jahr hatten der Umfrage zufolge bereits 8 % der Befragten mindestens einmal einen Weihnachtsbaum online gekauft. Motive dabei sind vor allem der unkomplizierte, einfache Kauf ohne schweres Tragen und Nadeln der Bäume im Auto. Der gegensätzliche Trend, der mit mehr Umständen, aber einem Erlebnis in der Natur verbunden ist, ist das Selbstschlagen des Weihnachtsbaumes. Der Umfrage zufolge nahmen sich dies 26 % der Befragten im vergangenen Jahr vor, Tendenz steigend. Diesen wachsenden Trend bemerken auch viele Weihnachtsbaumproduzenten, ebenso wie die Kombination des Selbstschlagens mit Weihnachtsfeiern von Firmen und Vereinen. Das Thema der Regionalität rückt bei den Verbrauchern auch bei den Weihnachtsbäumen weiter in den Fokus.

Eine Entwicklung, die alle Produzenten von natürlichen Weihnachtsbäumen trifft, ist die vermehrte Verwendung des künstlichen Weihnachtsbaumes aus Kunststoff. Nach Angaben der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sind im privaten Bereich bereits rund 12 % der aufgestellten Weihnachtsbäume aus Kunststoff.

Ein Trost für die Produktion in Deutschland waren die bis zum vergangenen Jahr sinkenden Importzahlen. Diese stiegen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr jedoch wieder von rund 2,2 Mio. auf knapp 2,6 Mio. Weihnachtsbäume. Der Anteil der Importe aus Dänemark, der 2012 und 2015 noch bei 96 % lag, ging in den vergangenen drei Jahren stetig zurück. Insbesondere Einfuhren aus Polen gewannen an Einfluss. Ein wichtiger Handelspartner sind auch die Niederlande. Einfuhren aus den Niederlanden in Höhe von 173.500 Stück standen im vergangenen Jahr Ausfuhren in Höhe von 209.000 Stück entgegen. Insgesamt exportierte Deutschland im vergangenen Jahr rund 742.000 Weihnachtsbäume.

Bleiben Sie natürlich informiert

Neben der Sonderkultur Weihnachtsbäume analysiert die AMI den Zierpflanzenanbau mit dem Schwerpunkt Beet- und Balkonpflanzen. Die detaillierten Ergebnisse der Frühjahrserhebung erhalten Sie mit dem AMI Markt Report Anbauerhebung Zierpflanzen Frühjahr 2019. Erfahren Sie, wie das Jahr 2018 für den deutschen Zierpflanzensektor lief.

Beitrag von Claudio Gläßer
Junior-Produktmanager Gartenbau
Oops, an error occurred! Code: 202110170439280cdb36d3

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Beet- & Balkonpflanzen | Markttrends

Das Herbstgeschäft stimmte nur mäßig euphorisch

07.06.2021 (AMI) – Auch das Jahr 2021 startete für den deutschen Zierpflanzenbau mit vielen Unwägbarkeiten. Dennoch blicken die Produzenten der AMI Anbauerhebung positiv in die Zukunft, auch wenn das Herbstgeschäft eher als schwach bewertet wurde.   Mehr

Deutschland | Blumen & Zierpflanzen | Markttrends

Corona-Pandemie sorgt für Rekordergebnisse im Zierpflanzenbau

01.12.2020 (AMI) – Trotz eines erschreckenden Saisonauftaktes im März entwickelte sich das Jahr 2020 zu einem Rekordjahr für den Zierpflanzenbau. Doch trotz höherer Preise und gestiegenen Umsätzen forderte das Pandemie-Jahr seinen Tribut bei den teilnehmenden Produzenten der AMI Anbauerhebung.   Mehr

Deutschland | Blumen & Zierpflanzen | Handel

Gesamtmarktentwicklung schlägt nicht bei den Produzenten durch

29.05.2020 (AMI) – Die Corona-Krise hat auch den Blumen- & Zierpflanzenmarkt stark getroffen. Vor allem im März bangten viele Branchenmitglieder um Ihre Existenz. Doch bereits vor Corona näherten sich viele Produzenten dem Jahr 2020 nur vorsichtig optimistisch. Einen Rück- und ein Ausblick finden Sie in dieser Zierpflanzenerhebung.   Mehr

Deutschland | Beet- & Balkonpflanzen | Markttrends

Zierpflanzenmarkt wächst auf Verbraucherseite – wachsen die Produzenten mit?

03.12.2019 (AMI) – Die Zierpflanzenproduzenten in Deutschland zeigen sich mit dem Beet- & Balkonpflanzengeschäft für 2019 weniger zufrieden als im Vorjahr. Viele Klassiker verlieren beim Verbraucher, die Trends der vergangenen Jahre haben Bestand.   Mehr

Deutschland | Blumen & Zierpflanzen | Marktprognose

Ein ambivalentes Jahr für den Zierpflanzenbau

29.05.2019 (AMI) – Die Zierpflanzenproduzenten in Deutschland zeigen sich mit ihren Geschäften 2018 zufrieden, trotz herausfordernder Witterung. Aktuelle Trends verändern das Kaufverhalten der Konsumenten. Wie passen sich die Produzenten diesem Wandel an?   Mehr

Deutschland | Schnittblumen | Marktversorgung

Seit 2016 durchgehend gute Geschäfte zum Valentinstag

11.02.2019 (AMI) – Die Geschäfte mit Schnittblumen in der Valentinswoche liefen in den vergangenen drei Jahren so gut wie lange nicht. Die Vorbereitungen des Handels dürften fast abgeschlossen sein, und alle Vorzeichen lassen auf gute Geschäfte in der Valentinswoche hoffen.   Mehr

Deutschland | Beet- & Balkonpflanzen | Marktprognose

Trotz hoher Hitzebelastung für 2019 mehr Beet- & Balkonpflanzen geplant

05.12.2018 (AMI) – Obwohl die Produktionsbetriebe durch die außergewöhnlich warmen und trockenen Sommermonate deutlichen Mehraufwand meldeten, berichteten Sie von guten Geschäften. Die Erwartungen an die Sommersaison 2018 wurden zwar nicht ganz erfüllt, durch die unerwartet hohen Absatzquoten der Eigenproduktion und die festeren Preise konnten jedoch vor allem die Topfpflanzenspezialisten von guten Geschäften berichten.   Mehr

Deutschland | Blumen & Zierpflanzen | Erzeugerpreise

Nordmanntannen dominieren zum Weihnachtsfest

16.10.2018 (AMI) – Der Verkauf von Nordmanntannen von Erzeugern an den Handel erfolgt 2018 zu stabilen Preisen. Es herrscht zwar ein gewisses Überangebot, nicht jedoch an größeren Bäumen, bei denen sehr gute Qualitäten knapp sind. Die Nordmanntanne ist nach wie vor der gefragteste Weihnachtsbaum in Deutschland; rund 80 % der Verkäufe entfallen auf diese Baumart.   Mehr

Deutschland | Blumen & Zierpflanzen | Markttrends

Leicht rückläufiger Marktverlauf zeigt sich in Plänen der Produzenten

30.05.2018 (AMI) – Die Zierpflanzenproduzenten in Deutschland zeigen sich mit ihren Geschäften 2017 recht zufrieden, allerdings war der Verlauf nicht mehr so gut wie im Vorjahr. Entsprechend der Entwicklung wollen sie ihre Produktion in den einzelnen Segmenten anpassen. Mehr über die Pläne der Produktionsgärtner erfahren Sie hier!   Mehr

Deutschland | Schnittblumen | Haushaltsnachfrage

Valentin 2018 – Rosen und Tulpen bleiben der Renner

14.02.2018 (AMI) – Kaum sind die Karnevalstage vorbei, steht der Valentinstag wieder vor der Tür. Dieses Jahr fällt das Fest der Liebenden auf den Start der Fastenzeit, doch dies sollte den Absatz von Schnittblumen nicht sonderlich beeinflussen.   Mehr