Deutschland | Bio-Obst | Außenhandel

Bio-Äpfel: Importanteil nur noch bei 20 Prozent

12.03.2020 (AMI) - Die AMI betrachtet alljährlich die Importmengen der wichtigsten Bio-Rohstoffe nach Deutschland. Seit 2009 werden importierende Unternehmen in Deutschland nach Mengen und Herkunftsländern befragt. Mittlerweile ist die Liste der befragten Importeure auf 370 angewachsen. Welche Dimension die Importe für den jeweiligen Gesamtmarkt der Bio-Rohstoffe in Deutschland haben, ist nun in den aktuellen AMI Markt Charts umfangreich dargestellt.

Die steigenden Bio-Flächen in Deutschland und die größeren Bio-Tierbestände machen bei vielen wichtigen Bio-Rohstoffen kleinere Importmengen notwendig. Allerdings steigt der Selbstversorgungsgrad nur in den Jahren, in denen die inländische Ernte nicht durch Witterungsausfälle dezimiert wird.

Während der Deutschen Bio-Lieblingsobst, Bio-Bananen, zu 100 % aus dem Ausland stammen, sieht die Versorgungslage bei Bio-Äpfeln anders aus. Hier wurde die Nachfrage in Deutschland in den zurückliegenden Jahren zu 60 % mit Ware aus dem europäischen Ausland und aus Übersee bedient. Dies hat sich in der zurückliegenden Saison grundlegend geändert. So wurde in der Kampagne 2018/19 im Kreis des Europäischen Bioobst Forums (EBF), das ca. 50 % der Produktion in Westeuropa bei Bio-Äpfeln abdeckt, eine Rekordernte eingefahren. Gegenüber den beiden Vorjahren 2016 und 2017, beide mit witterungsbedingten Ausfällen insbesondere durch Hagel und späte Frostnächte, hat sich die Erntemenge an Bio-Äpfeln in Deutschland fast verdoppelt. Die private Nachfrage nach Bio-Äpfel stieg in der Saison 2018/19 erheblich. Dennoch betrug der Importanteil in der Kampagne nur noch 20 %. Importe aus Übersee, die sonst nach dem deutschen und europäischen Saisonende in großen Mengen nach Deutschland kamen, waren nahezu überflüssig.

Auch für die Marktversorgung mit konventionell erzeugten Äpfeln waren in der Saison 2018/19 deutlich weniger Äpfel aus dem Ausland notwendig. Im Vergleich zu den gesamten Apfelimporten, die in der Saison 2018/19 nach Deutschland kamen, stellten die Bio-Apfelimporte einen Anteil von 6 %.

AMI analysiert Marktversorgung mit Bio-Produkten

Alljährlich analysiert die AMI die Importe der wichtigsten Bio-Produkten nach Deutschland. Basis für die Auswertung der Importentwicklung ist eine Befragung von mehr als 370 importierenden Unternehmen in Deutschland, Gespräche mit Branchenkennern und die Analyse des GfK-Haushaltspanels.

Die AMI Markt Charts – Marktversorgung mit Bio-Produkten in Deutschland liefern Ihnen aktuelle Entwicklungen und Trends zu Angebot und Absatz von den bedeutendsten Bio-Produkten aus deutscher und ausländischer Herkunft. Weitere Informationen sowie die Auswahl der analysierten Produkte finden Sie in unserem Shop.



Beitrag von Christine Rampold
Marktexpertin Öko-Landbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Öko-Landbau | Strukturdaten

Genug Bio für alle? - Der Strukturdaten - Check

06.09.2021 (AMI) – Bio-Produkte sind gefragt wie nie, um 22 % ist der Umsatz 2020 gestiegen. Gleichzeitig ist die deutsche Bio-Fläche 2020 nur um 5,5 % gewachsen. Insbesondere die Ackerflächen haben in den vergangenen Jahren zugelegt und eine bessere inländische Futterversorgung möglich gemacht. Aber reicht das?   Mehr

Deutschland | Bio-Milch | Erzeugerpreise

Bio-Milchpreise legen etwas zu

20.08.2021 (AMI) – Die Preise für ökologisch erzeugte Rohmilch verzeichneten im Juni 2021 leichte Zugewinne. Damit profitierten sie weiterhin vom Verbrauchertrend hin zu mehr Bio-Milchprodukten.   Mehr

Deutschland | Bio-Obst | Ernte

Kleineres Bio-Mostobstangebot erwartet

17.08.2021 (AMI) – Bei Bio-Äpfeln zeichnet sich in diesem Jahr für den Verwertungssektor ein stabiler Markt ab. Im Herbst 2020 waren die Kanäle noch durch reichlich Bestände an Apfelsaft verstopft, aktuell sind die Vorräte nahezu geräumt.   Mehr

Deutschland | Bio-Getreide | Strukturdaten

Bio-Hafer ist im Osten und in Bayern stark

16.08.2021 (AMI) – Der Haferanbau ist auch 2020 weiter um mehr als 10.000 ha ausgeweitet worden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist laut den endgültigen Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 auf insgesamt 52.800 ha Hafer nach Öko-Richtlinien angebaut worden.   Mehr

Deutschland | Bio-Milch | Marktversorgung

Hohe Nachfrage nach Bio-Milch

30.07.2021 (AMI) – Die Haushalte in Deutschland haben im aktuellen Jahr nicht die Lust auf Bio-Milch verloren. Im Gegenteil: Die Einkaufsmengen stiegen im ersten Halbjahr 2021 um 10 Prozent über die Vorjahresmengen und zeigen bisher auch keine Sommerflaute. Die inländische Bio-Milchproduktion steigt nach Jahren des starken Wachstums nur noch moderat.   Mehr

Deutschland | Bio-Schweine | Preise

Bio-Schlachttierpreise unabhängig vom konventionellen Markt

27.07.2021 (AMI) – Die Preise für Bio-Schweine sind im vergangenen Jahr um knapp 10 Ct/kg SG gestiegen. Die meisten Tiere sind in festen Verträgen gebunden.   Mehr

Deutschland | Öko-Landbau | Strukturdaten

Deutsche Bio-Fläche 2020 um 5,5 % gewachsen

15.07.2021 (AMI) – Die deutsche Bio-Fläche wuchs im Jahr 2020 um rund 5,5 % auf 1.702.240 ha.   Mehr

Deutschland | Öko-Landbau | Strukturdaten

Bio-Fläche 2020 um 5,5 % gewachsen

25.06.2021 (AMI) – Die Bio-Fläche in Deutschland erreicht 2020 1,7 Mio. ha und überschreitet damit erstmals die 10 % Marke beim Bio-Anteil an der landwirtschaftliche Fläche Deutschlands. Bei der Zahl der Betriebe stellen die 35.396 landwirtschaftlichen Bio-Betriebe einen Anteil von 13,5 %.   Mehr

Deutschland | Bio-Milch | Anlieferung

Deutsche Bio-Milchproduktion wächst verhalten

01.06.2021 (AMI) – Im aktuellen Jahr muten die von den deutschen Landwirten angelieferten Bio-Milchmengen nach Jahren des dynamischen Wachstums eher klein an.   Mehr

Deutschland | Bio-Milch | Marktversorgung

Wie geht es weiter bei Bio-Milch? Die Antworten erhalten Sie auf dem AMI Web-Seminar

07.05.2021 (AMI) – Die Bio-Milchanlieferung in Deutschland steigt 2021 nach der großen Umstellungswelle in den vergangenen Jahren das zweite Jahr in Folge nur noch verhalten. Anders sieht es mit der privaten Nachfrage aus, die nicht zuletzt wegen der Corona-Maßnahmen erheblich zugunsten von Bio gestiegen ist. Wohin geht 2021 die Reise bei Bio-Milch?   Mehr