Deutschland | Bio-Obst | Bodennutzung

Bio-Strauchbeerenanbau wächst 2023 wieder

08.04.2024 (AMI) – Seit dem Höchststand im Jahr 2019 ist die Bio-Strauchbeerenfläche in Deutschland kontinuierlich zurückgegangen. Im Jahr 2023 nahm der Anbau erstmals wieder zu. Was sind die Gründe für diese Entwicklung?

Der Bio-Strauchbeerenanbau in Deutschland hat in den vergangenen 24 Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung an den Tag gelegt – insbesondere seit 2012. Im Jahr 2023 bauten die Landwirte in Deutschland auf 2.893 ha Strauchbeeren nach ökologischen Richtlinien an, so die Strauchbeerenerhebung des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Nachdem die Fläche leicht abnahm, wurde sie 2023 ausgedehnt. Die deutsche Produktion konkurriert allerdings stark mit dem Ausland, weil sie durch die hohen Arbeits- und Personalkosten einen entscheidenden wirtschaftlichen Nachteil hat. Durch die zeitaufwändige Ernte, gerade bei frischen Strauchbeeren, können die hohen Lohnkosten hierzulande nicht immer mit dem Umsatz ausgeglichen werden. Daher wandert ein immer größerer Anteil der Produktionen ins Ausland ab. Hinzu kommen Anbaurisiken oder auch Schädlinge bzw. Krankheiten, die die kostenintensive Produktion darüber hinaus erschweren.

Bio in der Verarbeitung stark vertreten

Im Anbau von Bio-Strauchbeeren dominieren mit großem Abstand die Kulturen, die vorrangig für die Verarbeitung zu Saft, Fruchtaufstrichen, Gelees oder TK-Fruchtmischungen verwendet werden. Der Frischebereich ist dagegen, Heidelbeeren ausgenommen, eher eine Nische. Verarbeitungsbeeren werden zumeist maschinell geerntet und mechanisch aufbereitet. Durch die schnelle Ernte und die weniger aufwändigere Sortierung verringern sich die Kosten. Daher weisen gerade die Kulturen, die für die Verarbeitung herangezogen werden, weit überdurchschnittliche Bio-Anteile an der Fläche auf. Der Bio-Anteil bei Strauchbeeren für den Frischmarkt ist dagegen unterdurchschnittlich. Dementsprechend sind die flächenstärksten Kulturen die Aronia-, Heidel-, schwarze Johannisbeeren sowie Sanddorn.

Nicht nur Bio-Strauchbeeren werden betrachtet

Von Aroniabeere bis Zwiebel, die Palette an Obst und Gemüse ist vielfältig. Bio-Strauchbeeren sind da nur ein Beispiel unter Vielen. Die AMI Marktexperten im Öko-Landbau informieren, analysieren und interpretieren für Sie wöchentlich aktuelle Marktgeschehnisse und Marktpreise im Öko-Gartenbau. Monatlich nehmen wir für Sie das ganze Sortiment an Obst und Gemüse aus der Marktperspektive umfassend unter die Lupe. Ist das Angebot bei den Saisonprodukten ausreichend? Wie gestalten sich die Preise auf den unterschiedlichsten Stufen? Woher werden die Produkte aktuell bezogen? Dazu erhalten Sie wöchentlich aktuelle Preise (Fachhandel, Großhandel, Großmarkt) tabellarisch aufbereitet. Ergänzend runden mehrere Analysen unsere Marktberichte ab und bieten Ihnen eine ideale Möglichkeit, die Marktgeschehnisse in einen kausalen Zusammenhang zu bringen. Wie hängen Angebot, Preis und Nachfrage im Zusammenhang? Welche Produkte stehen im Handel gerade im Rampenlicht? Wie ist der Stand bei typischen Saisonprodukten?

Sie möchten mehr über Bio-Obst und Bio-Gemüse erfahren und tiefer in die Märkte eintauchen? Dann ist die AMI Markt Woche Öko-Gartenbau genau das Richtige für Sie. Nutzen Sie unser umfassendes Angebot.

Beitrag von Tim Boenigk
Junior Produktmanager Öko-Landbau
Druckversion als PDF öffnen

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Öko-Landbau | Verarbeitung

Bio-Bier noch selten im LEH

18.09.2024 (AMI) - Bier hat unter den Lebensmitteln und Getränken einen der kleinsten Bio-Anteile. Weniger als ein Prozent des Bio-Biers im Lebensmitteleinzelhandel ist Bio, und in den Discountern ist es so gut wie gar nicht vertreten. Gleichzeitig geht der Bierkonsum insgesamt seit Jahren zurück.   Mehr

Deutschland | Öko-Landbau | Marktstruktur

Die wirtschaftliche Bedeutung der (Bio)-Direktvermarktung

09.09.2024 (AMI) – Seit August 2023 läuft ein gemeinsames Projekt vom FiBL Deutschland, der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) und Bioland e.V., nämlich das Forschungsprojekt WiBiDi (Abkürzung für Wirtschaftlichkeit der Bio-Direktvermarktung). Hauptziel des vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung geförderten Projekts ist es, die volks- und betriebswirtschaftliche Bedeutung der Bio-Direktvermarktung in Deutschland zu erheben.   Mehr

Deutschland | Bio-Gemüse | Marktversorgung

Erste Herbstboten reihen sich in das Bio-Gemüsesortiment ein

30.08.2024 (AMI) – Die sommerlichere Witterung im August kommt vielen Bio-Gemüsearten zugute. Dennoch bleibt bei vielen Kulturen eine kontinuierliche und bedarfsgerechte Marktversorgung nach wie vor auf der Strecke; dafür war die diesjährige Witterung zu unbeständig. Das wechselhafte Angebot führt zu einem Auf und Ab in den Preisen.   Mehr

Deutschland | Bio-Gemüse | Marktversorgung

Kommt es zu Engpässen bei Bio-Gemüse?

05.07.2024 (AMI) – Der Bio-Gemüsebau in Deutschland steht in diesem Jahr unter keinem guten Stern. Das kühle, nasse Wetter führt bei vielen Bio-Gemüsearten zu erheblichen Verzögerungen im Freiland und im geschützten Anbau. Bei einigen Kulturen ist die Versorgungslage angespannt. Parallel dazu wirbelt das unbeständige Wetter die Kauflust der Verbraucher durcheinander.   Mehr

Deutschland | Bio-Futtermittel | Preise

Ruhiger Bio-Mischfuttermarkt

06.06.2024 (AMI) – Der Markt für Bio-Mischfutter ist nach wie vor ruhig. Das macht sich auch im Mai 2024 in den Preisen bemerkbar.   Mehr

Deutschland | Bio-Getreide | Strukturdaten

Bio-Haferflächen bleiben stabil

15.05.2024 (AMI) – Im Jahr 2023 wurde in Deutschland auf insgesamt 53.100 ha Bio-Hafer von 6.270 landwirtschaftlichen Betrieben angebaut.   Mehr

Europa | Bio-Getreide | Bodennutzung

Bio-Getreidefläche in der EU erneut gewachsen

08.05.2024 (AMI) – Die vollständig anerkannte Bio-Getreidefläche in der EU-27 ist 2022 auf 2,37 Mio. ha gewachsen.   Mehr

Deutschland | Öko-Landbau | Marktstruktur

Wie tickt der Bio-Markt? Das AMI Web-Seminar für den Ökomarkt gibt Hilfestellung!

07.05.2024 (AMI) – Die Zahl der Ökolandbaubetriebe und die Öko-Fläche in Deutschland wächst seit Jahren. 2023 wirtschafteten 36.536 Betriebe nach Öko-Richtlinien – jeder siebte Betrieb in Deutschland. Die Bio-Fläche belief sich auf 1.9430.301 ha, und damit fast 12 % an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche.   Mehr

Deutschland | Bio-Milch | Anlieferung

Bio-Milchanlieferung regional unterschiedlich

04.04.2024 (AMI) – Die Bio-Milchanlieferung im Januar 2024 war in den deutschen Bundesländern im Vergleich zum Vorjahresmonat regional unterschiedlich.   Mehr

Deutschland | Öko-Landbau | Import

Brauchen wir Bio aus dem Ausland?

28.03.2024 (AMI) – Die AMI widmet das nächste Forum Zukunft ganz dem Thema Bio-Importe. Seit 2009 werten die Marktanalysten im Öko-Landbau alljährlich die Importmeldungen von Bio-Unternehmen in Deutschland aus. In dieser Zeit hat sich viel verändert: Neue Warenströme wurden angesichts von Krisen und Versorgungsengpässen erschlossen, aber gleichzeitig hat der wachsende deutsche Bio-Anbau die Marktversorgung einzelner Bio-Produkte aus heimischer Produktion deutlich wachsen lassen.   Mehr