Deutschland | Bio-Milch | Anlieferung

Gehen die Bio-Milchmengen bald zurück?

14.09.2018 (AMI) – Vor dem Hintergrund der hohen Mengenzuwächse im ersten Halbjahr 2018 ist es spannend, die weitere Bio-Milchanlieferung in Deutschland bis zum Ende des Jahres einzuschätzen. Hier wird die Futterversorgung in der zweiten Jahreshälfte eine entscheidende Rolle spielen.

Dem saisonalen Trend folgend ist die Anlieferung von Bio-Milch im Juni 2018 um rund 9 % gegenüber dem Mai zurückgegangen. Im Vergleich zu 2017 bewegen sich die Mengen aber weit über der Vorjahreslinie. Im ersten Halbjahr 2018 lieferten die deutschen Erzeuger insgesamt 26,6 % mehr Bio-Milch an deutsche milchwirtschaftliche Unternehmen als im Vorjahr.

Vor dem Hintergrund der hohen Mengenzuwächse im ersten Halbjahr 2018 ist es spannend, die weitere Bio-Milchanlieferung bis zum Ende des Jahres einzuschätzen. Hier wird die Futterversorgung in der zweiten Jahreshälfte eine entscheidende Rolle spielen. Die langanhaltende Trockenheit und Hitzewelle hat vor allem im Norden und Osten Deutschlands zu erheblichen Ernteausfällen geführt. Bis auf einzelne Regionen in Süddeutschland – durchaus auch milchstarke Regionen wie das Allgäu - ist die Raufutterernte 2018 in Deutschland vielerorts vertrocknet.

Bei der Bio-Milch spricht wegen der Futterknappheit einiges für ein eingeschränktes Milchaufkommen im Verlauf der zweiten Jahreshälfte. Im Prinzip deutet sich der Rückgang der Bio-Milchmenge ja schon bei den zum Vormonat rückläufigen Juni-Mengen an. So ist die Anlieferung von Bio-Milch im Juni im Vergleich zum Mai dieses Jahres um 8,5 % zurückgegangen, also doppelt so stark wie in den beiden Vorjahresmonaten. Zwar beträgt der Vorsprung zum Vorjahr im ersten Halbjahr 2018 noch 20 %, im Januar waren es aber noch 30 %. Im weiteren Jahresverlauf werden die Zuwächse wie erwartet weiter sinken, also genau gegenläufig zum Vorjahr. Im Herbst 2017 waren die Bio-Milchmengen noch erheblich gestiegen.

Die private Nachfrage nach Bio-Milch und diversen Bio-Milchprodukten zeigt im aktuellen Jahr weiter positive Wachstumsraten. Die Mehrproduktion an Bio-Milch trifft derzeit also auf einen steigenden Absatz. Viele Molkereien haben schon seit Längerem einen Umstellungsstopp für neue Betriebe verhängt, es gibt in vielen Fällen Wartelisten für Umstellungsinteressierte. Einige Molkereien können sich kurzfristig durchaus vorstellen, wieder neue Betriebe aufzunehmen. So erlaubt das nun größere Rohstoffaufkommen auch die Entwicklung von neuen Bio-Milchprodukten für den weiterwachsenden deutschen Markt. Auch exportieren einige Molkereien in eine Vielzahl von Ländern, deren eigene Bio-Milchproduktion bei Weitem noch nicht ausreicht.

Wie entwickeln sich die Bio-Milchanlieferungsmengen und Preise für ökologisch erzeugte Milch? Steigt die Bio-Milchproduktion auch in anderen europäischen Ländern? Antworten auf diese Fragen finden Sie im Markt aktuell Öko-Landbau.

Speziell für Erzeuger, Vermarkter und Mitarbeiter findet am 8. November 2018 in Bonn das Markt Seminar Öko-Landwirtschaft statt. Neben dem Schwerpunkt Bio-Milch werden ausführlich von den AMI Marktexperten die Märkte für Bio-Schlachttiere und die Marktversorgung mit Bio-Getreide und Bio-Futtermitteln behandelt. Kommen Sie und diskutieren Sie mit den Teilnehmern und Referenten und erhalten Sie die aktuellsten Daten und Fakten.

14.09.2018 AMI


Beitrag von Christine Rampold
Marktexpertin Öko-Landbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Öko-Landbau | Strukturdaten

Tiefer Einblick in den Bio-Markt: Aktuelle AMI Markt Bilanz Öko-Landbau 2021

19.03.2021 (AMI) – Die Verkäufe von Bio-Lebensmitteln sind im Corona-Jahr 2020 enorm gewachsen: Die Haushalte gaben 22 % mehr Geld für Bio-Produkte aus, bei einigen Produkten veranderthalbfachten sich die Verkäufe. Gleichzeitig ist die Bio-Fläche in Deutschland nach Jahren mit größerer Umstellung nur noch um 5,3 % gewachsen.   Mehr

Deutschland | Öko-Landbau | Außenhandel

Bio-Getreide: Importanteil nur noch 15 Prozent

12.03.2021 (AMI) - Die Umstellung von Bio-Flächen führt zu größerer Produktion, gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Bio-Produkten. Daher bleiben Importe für viele Bio-Produkte weiterhin wichtig, aber durch die Umstellung vieler Ackerflächen nehmen sie bei einigen Produkten ab. Die AMI betrachtet alljährlich die Importmengen der wichtigsten Bio-Rohstoffe nach Deutschland.   Mehr

Europa | Öko-Landbau | Nachfrage

Europäischer Bio-Markt erreicht die 45 Mrd. EUR. Marke

02.03.2021 (AMI/FiBL) Die Europäer gaben 2019 ein zweites Mal in Folge rund 8 % mehr Geld für Bio-Produkte aus als im Jahr zuvor. Damit wuchs der Markt nach den Jahren 2015-2017 mit zweistelligem Wachstum wieder etwas verhaltener.   Mehr

Deutschland | Öko-Landbau | Markttrends

Historisches Umsatzwachstum für den Bio-Markt

19.02.2021 (AMI) – 2020 gaben die Deutschen 22 % mehr Geld und damit insgesamt 14,99 Mrd. € für Bio-Lebensmittel und -Getränke aus.   Mehr

Deutschland | Öko-Landbau | Marktversorgung

Historisches Umsatzwachstum für den Bio-Markt

17.02.2021 (AMI) - 2020 gaben die Deutschen 22 % mehr Geld und damit insgesamt 14,99 Mrd. EUR für Bio-Lebensmittel und -Getränke aus. Damit legte der Bio-Markt im Corona-Jahr ungefähr doppelt so stark zu wie der gesamte Lebensmittelmarkt. Als die Menschen viel zu Hause gekocht und gegessen haben, haben sie deutlich häufiger zu Bio-Produkten gegriffen als zuvor. Der Bio-Anteil am Lebensmittelmarkt erhöht sich damit auf vorläufige 6,4 %.   Mehr

Deutschland | Öko-Landbau | Strukturdaten

AMI on Tour – die BIOFACH findet 2021 online statt, die AMI ist dabei

11.02.2021 (AMI) – Die BIOFACH ist die Weltmesse für Bio-Produkte. Erstmals findet sie vom 17.-19. Februar 2021 als eSpecial statt. Der BIOFACH Kongress steht unter dem Motto: Shaping Transformation. Stronger. Together. Die AMI ist mit 3 Beiträgen auf dem Kongress vertreten und verkündet in der Eröffnungspressekonferenz am 17.02.2021 um 10 Uhr die aktuellen Zahlen zum Bio-Markt 2020.   Mehr

Deutschland | Bio-Milch | Anlieferung

Bio-Milchproduktion stieg 2020 um 4 Prozent

05.02.2021 (AMI) – Die deutschen Landwirte haben von Januar bis November 2020 insgesamt 4,2 % mehr Bio-Milch an deutsche milchwirtschaftliche Unternehmen geliefert als im Vorjahr.   Mehr

Deutschland | Öko-Landbau | Marktversorgung

Wie tickt der Markt bei Bio-Kartoffeln und Bio-Gemüse?

03.12.2020 (AMI) – Während sich bei hoher Nachfrage die Bio-Zwiebeln zu stabilen Preisen absetzen lassen, kam es bei Kartoffeln aus ökologischer Erzeugung zu einem regelrechten Preissturz. Der Markt für Bio-Kartoffeln ist in den vergangenen Jahren auch gewachsen und der Bio-Anteil lag zwischenzeitlich bei über 7 Prozent. Bei dem ein oder anderen Gemüse in Bio-Qualität ist noch Spielraum nach oben.   Mehr

Deutschland | Bio-Milch | Marktversorgung

Wir haben Molkereivertreter gefragt: Wie geht es weiter bei Bio-Milch? Die Antworten erhalten Sie auf dem AMI Web-Seminar

18.11.2020 (AMI) – Die Bio-Milchanlieferung in Deutschland steigt nach der großen Umstellungswelle in den vergangenen Jahren aktuell nur noch moderat. Die Nachfrage wächst aber weiter dynamisch. Ist der Markt im Gleichgewicht oder werden wieder Umsteller benötigt? Wohin entwickeln sich die Erzeugerpreise?   Mehr

Deutschland | Bio-Schweine | Marktversorgung

ASP und Corona - und der Bio-Schweinemarkt läuft weiter

13.11.2020 (AMI) – Der konventionelle Schweinemarkt liegt durch fehlende Schlachtkapazitäten und den Exportstopp Chinas am Boden. Der Bio-Schweinemarkt bleibt davon so gut wie unberührt. Im Gegenteil: Die Nachfrage liegt schon seit Monaten über dem Angebot und die Preise bleiben stabil.   Mehr