Milchpreise steigen im August weiter
Die Milcherzeuger in Deutschland erhielten im August im bundesweiten Mittel rund 40,1 ct/kg für konventionell erzeugte Kuhmilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß, so eine erste Hochrechnung der AMI. Damit setzte sich die im April eingesetzte Erholung der Milcherzeugerpreise fort, die lediglich im Juni kurzzeitig unterbrochen worden war. Das Vorjahresniveau wurde jedoch weiterhin deutlich unterschritten. Im August des vergangenen Jahres war mit 53,5 ct/kg ein Jahreshöchststand erreicht worden, bevor in den Folgemonaten ein deutlicher Preisrückgang einsetzte.
Hitzebedingte Angebotsverknappung stützte den Milchmarkt
Hinter der fortgesetzten Erholung der Erzeugerpreise stand eine für die Jahreszeit ungewöhnlich feste Entwicklung am Milchmarkt im Sommer. Während in der Ferienzeit normalerweise mit einer Abschwächung zu rechnen ist, blieben die Märkte diesmal weitgehend stabil. Ausschlaggebend waren vor allem die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit in Teilen Europas. Der witterungsbedingte Rückgang der Milchmengen sowie niedrigere Fett- und Eiweißgehalte führten zeitweise zu einer spürbaren Verknappung des Rohstoffangebots. In der Folge zogen die Preise für Spotmilch und Konzentrate deutlich an. Auch wenn sich diese Ausschläge zwischenzeitlich im Zuge leicht abgekühlter Temperaturen abgeschwächt haben, glichen sie die übliche Sommerdelle am Milchmarkt weitgehend aus. Zugleich entwickelten sich auch die Produktmärkte fester: Butter, Magermilchpulver und Schnittkäse tendierten im Juli und August überwiegend stabil bis fester. Damit verbesserten sich die Verwertungsmöglichkeiten der Molkereien, was den Spielraum für höhere Auszahlungspreise im August vergrößerte.
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Dr. Kerstin Keunecke
Bereichsleiterin Milch und Milchprodukte
Tel. (0228) 33805-101
Autorin von Fachbeiträgen und Produktstudien zum Milchmarkt, Analystin für den Milchpreisvergleich, vielfältige Kontakte zu Molkereien und Unternehmen der Milchbranche.
Markt aktuell

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