Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Aussaatwetter in Brasilien und US-Exporte im Fokus

08.11.2023 (AMI) – Die US-Sojabohnenkurse legen auf Wochensicht zu. Trockenheit in Brasilien und belebte US-Exporte stützen.

Die Sojabohnenkurse in Chicago konnten trotz der laufenden US-Ernte in den zurückliegenden Handelstagen zulegen. Am 07.11.2023 schloss der Fronttermin bei umgerechnet 464 EUR/t und damit rund 19 EUR/t über Vorwochenlinie.

Begünstigt wurde die Aufwärtsbewegung durch robuste US-Exporte, darunter der Verkauf von 113.150 t Sojabohnen an unbekannte Bestimmungsorte sowie den Kauf von 126.000 t durch China. Dabei wurde die Attraktivität der US-Partien durch den schwächeren US-Dollar begünstigt.

Des Weiteren wurden die Kurse durch die verschlechterten Bedingungen für die Aussaat in Südamerika, insbesondere Brasilien, gestützt. In Teilen des für den Sojaanbau wichtigen Bundesstaates Mato Grosso ist es sehr trocken. In der Folge schreitet die Aussaat nur langsam voran. Bisher wurden rund 51 % der avisierten Fläche ausgesät, so wenig wie seit 2020 zu dieser Zeit im Jahr nicht mehr. Trotzdem wird immer noch von einer großen brasilianischen Sojabohnenernte ausgegangen.

Der bevorstehende USDA-Bericht hatte hingegen nur geringen Einfluss auf die Kurse, da die meisten Marktteilnehmer nur von geringfügigen Korrekturen der prognostizierten US-Erträge ausgehen.

Zudem profitierte der Kurs von der belebten Nachfrage Chinas. Marktteilnehmern zufolge dürfte diese auch im letzten Quartal dieses Jahres auf einem hohen Niveau bleiben. Insgesamt führte China 2022/23 die Rekordmenge von rund 101 Mio. t Sojabohnen ein, für die Vermarktungssaison 2023/24 schätzt der Auslandsdienst des US-Landwirtschaftsministeriums, dass rund 100 Mio. t eingeführt werden dürften. Trotz der Aussicht auf eine größere chinesische Ernte in der laufenden Saison.

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Beitrag von Eike Wagner
Produktmanager Agribusiness
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