Deutschland | Butter | Verbraucherpreise

Butterpreis im Juli 2017 auf Rekordniveau

04.07.2017 (AMI) – Kaum hat der Preis für Deutsche Markenbutter ein neues Allzeithoch erreicht, da ist der auch schon wieder Geschichte. Bereits die Erhöhung auf 1,49 EUR für einen 250-g-Ziegel Anfang Juni bedeutete ein in Deutschland noch nie da gewesenes Preisniveau. Zu Beginn des aktuellen Monats geht es sogar noch einmal kräftig nach oben.

Juli 2016 bringt Trendwende

Noch im Juni des vergangenen Jahres kostete ein 250-g-Päckchen Deutsche Markenbutter im deutschen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) lediglich 0,70 EUR. Dieser Preis bedeutete den Tiefpunkt einer zweieinhalbjährigen Abwärtstendenz und spiegelte die aus Sicht der Milcherzeuger schwache Erlössituation wider. Zu diesem Zeitpunkt war in Deutschland und weiten Teilen der EU der Rückgang der Milchmengen bereits stärker ausgeprägt als saisonal üblich. Stark anziehende Rohstoffpreise waren die Folge.

Aus Verbrauchersicht läutete eine Erhöhung des Butterpreises um 20 Ct je Ziegel im Juli 2016 die Wende ein. Danach kannte die Entwicklung – abgesehen von einer zwischenzeitlichen Korrektur im Frühjahr 2017 – nur eine Richtung. Den bisherigen Höhepunkt markiert die jüngste Anhebung um 30 Ct je 250-g-Ziegel zu Beginn dieses Monats. Initiiert wurde diese Preisrunde von Aldi. Sowohl Nord als auch Süd haben zum Monatsersten das neue Preisniveau umgesetzt. Erfahrungsgemäß dürften die anderen Handelsunternehmen zeitnah folgen.

Mit 1,79 EUR für einen 250-g-Ziegel kostet Deutsche Markenbutter aktuell so viel wie noch nie. Bis zu diesem Sommer stammte die Rekordmarke – Daten des Statistischen Bundesamtes zufolge – aus dem Jahr 1983. Seinerzeit zahlten die Verbraucher im früheren Bundesgebiet umgerechnet 1,36 EUR/250 g im Jahresdurchschnitt.

Marken hecheln hinter Preisentwicklung der Standardware her

Angesichts kräftiger Preisanhebungen hat sich der Preisabstand von deutschen Herstellermarken und Auslandsbutter zur Deutschen Markenbutter reduziert oder unter Aktion sogar vollständig aufgelöst, so dass diese Artikel von den Verbrauchern als interessante Alternative wahrgenommen und vermehrt nachgefragt wurden. Den AMI-Aktionspreisen im LEH zufolge ist zum Beispiel die im Juni gültige Preislinie für Deutsche Markenbutter von 1,49 EUR je 250-g-Ziegel während des gesamten Monats in zahlreichen Aktionen des LEH mit Markenware teils deutlich unterboten worden. Das gilt Anfang Juli erst recht für das neue Preisniveau der Deutschen Markenbutter von 1,79 EUR/250 g.

Sie sind interessiert an weiteren Details?

Nehmen Sie Kontakt mit den Marktexperten der Verbraucherforschung auf, wenn Sie Informationen zur Preisentwicklung von frischen Lebensmitteln auf Verbraucherebene benötigen.

Beitrag von Thomas Els
Marktexperte Verbraucherforschung

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Kartoffeln | Marktversorgung

Speisekartoffelmarkt am Scheideweg

11.08.2022 (AMI) – Ab dieser Woche werden Kartoffeln für den Frischmarkt vom Handel nicht mehr als Speisefrühkartoffeln ausgezeichnet, sondern als Speisekartoffeln. Damit endet die Frühkartoffelsaison. Zeit für ein Resümee und einen Ausblick.   Mehr

Deutschland | Stängelgemüse | Strukturdaten

Spargel in Europa ist vor allem Spargel in Deutschland

08.08.2022 (AMI) – In Sachen Spargel nimmt Deutschland eine Sonderstellung ein. Bei einem Anteil der Ertragsfläche von gut 17 % an der gesamten Gemüseanbaufläche in Deutschland ist das auch nicht verwunderlich. Ein so hoher Anteil wird in keinem anderen Land der EU erreicht. Allerdings hat die einstige Erfolgsgeschichte in der Saison 2022 einen herben Dämpfer erfahren. Aufgrund der Kaufzurückhaltung der Verbraucher war das Angebot zu groß, und die Preise standen unter Druck. Um zukunftsfähige Strategien zu entwickeln ist es wichtig, die Ausgangslage zu analysieren.   Mehr

Deutschland | Kernobst | Vorschau

Mehr Äpfel, weniger Konsum

04.08.2022 (AMI) – Die europäischen Anbauregionen und auch Deutschland erwarten gegenüber dem Vorjahr eine leicht steigende Apfelernte. Sorgen bereiten aber mehr die hohe Inflationsrate mit einem seit Monaten schwachen Apfelkonsum und die deutlich steigenden Produktionskosten.   Mehr