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Kommt Bleichspargel in die „grüne Zange“?

09.03.2022 (AMI) – Grünspargel legt nun auch in Deutschland kräftig zu, die Absatzmengen im Einzelhandel sind nach Angaben aus dem GfK Frischepanel in den vergangenen fünf Jahren um 48 % gestiegen. Allerdings ist die Inlandsproduktion daran nur unterdurchschnittlich beteiligt. Die Absatzmenge von Bleichspargel sinkt dagegen leicht. Wird ist es enger für die deutschen Produzenten?

Was schon vor 30 Jahren prophezeit wurde, scheint nun langsam tatsächlich einzutreffen: Der Spargel wird auch in Deutschland grüner. In den meisten Ländern Europas und weltweit wird deutlich mehr Grünspargel gegessen als Bleichspargel. So weit ist es in Deutschland noch nicht. Aber der Anteil der grünen Stangen an den Einkaufsmengen der Verbraucher ist im vergangenen Jahrzehnt von knapp 6 % (20212) auf knapp 18 % (2021) gestiegen, Tendenz steigend.

Das Verhältnis von Inlandsproduktion zu Importen ist bei Grünspargel deutlich anders als bei Bleichspargel. Bleichspargel wurde vor der Jahrtausendwende noch in großer Menge aus Griechenland und Spanien importiert. Dieser Handelsstrom ist inzwischen auf ein kleines Rinnsal zusammengeschrumpft, so dass die Gesamtimporte von Spargel zunächst sanken. Die Verfrühung der deutschen Produktion durch eine zunehmende Mehrfachabdeckung war eine wesentliche Ursache hierfür. Somit besteht das Angebot an Bleichspargel in Deutschland mittlerweile zu rund 85 % aus Inlandsware.

Gleichzeitig stieg aber langsam die Nachfrage nach Grünspargel. Hier ist sind die deutschen Erzeuger nur recht zögerlich eingestiegen, so dass die Importe hier eine größere Rolle spielen. Der deutsche Anteil bei den Einkäufen der Haushalte liegt laut Haushaltspanel der GfK – in dem er eher überschätzt wird - bei weniger als 30 %. Die AMI Marktstatistik der deutschen Erzeugermärkte weist nur 6 % der Absatzmenge von Spargel als Grünspargel aus.

Lange Zeit glichen sich steigende Importe an Grünspargel und sinkende Importe der weißen Ware aus, so dass die Summe konstant blieb. Inzwischen scheint das Plus bei Grünspargel aber zu überwiegen, so dass die Einfuhren an Spargel insgesamt wieder steigen. Kommt die Produktion in Deutschland damit wieder unter Druck? Oder sind es eher die steigenden Produktionskosten, die die Produzenten in Deutschland in Schwierigkeiten bringen?

Aktuelle Entwicklungen am Markt für Spargel und Erdbeeren wollen Dr. Hans-Christoph Behr, AMI, und Fruchthandel Live am 16. März 2022 von 15 bis 16.30 Uhr gemeinsam mit Stephan Weist, Bereichsleiter Ware Vollsortiment, Ultrafrische bei der REWE GROUP, unter die Lupe nehmen, wenn es heißt: „ Erdbeeren + Spargel — Was bringt die Saison?“

Freuen Sie sich auf ein spannendes Web-Seminar. Alle Informationen und den Weg zur Anmeldung finden Sie wie immer auf der Seite der AMI-Akademie.

Beitrag von Dr. Hans-Christoph Behr
Bereichsleiter Verbraucherforschung & Ökolandbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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