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Süßkartoffeln: Weltweiter Markt entwickelte sich unterschiedlich

27.03.2024 (AMI) – Der Anbau von Süßkartoffeln ist im Laufe der Jahre weltweit zurückgegangen, während die Importe nach Europa zugenommen haben. Unter Betrachtung des weltweiten Anbaus und Handels, zeigen sich deutlich unterschiedliche Entwicklungen. Welche Auswirkungen hat dies auf den deutschen Markt?

Der Süßkartoffelanbau konzentriert sich auf China. Nach Angaben der FAO entsprach die dortige Anbaufläche im Jahr 2022 einem Anteil von 30 % an der weltweiten Anbaufläche. Mit etwas Abstand folgen Nigeria, Tansania und Malawi. Die weltweite Anbaufläche ist seit 2014 tendenziell rückläufig, hat sich aber zwischen 2019 und 2022 nur geringfügig verändert.

Aufgrund der sehr unterschiedlichen Erträge hat sich das Bild bei den Erntemengen noch einmal deutlich verschoben. Allein die chinesische Ernte macht 2022 rund 54 % der Welternte aus.

Auf den Weltmärkten spielen die Hauptanbauländer jedoch keine allzu große Rolle. Die dort angebauten Süßkartoffeln werden überwiegend im Inland verbraucht und weniger exportiert.

USA und Ägypten dominieren deutsche Importe

Auf dem Weltmarkt und insbesondere für die Importe Europas sind die USA und Ägypten von herausragender Bedeutung. Dies spiegelt sich auch in der Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamtes wider. Mit deutlichem Abstand und einem Anteil von 40 % an den Gesamtimporten führen die USA im Jahr 2023 die Liste der Herkunftsländer an. Weitere Mengen aus den USA dürften in den Reexporten der Niederlande enthalten gewesen sein, die an zweiter Stelle folgten. Da Süßkartoffeln in den Niederlanden nicht in nennenswertem Umfang angebaut werden, setzt sich diese Menge aus den Handelsmengen vieler einzelner Anbauländer zusammen. Die Importe von Süßkartoffeln über die Niederlande haben bis 2020 deutlich zugenommen und sich auf hohem Niveau stabilisiert. Die Importe aus Ägypten wiesen eine deutlich höhere und anhaltende Dynamik auf. Ausgehend von unbedeutenden Mengen vervielfachten sich die Importe und verdoppelten sich ab 2021 nochmals auf 7.556 t im Jahr 2023.

Aber auch in Europa angebaute Süßkartoffeln spielen bei den deutschen Importen eine Rolle. Während die Importe aus Spanien seit dem Höchststand im Jahr 2019 um mehr als zwei Drittel im Jahr 2023 zurückgingen, stiegen die Importe aus Portugal und liegen seit 2021 stabil über der Marke von 3.000 t. Die Gesamtimporte Deutschlands haben sich zwischen den Jahren 2012 und 2020 fast verzehnfacht. Nach einem Rückgang in den beiden Folgejahren stiegen sie bis 2023 wieder auf 38.046 t.

Auch wenn die weltweite Produktion von Süßkartoffeln rückläufig ist, bleibt der europäische und insbesondere der deutsche Markt von dieser Entwicklung unbeeinflusst. Zwar werden die Importe und Einkaufsmengen voraussichtlich nicht mehr in dem Maße steigen wie in den vergangenen zehn Jahren, dennoch bieten sich zahlreiche Chancen. Sei es die Steigerung der Importe in bestimmten Zeitfenstern oder auch der durch die Klimaerwärmung immer interessanter werdende Anbau in Deutschland.

Sie möchten noch mehr zum Thema Süßkartoffeln erfahren und tiefer in die Analyse einsteigen?

Die AMI hat eine Chartsammlung zum Süßkartoffelmarkt erstellt und geht darin auf den weltweiten Anbau, Importe, Angebotsaktionen und die Nachfrage der privaten Haushalte in Deutschland ein. Weitere Informationen zu der Chartsammlung, die auf Deutsch und Englisch veröffentlicht wurde, finden Sie im AMI Shop.

Beitrag von Claudio Gläßer
Marktexperte Gartenbau
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© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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