Deutschland | Öko-Landbau | Nachfrage

Zahlen und Fakten zum Ökolandbau

21.03.2018 (AMI) – Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln hat 2017 noch einmal kräftig angezogen. Die privaten Haushalte in Deutschland gaben 6 % mehr Geld für Bio-Lebensmittel aus. Wie hat sich der Anbau in Deutschland auf die steigende Nachfrage eingestellt? Wie sieht es mit dem Öko-Anbau in Europa aus? Die AMI-Marktexperten haben zu diesen und vielen anderen Fragen ausführliche Fakten und Daten in der Markt Bilanz Öko-Landbau 2018 zusammengestellt.

Die Verbraucherausgaben stiegen 2017 erstmals über die Marke von 10 Mrd. EUR. Insbesondere die Discounter, aber auch die Vollsortimenter haben mit Sortimentserweiterungen den Umsatz beflügelt.

Stärkste Umsatztreiber waren 2017 Milch- und Molkereiprodukte, Fleisch und das Trockensortiment aus ökologischer Erzeugung. Praktisch alle Warengruppen weisen für das Jahr 2017 steigende Bio-Anteile auf, auch wenn sie in einigen Fällen immer noch vergleichsweise niedrig sind. Bio-Eier stellten 2017 über 12 % der gesamten Eiereinkäufe. Der Bio-Anteil der Einkaufsmenge bei Milch stieg 2017 auf 8 % und überholte das noch 2016 an zweiter Stelle stehende Bio-Speiseöl.

Deutsche Öko-Fläche um 15 % gewachsen

Nach Jahren des annähernden Stillstandes ist die Öko-Fläche in Deutschland 2016 wieder deutlich gewachsen: 10 % mehr Betriebe haben eine knapp 15 % größere Öko-Fläche in Bewirtschaftung genommen. Insgesamt bewirtschaften 27.132 Betriebe eine Öko-Fläche von 1.251.320 ha. Damit wurden in Deutschland 7,5 % der Flächen und 10 % der Betriebe nach Öko-Richtlinien bewirtschaftet, so die Auswertungen der BLE anhand der Kontrollstellenbehörden der Länder.

Die größten Zunahmen kamen 2016 aus Bayern. Von den bundesweit 162.000 ha umgestellter Fläche lagen allein 55.000 ha in Bayern. Auch prozentual lag Bayern mit einem Plus von 24 % weit über dem Durchschnitt und wurde nur noch von Sachsen übertroffen, wo 29 % oder 11.000 ha zusätzliche Öko-Flächen in die Bewirtschaftung genommen wurden. Auch Schleswig-Holstein, Niedersachsen und das Saarland waren mit Wachstumsraten von mehr als 20 % dabei. Die mit Abstand meisten Öko-Betriebe befanden sich in Bayern und Baden-Württemberg. Natürlich spiegelt sich hier die kleinere Struktur der Landwirtschaftsbetriebe in Süddeutschland wider. So war ein bayerischer Öko-Betrieb im Durchschnitt 33 ha groß, ein baden-württembergischer 20 ha. In Brandenburg waren die Öko-Betriebe mit im Schnitt 177 ha am größten, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (157 ha) und Sachsen-Anhalt (150 ha). Der deutsche Durchschnitt lag 2016 bei 46 ha, das waren 2 ha mehr als 2015. In den meisten Ländern waren die Öko-Betriebe im Durchschnitt etwas kleiner als die konventionellen. Mit fast 19 % war der Öko-Anteil an den Betrieben in Baden-Württemberg am höchsten, gefolgt vom Saarland (17,7 %) und Mecklenburg-Vorpommern (17,6 %). Deutschlandweit waren es 10 %.

Die aktuelle AMI Markt Bilanz Öko-Landbau 2018 fasst die Voraussetzungen für die Vermarktung in diesem Jahr zusammen. Das Jahrbuch zeigt aktuelle Trends am deutschen und europäischen Markt für Öko-Rohware und Bio-Lebensmittel auf. Zusätzlich veranschaulichen AMI Markt Charts die Zusammenhänge. Marktbeteiligte erhalten durch die Bewertung der Einflussfaktoren auf das Marktgeschehen eine solide Grundlage für ihre strategischen Entscheidungen.

Die aktuellen und umfassenden Daten beleuchten den nationalen und internationalen Öko-Markt. Dazu gehören die Einkäufe der Haushalte in Deutschland von verschiedenen Bio-Produkten sowie monatliche und jährliche Verbraucherpreise. Ausführlich beleuchtet werden der deutsche Anbau und die Produktion sowie die Entwicklung der Preise für Obst, Gemüse, Kartoffeln, Getreide, Schlachttiere, Milch und Eier auf verschiedenen Absatzstufen. Fakten zum europäischen Bio-Markt mit Kennzahlen zu Umsatz, Anbau und Produktion runden die Publikation ab.

Beitrag von Christine Rampold

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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