Milchpreise erneut im Plus
Die Molkereien in Deutschland haben ihre Auszahlungsleistung im Mai den zweiten Monat in Folge angehoben. Nach ersten Berechnungen der AMI zahlten sie im bundesweiten Mittel 39,0 ct/kg für Milch aus konventioneller Fütterung sowie mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß. Das waren 0,7 ct/kg mehr als im April dieses Jahres.
Der Rückstand gegenüber dem Vorjahresmonat hat sich nur geringfügig verringert und belief sich im Mai auf 14,2 ct/kg. Im Vorjahr waren die Milchpreise allerdings aufgrund des knappen Rohstoffangebotes infolge der Spätfolgen der Blauzungenkrankheit überdurchschnittlich hoch ausgefallen. Aber nicht nur das hohe Vorjahresniveau wurde verfehlt, die Milcherzeugerpreise lagen außerdem deutlich unter ihrem Fünf-Jahresmittel.
Liquidität gesunken
Für die Milchkuhhalter bedeutet dies gleichzeitig, dass die Liquidität auf den Betrieben gesunken ist. Nach einer Modellrechnung der AMI lag die Marge aus Erlösen und variablen Kosten im Mai knapp unter 10 ct/kg, woraus allerdings noch die fixen Kosten zu bedienen sind. Vor Jahresfrist waren es noch rund 23 ct/kg.
Von den deutlich reduzierten Erzeugerpreisen waren bislang allerdings noch kaum produktionsdämpfende Effekte ausgegangen. Die Milcherzeugung in Deutschland lag in den ersten vier Monaten von 2026 nach den amtlichen Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) um 6,5 % deutlich über dem Vorjahresniveau. Diese Tendenz hat sich nach Berechnungen der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB), abgesehen von leichten wöchentlichen Schwankungen, bis Mitte Juni fortgesetzt. Mit der Hitzewelle Ende Juni in Deutschland ist jedoch ein verstärkter saisonaler Rückgang zu erwarten.
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Dr. Kerstin Keunecke
Bereichsleiterin Milch und Milchprodukte
Tel. (0228) 33805-101
Autorin von Fachbeiträgen und Produktstudien zum Milchmarkt, Analystin für den Milchpreisvergleich, vielfältige Kontakte zu Molkereien und Unternehmen der Milchbranche.



